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Archiv für die Kategorie ‘Umweltpolitik’

Glyphosat: Berliner Gartenfreunde schließen sich der Enttäuschung mehrerer Umweltverbände an

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Kürzlich haben sich die EU-Mitgliedsstaaten, mit Zustimmung des amtierenden Bundeslandwirtschaftsministers Christian Schmidt, für die weitere Zulassung des Herbizids Glyphosat entschieden. Dieses Votum hat bei zahlreichen Umweltverbänden Enttäuschung und Empörung hervorgerufen.
„Wir Kleingärtner können diese Reaktion gut nachvollziehen, denn glyphosathaltige Breitbandherbizide sind in der Bevölkerung sehr umstritten“, äußert sich Günter Landgraf, Präsident des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e.V., ebenfalls enttäuscht. „Daher stimmen auch wir dem Wunsch nach einem vollständigen Verbot zu und stehen damit an der Seite der Umweltverbände sowie der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger.“
Glyphosat-Präparate sind in Berliner Kleingartenanlagen fehl am Platz, denn einen Kleingarten zu bewirtschaften, bedeutet vor allem, Verantwortung für die Umwelt, für Mitmenschen, Pflanzen und Tiere zu übernehmen. Immer mehr Freizeitgärtner bevorzugen bereits das naturnahe Gärtnern, wollen gesundes Obst und Gemüse heranziehen und ihre Kinder in einer wenig belasteten Umgebung aufwachsen lassen.
Diesem Gedanken folgen auch die 18 Berliner Bezirksverbände der Gartenfreunde. Denn obwohl die Verwendung von Glyphosat in Kleingärten gesetzlich nicht verboten ist, haben sie schon seit vielen Jahren mit ihren Gartenordnungen den Einsatz von Breitbandherbiziden ganz oder teilweise untersagt. Der Landesverband Berlin der Gartenfreunde e.V. unterstützt dieses Vorgehen. Zusammen mit verschiedenen Umweltverbänden bietet er Seminare zum giftfreien Gärtnern für alle Interessenten an und wirbt für den biologischen Pflanzenschutz. Weiterbildungsangebot des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde: https://www.gartenfreunde-berlin.de/veranstaltungen

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NaturFreunde: Glyphosat – eine fatale Entscheidung – Bankrotterklärung für geschäftsführende GroKo

Pressemitteilung 23 vom 27.11.2017

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Kiel, 27.11.2017. Die Entscheidung gegen den erklärten Willen des SPD-Mitglieder der Bundesregierung ist für die NaturFreunde im Landesverband Schleswig-Holstein eine Blamage. „Selbst in der geschäftsführenden Groko wird die SPD von der CDU am Nasenring herumgeführt“, kommentiert Dr. Ina Walenda, Landesgeschäftsführerin der NaturFreunde S-H. „Wie lange will die SPD sich das noch bieten lassen? Sie sollte jetzt endlich – wie nach der Wahl versprochen – die Reissleine für die GroKo ziehen.“
Die heutige Entscheidung über eine fünfjährige Verlängerung der Zulassung des Breitbandherbizids Glyphosat ist auch für die Bundesländer fatal. Schleswig-Holstein soll, so eine Vorgabe des Bundes in seinem „Nationalen Aktionsplan zur Reduzierung des Pestizideinsatzes (NAP)“, den Einsatz an chemisch-synthetischen Pflanzenbehandlungsmitteln reduzieren. „Wie aber soll das gehen, wenn eines der gefährlichsten Spritzmittel weiter eingesetzt werden darf?“, fragen sich die NaturFreunde S-H, „wenn Glyphosat weiterhin eingesetzt werden darf? Wo bleibt der Ausstiegsplan?“

Nach Ansicht der NaturFreunde ist dies eine Entscheidung gegen die den vielfach erklärten Willen der Allgemeinheit, gegen das EU-Parlament und vor allem gegen die Natur, aber für einen weiteren Ausbau agrarindustrieller Strukturen in der Landwirtschaft. „Mit dieser Entscheidung wird eine Agrarwende geradezu torpediert,“ so Walenda.

