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Beiträge mit Schlagwort ‘Berlin’

Alle menschlichen Gebeine aus kolonisierten Gebieten müssen überprüft und zur Rückgabe bereitgestellt werden

Berlin Postkolonial e.V.
PRESSEMITTEILUNG
02.08.2017

postkolonial lumumba
Berliner Postkolonial e.V. begrüßt die von DPA berichtete Entscheidung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), die Herkunft der vom Berliner Völkerkundemuseum gesammelten und beforschten Gebeine von Menschen aus der ehemaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ zu überprüfen und dann den Nachfahren in Ruanda und Tansania zur Rückgabe anzubieten.
Wir betrachten diesen Schritt als wichtigen Erfolg unserer jahrelangen Proteste gegen die weitere Aufbewahrung und Beforschung der menschlichen Überreste von Opfern des
deutschen und europäischen Kolonialismus.

Zugleich möchten wir darauf hinweisen, dass
1. neben der SPK auch die Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte (BGAEU) im Besitz von Tausenden Gebeinen Kolonisierter ist (Rudolf-Virchow-Sammlung)
2. die SPK und die BGAEU über zahlreiche weitere menschliche Gebeine aus anderen deutschen und europäischen Kolonien verfügen
Wir fordern beide Einrichtungen nachdrücklich dazu auf, auch die Herkunft dieser Bestände zu überprüfen, die Herkunftsgesellschaften der Verschleppten zu informieren und Rückgaben möglich zu machen.

Mnyaka Sururu Mboro:
„Ich kann noch nicht recht glauben, dass die SPK die Gebeine unserer Vorfahren nun wirklich zurückgeben wird. Die SPK hat die Schädel und Skelette seit fünf Jahren in ihrem Depot liegen und uns immer wieder vertröstet. Sollte es nun tatsächlich zu einer Überführung kommen, wird die Bundesregierung sie hoffentlich nicht ohne eine Entschuldigung übergeben. Wir haben das Unrecht, das uns und unseren Vorfahren angetan wurde, nicht vergessen.“

Stiftung Preußischer Kulturbesitz muss endlich einen offenen Dialog über den Umgang mit angeeigneten Objekten und Gebeinen führen

NGO-Bündnis „No Humboldt 21!“

Pressemitteilung vom 24.07.2017
Humboldt Forum raus aus dem Luftschloss: Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz muss endlich einen offenen Dialog über den Umgang mit angeeigneten Objekten und Gebeinen führen

postkolonial lumumba
Bénédicte Savoy hat den internationalen Expert*innenbeirat verlassen und Kritik am Humboldt Forum und seinem dialogscheuen Management geübt. „No Humboldt 21!“ begrüßt den konsequenten Schritt und erneuert seine Forderung, vor der Ausstellung von Objekten aus europäischen Kolonien das Einverständnis der Herkunftsgemeinschaften einzuholen und menschliche Gebeine zurückzugeben. Das von mehr als 80 migrationsgesellschaftlichen Organisationen im In- und Ausland getragene Kampagnenbündnis http://www.no-humboldt21, das schon seit der Grundsteinlegung 2013 ein Moratorium fordert, begrüßt den Austritt der Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy aus dem internationalen Beirat des Humboldt Forums. Die Expertin hat in ihrem Interview  in der Süddeutschen Zeitung vom 20.7.2017 berechtigte Grundsatzkritik am postkolonialen Prestigeprojekt der Bundesrepublik geäußert. Ihr Protest – u.a. gegen das Ausbleiben einer engagierten und transparenten Provenienzforschung sowie gegen eine mangelhafte Diskussionskultur – sollte ernstgenommen werden.

Die Fassungslosigkeit des Gründungsintendanten Horst Bredekamp, seine absurde Beschwerde über die angeblich nur „deutsche Diskussion, die zunehmend enervierend“ wäre und die kategorische Zurückweisung aller Kritikpunkte Savoys durch die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss bezeugen genau das, was wir seit Jahren monieren: das staatstragende topdown-Projekt ist an einer öffentlichen Debatte alles andere als interessiert.

Vor allem – so der Gründungsintendant – möge doch nicht immer wieder, „allein und vornehmlich die Kolonialzeit in den Mittelpunkt“ gestellt werden. Im Falle von Brüssel oder Paris wäre das angebracht, aber für Berlin würde der Kolonialismus doch nur 34 der 460 Jahre Sammlungsgeschichte ausmachen!

