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Beiträge mit Schlagwort ‘INKOTA’

INKOTA: Prüfung von Bayer-Monsanto-Fusion: EU muss jetzt den Deal stoppen

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[Berlin, 22. August 2017] – Heute ist die Prüfungsfrist für die Übernahme des US-Konzerns Monsanto durch die deutsche Bayer AG auf EU-Ebene ausgelaufen. Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat Bedenken, dass die Übernahme den Wettbewerb beeinträchtigen könnte. Deswegen unterzieht sie die Fusion in den folgenden 90 Arbeitstagen einer vertieften Prüfung. INKOTA teilt die Bedenken und fordert Frau Vestager auf, zum Schutz der Umwelt sowie der kleinbäuerlichen Landwirtschaft die Fusion abzulehnen.

„Die Bedenken der EU-Wettbewerbskommissarin sind absolut berechtigt. Denn zusammen würden Bayer und Monsanto weltweit fast 16 Prozent des Saatguts und knapp 24 Prozent des Pestizidmarktes kontrollieren“, warnt Lena Michelsen vom entwicklungspolitischen INKOTA-netzwerk. Diese Machtkonzentration schade nicht nur der Umwelt, sondern ginge vor allem auch zu Lasten von Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika. „Unsere vielfältigen Proteste haben dazu beigetragen, dass Brüssel nun mit der Genehmigung zögert. Die Gefahren eines immer stärker konzentrierten Saatgut- und Pestizidsektors sind in der Öffentlichkeit angekommen“, so Michelsen weiter.

Neben Preissteigerungen bei Saatgut befürchtet INKOTA, dass durch die Bayer-Monsanto-Fusion künftig noch mehr Gentechnik und Pestizide auf den globalen Äckern und damit auf unseren Tellern landen würden. Außerdem könne der Zugang zu traditionellem, lokal angepasstem Saatgut vor allem für Kleinbauern und –bäuerinnen im globalen Süden weiter eingeschränkt werden. Damit würde die Ernährungssicherheit in ohnehin schon von Hunger betroffenen ländlichen Regionen zusätzlich bedroht.

Die EU-Wettbewerbskommission fürchtet, dass die 66 Milliarden US-Dollar schwere Fusion zwischen Bayer und Monsanto den Wettbewerb im Saatgut- und Pestizidsektor einschränken und somit zu höheren Preisen, sinkender Innovation und geringerer Qualität führen könnte. Daher hat Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager heute in Brüssel angekündigt, eine vertiefte Prüfung einzuleiten. Frühstens im Dezember wird eine endgültige Entscheidung erwartet. Da weltweit insgesamt 30 Kartellbehörden zustimmen müssen und bisher nur ein Drittel grünes Licht gegeben hat, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Bayer-Chef Werner Baumann sein Ziel erreicht, die Fusion bis Ende des Jahres abzuwickeln.

 

Weitere Informationen:

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Erdüberlastungstag: Am 2. August sind natürliche Ressourcen aufgebraucht

Gemeinsame Pressemitteilung: INKOTA, Germanwatch, BUNDjugend, FairBindung, Naturschutzjugend (NAJU)

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Erdüberlastungstag: Am 2. August sind natürliche Ressourcen aufgebraucht: Rechnerisch 1,7 Erden zur Deckung des weltweiten Jahresbedarfs nötig

[Berlin, 27. Juli 2017] – Am kommenden Mittwoch ist der sogenannte Erdüberlastungstag. An diesem Tag sind die gesamten nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde für dieses Jahr verbraucht, die der Weltbevölkerung rechnerisch zur Verfügung stünden, wenn sie nur so viel nutzen würde, wie sich im selben Zeitraum regeneriert. Der globale Erdüberlastungstag ist im Vergleich zum Vorjahr erneut um sechs Tage nach vorn gerückt, die Überlastung nimmt also weiterhin zu. Am Mittwoch wollen mehrere Organisationen mit einer kreativen Aktion vor dem Brandenburger Tor die nächste Bundesregierung deshalb auffordern, sich für konkrete Maßnahmen zur Senkung des Ressourcenverbrauchs einzusetzen.

Ein leerer Einkaufswagen rattert über das Pflaster. Ein großes Banner zeigt die Webseite eines Online-Versandhandels. Darauf ist eine Erdkugel abgebildet. Daneben steht „Die Erde (Unikat)“ und in roten Lettern „nicht verfügbar – Ab 1.1.2018 wieder lieferbar“. Mit dieser Aktion wollen die Organisationen INKOTA, Germanwatch, BUNDjugend, FairBindung und Naturschutzjugend (NAJU) gemeinsam auf den Erdüberlastungstag und seine Folgen aufmerksam machen.