NaturFreunde fordern erneut Verbot von Glyphosat und Neonicotinoiden

Der Umweltverband kritisiert Verantwortungslosigkeit des Deutschen Bauernverbandes

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Berlin, 22. November 2017 – Am 27. November wird auf EU-Ebene wieder über eine Zulassungsverlängerung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat verhandelt. Dann tagt das Berufungsgremium des Ständigen Ausschusses der Europäischen Kommission, welcher für die Genehmigung von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen zuständig ist (SCoPAFF). Die NaturFreunde Deutschlands haben ihre Forderung nach einem Verbot von Glyphosat und Neonicotinoiden nochmals bekräftigt und insbesondere die bundesdeutsche Landwirtschaftspolitik zu einer grundlegenden Wende aufgerufen.

Erst kürzlich war in einer wissenschaftlichen Studie nachgewiesen worden, dass in den letzten 27 Jahren die Insektenpopulation in Deutschland um mehr als 75 Prozent zurückgegangen ist. Die Untersuchungen erfolgten großflächig verteilt in 63 Naturschutzgebieten.

Dr. Joachim Nibbe, Bundesfachbereichsleiter Naturschutz, Umwelt und Sanfter Tourismus der NaturFreunde Deutschlands: „Wir sind hochgradig alarmiert. Denn der Befund könnte in seinen Auswirkungen nicht dramatischer sein. Ein Insektenschwund diesen Ausmaßes hat unweigerlich Folgen für die Stabilität des gesamten Ökosystems. Obstbäume und Gemüsepflanzen werden von Insekten bestäubt. Sie zersetzen zusammen mit Pilzen und Bakterien Totholz oder Aas und sind für viele Tiere eine unverzichtbare Nahrungsquelle. Ein Fortschreiten dieser Entwicklung wird die Lebensmittelversorgung der Menschen gefährden.“

Weil im Umfeld der untersuchten Naturschutzgebiete zu 90 Prozent intensive Landwirtschaft betrieben wird, verweist das Forscherteam auf den starken Einsatz von Pestiziden als mögliche Ursache des Artensterbens. Vor diesem Hintergrund hat der NaturFreunde-Bundesfachbereich Naturschutz, Umwelt und Sanfter Tourismus (NUST) auf seiner Herbsttagung die NaturFreunde-Forderung nach einem Verbot von Glyphosat und Neonicotinoiden nochmals bekräftigt und die bundesdeutsche Landwirtschaftspolitik zu einer Umkehr ihrer bisherigen Praxis aufgerufen.

„Der Einwand des Deutschen Bauernverbandes, dass erst noch weitere Studien notwendig sind, ist bei diesem Ernst der Lage unverantwortlich“, kritisierte Christine Eben, stellvertretende NUST-Bundesfachbereichsleiterin, die Lobbyisten der Agrarindustrie. „Wir brauchen Biobetriebe statt immer mehr Chemie auf unseren Äckern. Die deutsche und die europäische Landwirtschaftspolitik müssen jetzt umsteuern.“

Dass es durchaus Alternativen zur Verwendung von Agrarchemikalien gibt, haben erst kürzlich die NaturFreunde Schleswig-Holstein gezeigt. In einer breiten Kooperation mit Verbänden, Kommunen, Landwirten, Kleingärtnern, Wissenschaftlern und Unternehmen wurden praktisch umsetzbare Möglichkeiten zur Pestizidverringerung beschrieben. Vor wenigen Tagen veröffentlichten die schleswig-holsteinischen NaturFreunde ihre 40-seitige Broschüre „Beiträge zur Reduktion des Pestizideinsatzes“.

„Schon vor über 50 Jahren hat die amerikanische Biologin Rachel Carson in ihrem Buch ‚The Silent Spring‘ vor den Gefahren eines ungehemmten Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft gewarnt“, erklärte Dr. Joachim Nibbe. Darin prophezeite Carson einen „stummen Frühling“.

Nibbe: „Das jetzt nachgewiesene Insektensterben sollte die allerletzte Warnung sein, damit ein ‚stummer Frühling‘ nicht zur Realität wird. Die Genehmigung von Glyphosat darf nicht verlängert werden.“

Download Broschüre „Beiträge zur Reduktion des Pestizideinsatzes“
http://www.naturfreunde.de/pestizid-broschuere

„Klima schützen – Kohle stoppen!“ 25.000 demonstrieren für Kohleausstieg

Gemeinsame Presseerklärung des Bündnisses “Klima schützen – Kohle stoppen!”, etwaige Doppelsendungen bitten wir zu entschuldigen.