Eine solche Argumentation ist eines renommierten Historikers unwürdig. Sie entzieht sich auf unlautere Art der geschichtlichen Verantwortung und verschweigt, dass das Humboldt Forum ohne die 600jährige Unrechtsherrschaft des europäischen Kolonialismus für immer ein leerer Kasten bliebe. Sie suggeriert, dass Objekte aus den Kolonialreichen anderer europäischer Länder per se rechtmäßig erworben wären. Und sie verschweigt, dass die „kurze Zeit“ der deutschen Kolonialherrschaft auch die Hochzeit der ethnografisch-anthropologischen Sammelwut der Berliner Museen war.

Das Humboldt Forum, das meint, uns die Welt erklären zu können, hat sich sein Luftschloss aus großspurig-selbstherrlichen Phrasen längst gebaut. Die Macher bezeichnen die erst von der Zivilgesellschaft eingeforderte Provenienzforschung als die „DNA der Institution“, obwohl es bis heute keine öffentliche Diskussion der Forschungsergebnisse, keine breitenwirksame Publikation oder Ausstellung zur Erwerbsgeschichte der Kulturschätze gibt. Schlimmer noch: Ungeachtet der wiederholten Versprechungen durch den Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist bislang nicht ein einziges der fast 8,000 menschlichen Gebeine, die für rassistische Forschungszwecke nach Berlin gebracht wurden, zur Rückführung vorbereitet worden. Weil für eine systematische Provenienzforschung keine Gelder zur Verfügung gestellt werden, liegen die sterblichen Überreste der Kolonisierten schon seit sechs Jahren unangetastet in den Schuhkartons der SPK.

Seit Jahren vermeiden die Sammlungsverantwortlichen die breite öffentliche Diskussion über diese zentralen, für sie heiklen Themen. Nun wird die eindringliche Warnung des Beiratsmitglieds George Abungu aus Kenia – „If you don’t do it with us, you do it against us!“ – kurzerhand zum immer schon geltenden Credo des Humboldt Forums erklärt. Er selbsthatte beim letzten öffentlichen Auftritt des internationalen Beirats in Berlin keine zehn Minuten Redezeit. Die angekündigte Abschlussdebatte mit dem Publikum fiel aus. Mnyaka Sururu Mboro vom Bündnis „No Humboldt 21!“: „Genau 100 Jahre nach dem Ende der deutschen Kolonialherrschaft will Deutschland den 600-Millionen-Palast der brandenburgisch-preußischen Kolonialherrscher eröffnen. Anstatt sich endlich für den Genozid an den Herero und Nama und für den nicht weniger verheerenden Maji Maji-Krieg in Tansania zu entschuldigen und Wiedergutmachung zu leisten, will es sich mit fremden Schätzen erneut als global bedeutende Kulturnation inszenieren. Bénédicte Savoy gebührt Respekt. Sie weiß, dass sich das nicht gehört. Deutschland muss Ritualobjekte und menschliche Gebeine den Herkunftsgesellschaften zur Rückgabe anbieten. Beutekunst darf im Humboldt Forum nur mit dem Einverständnis der rechtmäßigen Besitzer ausgestellt werden.“
Mehr: http://www.no-humboldt21.de
Video: https://www.youtube.com/watch?v=gQKf0utEM88
Fotos: http://www.photographers-in-solidarity.org/category/afrika/

Eckpunkte fur eine Demokratisierung der Berliner Stadtwerke

Pressemitteilung vom 20.07.2017

energietisch volksbegehren - Kopie

Die Berliner Stadtwerke wollen in den nächsten Jahren Zehntausende neuer Kund*innen gewinnen und zum wichtigsten Energiewende-Akteur in Berlin aufsteigen.

In einem heute veröffentlichten Eckpunktepapier zur Demokratisierung der Berliner Stadtwerke fordert der Berliner Energietisch, dass ein Wachstum des Unternehmens mit einem Ausbau von Bürgerpartizipation und weitreichenden Transparenzregelungen einhergehen muss.

Christine Kühnel, Sprecherin des Berliner Energietisches, erklärt hierzu: „Während das Engagement für Mieterstrommodelle zu begrüßen ist, gibt es bei der demokratischen Kontrolle der Stadtwerke noch Nachholbedarf. Der Beirat der Stadtwerke muss öffentlich tagen und echte Mitwirkungs- und Entscheidungsrechte erhalten. Die Berliner*innen sollten ebenfalls über ein Initiativrecht verfügen, um an Richtungsentscheidungen der Stadtwerke mitwirken zu können.