„Die Erde ist kein Online-Shop mit scheinbar unbegrenztem Angebot. Jetzt ist der Laden leer. Alles, was wir ab heute verbrauchen, ist Diebstahl an künftigen Generationen. Es ist Aufgabe der Politik, das zu verhindern“, sagt Christoph Röttgers von der Naturschutzjugend. „Die Übernutzung der ökologischen Ressourcen ist die Konsequenz unseres nicht hinterfragten ökonomischen Wachstumsmodells. Doch grenzenloses Wirtschaftswachstum ist auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen nicht möglich“, fügt Robin Stock von FairBindung hinzu.

„Vor allem in den Bereichen Verkehr, Energieversorgung und Landwirtschaft ist Deutschland alles andere als ein umweltbewusster Vorreiter. Das muss sich dringend ändern, damit wir die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erreichen können“, betont Lena Michelsen vom entwicklungspolitischen INKOTA-netzwerk.

Johanna Kusch von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch fordert: „Die künftige Bundesregierung sollte verbindliche und messbare Ziele zur Reduktion des absoluten Ressourcenverbrauchs festschreiben und dann für die konsequente Umsetzung sorgen – insbesondere auch gegenüber Unternehmen. Die CO2-Emissionen in Deutschland müssen nach Jahren der Stagnation endlich wieder sinken.“ Kira Heinemann von der Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUNDjugend) ergänzt: „Wir leben und wirtschaften ungehemmt zulasten der Menschen im Globalen Süden und künftiger Generationen.“

Um den weltweiten Bedarf an natürlichen Ressourcen wie Wälder, Ackerland und Fischgründe zu decken, bräuchte die Weltbevölkerung rechnerisch 1,7 Erden. Würden alle Länder der Welt so wirtschaften wie Deutschland, wären sogar 3,2 Planeten nötig. Hierzulande tragen die CO2-Emissionen sowie der Verbrauch von Ackerland und Waldflächen am meisten zum enormen ökologischen Fußabdruck bei.
Zum Hintergrund

Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Tag, an dem die Erdüberlastung erreicht ist (Earth Overshoot Day). Dabei werden zwei rechnerische Größen gegenübergestellt: zum einen die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen, zum anderen der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Lebewesen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise verbrauchen.

Aktion zum Erdüberlastungstag in Berlin (für Bildaufnahmen und Interviews geeignet):

Wann: Mittwoch, 02.08.2017, 10 Uhr
Wo: Auf dem Pariser Platz, vor dem Brandenburger Tor, Berlin
Fotos von der Aktion (verfügbar ab 02.08., ca. 13 Uhr)

Weitere Informationen:

Aktionspreis SPITZE NADEL gegen die dunkle Seite der Modeindustrie geht in die zweite Runde

[Pressemitteilung INKOTA-netzwerk e.V. und cum ratione]

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Berlin, 10. Oktober 2016 – INKOTA und die cum ratione gGmbH loben zum zweiten Mal den mit 10.000 Euro dotierten Aktionspreis SPITZE NADEL aus. Damit werden innovative und öffentlichkeitswirksame Aktionen gefördert, die sich gegen die Missstände der Modeindustrie stark machen und die miserablen Zustände in den Gerbereien, Schuh- und Textilfabriken weltweit anprangern.

Für den Preis die SPITZE NADEL können sich alle Gruppen bewerben, die sich mit Aktionen für Menschenrechte und menschenwürdige Arbeit einsetzen. Die SPITZE NADEL will Ereignisse wie Rana Plaza, Tazreen und Ali Enterprises nicht vergessen lassen. Es bedarf noch vieler Veränderungen, damit das globale Geschäft Fashion sauber wird. Aktionen, die im Zeitraum vom 1. März 2016 bis 30. April 2017 stattgefunden haben, können eingereicht werden.
„Dass Arbeiter*innen in den Textil- und Schuhfabriken unter miserablen Bedingungen unsere Kleidung und Schuhe herstellen, ist untragbar. Dagegen müssen wir aktiv werden“ sagt Kerstin Haarmann, Geschäftsführerin von cum ratione.  „Wir möchten mit der Auslobung des Preises SPITZE NADEL zeigen, dass wir Menschenrechtsverletzungen am Arbeitsplatz nicht länger hinnehmen.“

Arbeitsrechtverletzungen noch immer die Regel
Neuste Rechercheergebnisse aus Gerbereien und Schuhfabriken in Indien zeigen wieder einmal gravierende Arbeitsrechtverletzungen auf. „Die Löhne der Arbeiter*innen liegen weit unter einem existenzsichernden Niveau und auch im Bereich der sozialen Absicherung sowie Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sieht es düster aus“, betont Lena Janda von INKOTA. „Geht es um die Durchsetzung von Rechten, so haben die Arbeiter*innen keinesfalls starke Gewerkschaften zur Seite. Verbot von Gewerkschaften, Diskriminierung sowie Ausbeutung aufgrund traditioneller Geschlechter- und Kastennormen sind Teilursache für die katastrophalen, unhaltbaren Zustände“, so Janda.