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Berlin/Bonn, 4. November 2017 – Direkt vor der Weltklimakonferenz demonstrierten heute 25.000 Menschen in der Bonner Innenstadt. Unter dem Motto „Klima schützen – Kohle stoppen!“ forderten sie in unmittelbarer Nähe zum größten Braunkohlerevier Europas einen schnellen Ausstieg aus fossilen Energien.

 

Die Organisatoren erklärten: „Gemeinsam haben wir heute ein wichtiges Zeichen für konsequenten Klimaschutz und den Ausstieg aus der Kohleverstromung gesetzt. 25.000 Menschen aus aller Welt haben mit einer bunten Demonstration deutlich gemacht, dass unsere Initiative für einen schnellen und sozialverträglichen Kohleausstieg von der Mitte der Gesellschaft getragen wird. Von der Bundesregierung erwarten wir, dass sie das Pariser Klimaschutzabkommen endlich wirkungsvoll umsetzt. Die dreckigste Hälfte der Kohlekraftwerke muss in wenigen Jahren abgeschaltet sein, denn Klimaschutz entscheidet sich am Kohleausstieg.”

Mehr als 100 Klima- und Umweltschutz-, Bürgerrechts- sowie kirchliche Organisationen und Entwicklungsverbände aus Deutschland und der ganzen Welt hatten zu der Demonstration aufgerufen.

Klage eingereicht: Radfahrer wollen auf der A555 für Klimaschutz demonstrieren

 

Gemeinsame Presseerklärung

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Klima schützen – Verkehrswende jetzt!

Berlin/Bonn, 30. Oktober 2017: Die Versammlungsbehörde untersagte dem Bündnis der am 4. November in Bonn stattfindenden Demonstration zur Weltklimakonferenz, eine parallele Fahrraddemonstration von Köln nach Bonn über die A555 zu führen. Jetzt klagt der Anmelder Uwe Hiksch vor dem Verwaltungsgericht.

„Wir wollen auf der Autobahn für eine Wende in der Verkehrspolitik demonstrieren“, so Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands. “Mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan hat die Bundesregierung dem motorisierten Individualverkehr Priorität eingeräumt und setzt weiterhin auf den ungebremsten Ausbau von Autobahnen und Bundesfernstraßen. Mit der Fahrraddemonstration auf der Autobahn setzen wir ein deutliches Zeichen, dass diese Verkehrspolitik in die klimapolitische Sackgasse führt.“

Seit 1990 sind die Emissionen im deutschen Verkehrsbereich nicht gesunken, heute liegen sie sogar höher als damals. Die Veranstalter gehen davon aus, dass sie die Route der Fahrraddemonstration über ein Teilstück der Autobahn gerichtlich durchsetzen können. Mit der Vertretung vor dem Verwaltungsgericht Köln ist Rechtsanwalt Michael Kniesel beauftragt.

 

Hinweis an die Redaktionen

Die Fahrraddemonstration „Klima schützen – Verkehrswende jetzt!“ startet am 4.11.2017 um 11 Uhr am Kölner Verteilerkreis. Die Veranstalter, darunter der ADFC, VCD Bonn/Rhein-Sieg/Ahr, Greenpeace Köln, BUNDjugend NRW und weitere, erwarten viele hundert Radfahrer*innen, die gemeinsam zur Abschlusskundgebung der „Klima schützen – Kohle stoppen!“ – Demonstration in der Bonner Genscherallee radeln. Die Fahrraddemonstration an sich ist genehmigt, lediglich die Route über ein Teilstück der A555 bisher nicht. Weitere Informationen finden Sie unter: www.klima-kohle-demo.de/fahrrad-demo

Die Demonstration „Klima schützen – Kohle stoppen!“, zu der mehrere Tausend Teilnehmer*innen erwartet werden, beginnt  am 4.11.2017 um 12 Uhr auf dem Münsterplatz in Bonn. Weitere Informationen finden Sie unter: www.klima-kohle-demo.de