Eric Häublein, Sprecher des Berliner Energietisches, ergänzt hierzu: „Die Berliner Stadtwerke würden davon profitieren, wenn sie in einen aktiven Dialog mit der Berliner Stadtbevölkerung treten. Beispielsweise könnten jährliche Versammlungen durchgeführt werden, um Angelegenheiten der Stadtwerke mit den Bürger*innen zu erörtern. Allerdings muss auch der Berliner Senat dazu beitragen, dass die kommunalen Unternehmen der Stadt transparenter und partizipationsfreundlicher werden. Der vom Senat eingesetzte Ausschuss für Bürgerpartizipation sollte hierzu klare Richtlinien für eine echte demokratische Kontrolle der Berliner Unternehmen aufstellen.“

Das Eckpunktepapier zur Demokratisierung der Berliner Stadtwerke finden Sie hier:

http://berliner-energietisch.net/images/Eckpunkte-Demokratische– Kontrolle-Stadtwerke-Berlin.pdf

Gesellschaftsbild und Entfremdung: Die unverarbeitete Komplexität der Moderne

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  • Wann:  Freitag, 21.07.2017
  • Zeit: 19:00 Uhr
  • Wo: NaturFreunde BerlinParetzer Str. 7, 10713 Berlin (S-. und U-Bahnhof Heidelberger Platz)
  • Veranstalter: NaturFreunde Berlin

 

 

Das facettenreiche Unbehagen an der Moderne hat seine Ursachen darin, dass die Menschen im Allgemeinen von einem Gesellschaftsbild ausgehen, das den Verhältnissen nicht mehr gerecht wird.

 

Handeln mit Bezug auf die Gesellschaft ist daher von Misserfolgen bedroht und frustrierend. Von diesem Alp entlastet sich die Mehrheit durch den Rückzug ins Private. Zwar ist es aus prinzipiellen Gründen nicht möglich, die Totalität der Gesellschaft abzubilden. Aber es lässt sich zeigen, dass die vorherrschende Vorstellung eines primär hierarchisch organisierten Systems nicht mehr angemessen ist.

Mit dem hierarchischen Gesellschaftsbild veralten auch die emanzipatorischen Utopien von Gleichheit, Demokratie und Solidarität. Sein Verblassen kann aber keinen wirklichen Ersatz finden denn in einem besseren Gesellschaftsbild. Es sei denn, man verabschiedet sich vom gesellschaftlich handelnden, bewussten Subjekt und akzeptiert Drift und Surrogate als Lebensmodus.

 

Referent: Thomas Kilian
Thomas Kilian ist Soziologe, Rechtshistoriker und Journalist.

http://thomaskilian1966.wordpress.com/das-aktuelle-buch

 

 

Wissenschaft konkret
Viele im weiten Spektrum der NaturFreunde haben im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Ausbildung Bachelor- oder Masterarbeiten, Doktorarbeiten oder interessante Hausarbeiten geschrieben. Diese haben sehr häufig hochinteressante Themengebiete bearbeitet, die auch für viele, die nicht in dieser wissenschaftlichen Disziplin gearbeitet hatten, einen spannenden Erkenntnisgewinn bringen können.

In der Reihe „Wissenschaft konkret“ wollen wir solche Arbeiten vorstellen, gemeinsam diskutieren und anschließend in gemütlicher Runde den Abend ausklingen lassen.

 

In der Reihe werden in loser Folge weitere Arbeiten vorstellen.

Ort/Unterkunft/Treffpunkt:
NaturFreunde BerlinParetzer Str. 7, 10713 Berlin

Wissenschaft konkret: Auf dem Weg zum grünen Kapitalismus? Energiewende nach Fukushima

Freitag 23.06.2017

  • Ort: NaturFreunde Berlin, Paretzer Str. 7, 10713 Berlin (U- und S- Bahnhof Heidelberger Platz)
  • Uhrzeit: 19.00 Uhr
  • Verantwortlicher: NaturFreunde Berlin

Wissenschaft konkret: Vortrag: Auf dem Weg zum grünen Kapitalismus? Energiewende nach Fukushima