NaturFreunde: Dioxine in Altbauten: „ein riesiger Menschenversuch“


Schadstoffe aus Holzschutzmitteln werden nach Dämmung noch gefährlicher

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Berlin, 22.9.2017 – Erneut wurden in einem Wohnhaus erhebliche Dioxinbelastungen gemessen, die aus ehemals verstrichenen Holzschutzmitteln stammen. Das Bremer Umweltinstitut wies in einer Staubprobe eines in den 70er-Jahren erbauten Fertighauses im Landkreis Verden unter anderem 29.100 Pikogramm des extrem gefährlichen Seveso-Dioxins nach. Der EU-Grenzwert für Fleisch liegt bei 1,25 Pikogramm, ein entsprechend verseuchter Erdboden müsste laut Bodenschutzverordnung entsorgt werden.

 

„Allerdings gibt es für die Luft in Innenräumen keine vergleichbaren Grenzwerte“, kritisiert Karl-Jürgen Prull vom Bundesfachbeirat Umweltschutz und Normung der NaturFreunde Deutschlands. „Das Problem betrifft mindestens fünf Millionen Altbauten in Deutschland. Die Bundesregierung und das Umweltministerium sind über die Problemlage informiert, wiegeln jedoch ab und sehen keinen Handlungsbedarf“, so Prull.

 

Zum Hintergrund: Mindestens fünf Millionen Häuser im früheren Westdeutschland mussten zwischen den Jahren 1956 und 1989 nach der damals rechtsverbindlichen Norm DIN 68800 mit bioziden, also lebensabtötenden Holzschutzmitteln behandelt werden. Deren Verwendung führte in den 80er-Jahren im sogenannten Xylamon-Prozess zum größten Umweltstrafverfahren der deutschen Justizgeschichte. Mittlerweile werden diese Häuser gedämmt und damit die aus den Holzschutzmitteln diffundierenden Schadstoffe luftdicht eingekapselt. Der NaturFreunde-Normungsexperte Prull hat bereits mehrere Häuser vom Umweltinstitut Bremen untersuchen lassen und dabei immer wieder extrem hohe Belastungen festgestellt.

 

Der giftigste Stoff, den die Menschheit geschaffen hat

Prull: „All‘ die Häuser, die nach der Norm DIN 68800 mit diesen Holzschutzmitteln behandelt werden mussten, dürften mit großer Sicherheit Sanierungsfälle sein, denn die in den Holzschutzmitteln enthaltenen Schadstoffe wie zum Beispiel Polychlorierte Naphthaline (PCN), Pentachlorphenol (PCP), Lindan oder auch die aus Verunreinigungen stammenden Dioxine gasen noch Jahrzehnte nach der Anwendung in die Raumluft aus und sammeln sich zum Beispiel in Stäuben und in Teppichen.“

 

Das Seveso-Dioxin gilt als der giftigste Stoff, den die Menschheit geschaffen hat. Auch PCP, PCN und Lindan sind für die menschliche Gesundheit extrem schädlich und können bei langfristiger Belastung zu Leber-, Nieren- und Knochenmarkschäden führen. Lindan ist zudem krebserregend und steht auch im Verdacht, Veränderung der inneren Organe, der Blutbildung, Multiple Sklerose oder Nervenschädigungen auslösen zu können.

 

„Die Bundesregierung weiß weder, welche Auswirkungen Dioxine in Holzschutzmitteln auf die Gesundheit der Bewohner betroffener Räume haben, noch plant sie entsprechende Forschungsprojekte“, kritisiert Prull. Das Universitätsklinikum Freiburg hat bereits skizziert, wie verstorbene Krebs-, Parkinson- oder Multiple-Sklerose-Patienten auf Dioxine aus Holzschutzmitteln untersucht werden könnten, doch das Forschungsprojekt liegt auf Eis.

 

„Die Bundesregierung müsste die Bevölkerung dringend vor möglichen Gefahren durch die Dioxinbelastung in Holzschutzmitteln warnen, tut es aber nicht. Was hier läuft, ist nichts anderes als ein riesiger unbegleiteter Menschenversuch“, so Prull.