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 war für Bundeskanzlerin Merkel der Anlass, dem Druck der Anti-Atom-Bewegung nachzugeben und mit dem Atomausstieg die sogenannte Energiewende und damit eine tiefgreifende ökologische Modernisierung einzuleiten. Heute wird ein »grüner Kapitalismus« als Ausweg aus den vielfältigen Krisen propagiert. Angesichts einer labilen Weltwirtschaft, wachsender sozialer Ungleichheit auch innerhalb Europas, des fortschreitenden Klimawandels und sich zuspitzender gesellschaftlicher Konflikte könnte die Ökologisierung der Wirtschaft zum Entwicklungsmotor einer neuen gesellschaftlichen Epoche werden.
Aber wurde mit der Wende nach Fukushima tatsächlich ein grundlegender Umbau unseres Energiemodells auf den Weg gebracht? Und wie ist es Merkel gelungen den Atomkonflikt zu befrieden und ihn sogar zur Stabilisierung ihrer eigenen Macht zu nutzen? Sind die Entwicklungen in der deutschen Energiepolitik sogar ein Hinweis darauf, dass sich der grüne Kapitalismus weltweit durchsetzen könnte? Und nicht zuletzt: Wie müsste eine emanzipatorische Linke auf diese Veränderungen antworten?

Referent: Dr. Hendrik Sander

Dr. Hendrik Sander ist Politikwissenschaftler und lebt in Berlin. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind marxistische Staats- und Hegemonietheorie, gesellschaftliche Naturverhältnisse und Energiepolitik. Er ist mit Attac und der Interventionistischen Linken in der Klimabewegung aktiv. Publikationen u.a.: »Die Zukunft von Attac. Stärken, Probleme, Handlungsoptionen« (herausgegeben von der Rosa-Luxemburg-Stiftung); »Power to the People! Den Stromkonzernen den Stecker ziehen« (zusammen mit Chris Methmann und Jutta Sundermann, AttacBasisText 31).

Wissenschaft konkret
Viele im weiten Spektrum der NaturFreunde haben im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Ausbildung Bachelor- oder
Masterarbeiten, Doktorarbeiten oder interessante Hausarbeiten geschrieben. Diese haben sehr häufig hochinteressante Themengebiete bearbeitet, die auch für viele, die nicht in dieser wissenschaftlichen Disziplin gearbeitet hatten, einen spannenden Erkenntnisgewinn bringen können.

In der Reihe „Wissenschaft konkret“ wollen wir solche Arbeiten vorstellen, gemeinsam diskutieren und anschließend
in gemütlicher Runde den Abend ausklingen lassen.

In der Reihe werden wir in loser Folge weitere Arbeiten vorstellen.

Treffen Marxistisches Forum am 16.06.2017

 Karl-Marx

Liebe Genossinnen und Genossen,

 

heute wollen wir Euch zum nächsten Treffen des Marxistischen Forums einladen.

 

Wir treffen uns:

 

Freitag, 16.06.2017

16.00 Uhr

Berlin, Karl-Liebknecht-Haus, Raum 1,

 

Thema: „Der Bundesparteitag der Partei DIE LINKE. Eine Einschätzung aus marxistischer Sicht“

Einführung: Ellen Brombacher

 

Über Eure Teilnahme freuen wir uns.

 

Mit sozialistischen Grüßen.

 

 

Sprecherkreis des MF

Ehrung von drei Persönlichkeiten des afrikanischen Widerstands im „Lern-und Erinnerungsort Afrikanisches Viertel“ in Berlin-Mitte

NGO Alliance „Decolonize Berlin“

 

PRESSEMITTEILUNG / PRESS RELEASE (English version below)

 

31.05.2017

 

postkolonial lumumba 

Das Bezirksamt von Berlin-Mitte und die von ihm einberufene, mehrheitlich afrikanische bzw. Schwarze Auswahljury haben Alternativvorschläge für die zwischen 1902 und 1939 nach den drei Begründern der deutschen Kolonien in Afrika Adolf Lüderitz, Gustav Nachtigal und Carl Peters benannten Straßen/Plätze im zukünftigen „Lern- und Erinnerungsort Afrikanisches Viertel“ eingebracht.

 

Mit Ana Nzinga (1583-1663), Yaa Asantewaa (ca.1840-1921) und Martin Dibobe (1876-ca.1921) sind dabei drei herausragende Persönlichkeiten des afrikanischen Widerstandes gegen die koloniale Unrechtsherrschaft Portugals in Angola, Großbritanniens in Ghana bzw. Deutschlands in Kamerun in die erste Wahl genommen worden.