Erdüberlastungstag: Am 2. August sind natürliche Ressourcen aufgebraucht

Gemeinsame Pressemitteilung: INKOTA, Germanwatch, BUNDjugend, FairBindung, Naturschutzjugend (NAJU)

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Erdüberlastungstag: Am 2. August sind natürliche Ressourcen aufgebraucht: Rechnerisch 1,7 Erden zur Deckung des weltweiten Jahresbedarfs nötig

[Berlin, 27. Juli 2017] – Am kommenden Mittwoch ist der sogenannte Erdüberlastungstag. An diesem Tag sind die gesamten nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde für dieses Jahr verbraucht, die der Weltbevölkerung rechnerisch zur Verfügung stünden, wenn sie nur so viel nutzen würde, wie sich im selben Zeitraum regeneriert. Der globale Erdüberlastungstag ist im Vergleich zum Vorjahr erneut um sechs Tage nach vorn gerückt, die Überlastung nimmt also weiterhin zu. Am Mittwoch wollen mehrere Organisationen mit einer kreativen Aktion vor dem Brandenburger Tor die nächste Bundesregierung deshalb auffordern, sich für konkrete Maßnahmen zur Senkung des Ressourcenverbrauchs einzusetzen.

Ein leerer Einkaufswagen rattert über das Pflaster. Ein großes Banner zeigt die Webseite eines Online-Versandhandels. Darauf ist eine Erdkugel abgebildet. Daneben steht „Die Erde (Unikat)“ und in roten Lettern „nicht verfügbar – Ab 1.1.2018 wieder lieferbar“. Mit dieser Aktion wollen die Organisationen INKOTA, Germanwatch, BUNDjugend, FairBindung und Naturschutzjugend (NAJU) gemeinsam auf den Erdüberlastungstag und seine Folgen aufmerksam machen.

„Die Erde ist kein Online-Shop mit scheinbar unbegrenztem Angebot. Jetzt ist der Laden leer. Alles, was wir ab heute verbrauchen, ist Diebstahl an künftigen Generationen. Es ist Aufgabe der Politik, das zu verhindern“, sagt Christoph Röttgers von der Naturschutzjugend. „Die Übernutzung der ökologischen Ressourcen ist die Konsequenz unseres nicht hinterfragten ökonomischen Wachstumsmodells. Doch grenzenloses Wirtschaftswachstum ist auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen nicht möglich“, fügt Robin Stock von FairBindung hinzu.

„Vor allem in den Bereichen Verkehr, Energieversorgung und Landwirtschaft ist Deutschland alles andere als ein umweltbewusster Vorreiter. Das muss sich dringend ändern, damit wir die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erreichen können“, betont Lena Michelsen vom entwicklungspolitischen INKOTA-netzwerk.

Johanna Kusch von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch fordert: „Die künftige Bundesregierung sollte verbindliche und messbare Ziele zur Reduktion des absoluten Ressourcenverbrauchs festschreiben und dann für die konsequente Umsetzung sorgen – insbesondere auch gegenüber Unternehmen. Die CO2-Emissionen in Deutschland müssen nach Jahren der Stagnation endlich wieder sinken.“ Kira Heinemann von der Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUNDjugend) ergänzt: „Wir leben und wirtschaften ungehemmt zulasten der Menschen im Globalen Süden und künftiger Generationen.“

Um den weltweiten Bedarf an natürlichen Ressourcen wie Wälder, Ackerland und Fischgründe zu decken, bräuchte die Weltbevölkerung rechnerisch 1,7 Erden. Würden alle Länder der Welt so wirtschaften wie Deutschland, wären sogar 3,2 Planeten nötig. Hierzulande tragen die CO2-Emissionen sowie der Verbrauch von Ackerland und Waldflächen am meisten zum enormen ökologischen Fußabdruck bei.
Zum Hintergrund

Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Tag, an dem die Erdüberlastung erreicht ist (Earth Overshoot Day). Dabei werden zwei rechnerische Größen gegenübergestellt: zum einen die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen, zum anderen der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Lebewesen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise verbrauchen.

Aktion zum Erdüberlastungstag in Berlin (für Bildaufnahmen und Interviews geeignet):

Wann: Mittwoch, 02.08.2017, 10 Uhr
Wo: Auf dem Pariser Platz, vor dem Brandenburger Tor, Berlin
Fotos von der Aktion (verfügbar ab 02.08., ca. 13 Uhr)

Weitere Informationen:

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