 

Tahir Della, Jurymitglied für die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD: „Wir begrüßen die von der Jury erarbeiteten Vorschläge, vor allem aber freuen wir uns über die Wahl des prominenten Deutsch-Kameruners Martin Dibobe. Der Zugführer bei der Stadtbahn hat 25 Jahre in Berlin gelebt und sich 1919 ganz entschieden für die Gleichberechtigung der Menschen in und aus den deutschen Kolonien in Afrika eingesetzt. Es wäre ein Zeichen der historischen Gerechtigkeit, wenn Martin Dibobe aus Kamerun den Begründer der Kolonie Kamerun und bisherigen Namensgeber des Nachtigalplatzes, Gustav Nachtigal, ersetzen würde.“

 

In einem Offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller haben bundesweit mehr als 50 Organisationen und Institutionen den Berliner Senat und das Bezirksamt von Berlin-Mitte dazu aufgefordert, auch die bereits 1986 ohne Namensänderung „umgewidmete“ Petersallee zu Ehren einer afrikanischen Persönlichkeit umzubenennen.

 

Christian Kopp von Berlin Postkolonial: „Mit der Petersallee haben die Nazis einen rassistischen Massenmörder geehrt, der am Kilimanjaro in Tansania bis heute als mkono wa damu (Hand mit Blut) und in Deutschland als ‚Hängepeters’ bekannt ist. Wie könnten wir bei unseren kritischen Stadtführungen durch den entstehenden, europaweit einzigartigen ‚Lern- und Erinnerungsort Afrikanisches Viertel’ das Festhalten an einem solchen Straßennamen erklären?“ 

 

Offener Brief zur Umbenennung der Petersallee:

http://www.berlin-postkolonial.de/cms/index.php/9-news/kurzmeldungen/124-offener-brief-petersallee

 

Kontakt:

Tahir Della (ISD-Bund): tahirdella(at)isdonline.de, 01525 421 7327

Christian Kopp (Berlin Postkolonial), buero(at)berlin-postkolonial.de, 01799 100 976

 

 

+++English Version +++

 

Berlin-Mitte to change three colonial street names to honour African anti-colonial figures

 

The district authority of Berlin-Mitte and a selected jury composed of a majority of African or Black members have introduced alternative names for two streets and a square which, until today, have celebrated the founders of Germany’s former colonies on the African continent: Adolf Lüderitz, Gustav Nachtigal and Carl Peters. These renamings are the stepping stones of a future “site of memory” in Berlin’s so-called “African Quarter.”

 

Ana Nzinga (1583-1663), Yaa Asantewaa (ca.1840-1921) and Martin Dibobe (1876-ca.1921) are three exemplary figures that best represent African resistance to colonial rule and oppression, respectively against Portugal in Angola, Britain in Ghana, and Germany in Cameroon. These are the jury’s first choice for the ongoing renaming process.

 

Tahir Della, jury member representing the ISD (Initiative of Black People in Germany) acclaims this effort: “We welcome the jury’s proposal and, above all, we fervently support the choice for notorious German-Cameroonian Martin Dibobe. This train conductor for the suburban railway lived in Berlin for 25 years. From 1919 onwards, he actively campaigned for the equality and the rights of African people in former German colonies and those employed in Germany. If Martin Dibobe replaces the founder of the German colonial territory in Cameroon, Gustav Nachtigal, the renaming of this square (Nachtigalplatz) will become a symbol of historical justice.”

 

In an open letter to the current Berlin mayor Michael Müller, fifty organisations and institutions throughout Germany have asked the Berlin senate and the district authority to opt for an apparent change in the case of the Petersallee. Although no street sign was put down, an invisible renaming from Carl Peters to Hans Peters already took place in 1986. The initiative calls for a visible renaming that would honour an eminent African figure.

 

Christian Kopp, founding member of Berlin Postkolonial, reveals that “the Nazis deliberately chose to celebrate a racist mass murderer when they designed the Petersallee (“Peters Avenue”) in 1939. Carl Peters is still known in the Kilimanjaro region in Tanzania as mkono wa damu, ‘the bloody hand,’ and in Germany, he was nicknamed Hängepeters, ‘Peters who hangs.’ When we do critical guided tours and lead visitors through this unique cityscape loaded with the memory of colonialism, how can we explain to our guests the stubbornness to cling to such figures in the public sphere?”

 

Open letter for the renaming of the Petersallee (in German):

http://www.berlin-postkolonial.de/cms/index.php/9-news/kurzmeldungen/124-offener-brief-petersallee

 

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