Politik und Unternehmen müssen handeln
„Unternehmen und Politik dürfen ihre Augen vor Menschenrechtsverletzungen nicht länger verschließen. Es ist höchste Zeit, dass Menschen und Umwelt mehr zählen als Profite“, so Haarmann. Um die Situation der Arbeiter*innen zu verbessern, brauche es dringend strukturelle Veränderungen. „Deshalb fordern wir eine Verschärfung der Haftungsregelung für die Modeunternehmen. Aber auch die Verbraucher*innen müssen durch einen bewussten Einkauf Druck auf Unternehmen und Politik erhöhen“, erklärt Haarmann.

Aus diesem Grund fördern INKOTA und die cum ratione gGmbH innovative und öffentlichkeitswirksame Aktionen, die sich gegen die dunkle Seite der Modeindustrie stark machen. Der Preis SPITZE NADEL soll Aktionsgruppen und Menschen in Deutschland motivieren, gegen die untragbaren Zustände aufzubegehren.
Bei der erstmaligen Verleihung des Aktionspreises wurden gleich 3 Gruppen für ihre Aktionen ausgezeichnet. Die Gruppe DIES IRAE zum Beispiel hatte den Textil-Discounter PRIMARK mittels einer gefälschten Stellenanzeige öffentlich angeprangert.

Weitere Informationen:
Ausschreibung SPITZE NADEL 2017 und Bewerbungsformular
Pressemitteilung als PDF

INKOTA: Recherchen belegen: Rechte von ArbeiterInnen mit Füßen getreten – auch in Europa

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[Bonn/Berlin, 04.07.2016] – ArbeiterInnen in mittel- und südosteuropäischen Schuhunternehmen leiden unter Hungerlöhnen. Zugleich verschließt die Schuh- und Lederindustrie die Augen vor Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen weltweit. Das zeigen zwei neue Studien der Kampagne Change Your Shoes. Besonders erschreckend: ArbeiterInnen in Albanien, Mazedonien und Rumänien stellen „deutsche“ Schuhe oft zu noch niedrigeren Löhnen her als ArbeiterInnen in China.

„Made in Europe“ soll für Qualität und faire Arbeitsbedingungen stehen. Der Bericht Harte Arbeit für wenig Geld der Kampagne Change Your Shoes zeigt erstmals auf, dass in der europäischen Schuh- und Lederindustrie davon keine Rede sein kann. Die Recherchen rücken die prekären Arbeitsbedingungen in Schuhfabriken in Mittel- und Südosteuropa in den Fokus. Rund 200.000 Menschen sind in den untersuchten Ländern Albanien, Bosnien-Herzegowina, Polen, Rumänien, Slowakei und Mazedonien in der Schuhindustrie beschäftigt – oftmals zu extrem niedrigen Löhnen. Die Löhne in Albanien, Mazedonien oder Rumänien liegen sogar noch unter denen in China. Sie müssten vier bis fünf Mal höher sein, damit die Fabrikarbeitenden und ihre Familien davon leben könnten.

„In den untersuchten Fabriken ist der Akkorddruck teilweise so hoch, dass die ArbeiterInnen keine Atemmasken oder Schutzkleidung gegen den Gestank von Leim und das Gift der Chemikalien tragen, weil es das Arbeiten verlangsamt“, sagt Anton Pieper vom SÜDWIND-Institut. Der Bericht belegt: Die Probleme der Schuhindustrie sind ein Problem globaler Wertschöpfungsketten – und machen nicht halt vor Europa.
Jeder Deutsche kauft im Durchschnitt pro Jahr 5,3 Paar Schuhe. Über 24 Milliarden Paar wurden 2014 weltweit hergestellt, der größte Teil in Asien. Jedes fünfte Paar, das in Europa verkauft wird, ist auch in Europa produziert.

Unternehmensbefragung – Bewertung der Schuhfirmen

Die Ergebnisse der Befragung von Schuhunternehmen wie Adidas, Ara, Birkenstock, Deichmann, Gabor und Lowa, die dem Bericht Rechte von ArbeiterInnen mit Füßen getreten zu entnehmen sind, machen deutlich, dass sich Unternehmen zu wenig um die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten kümmern, in denen sie ihre Schuhe fertigen lassen.

Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk sagt: „Die wenigsten Schuhunternehmen können eine transparente Zulieferkette vorweisen. Für KonsumentInnen ist es nach wie vor sehr schwierig sich für einen nachhaltig produzierten Schuh zu entscheiden, da die Marken nicht glaubwürdig informieren, geschweige denn tatsächlich nachhaltig produzieren.“

Insgesamt gibt es Nachholbedarf bei der Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht. Das gilt für alle 23  Firmen, die befragt wurden – auch für die deutschen: Elf haben keine Auskunft gegeben und auch jene, die geantwortet haben, setzen grundlegende Arbeitsrechte nicht effektiv um. Erhoben wurde u.a., ob existenzsichernde Löhne für ArbeiterInnen vorgesehen sind und welche Arbeitsschutzmaßnahmen vorausgesetzt werden.

Von den Unternehmen konnte keines der besten Kategorie „fortschrittlich“ zugeordnet werden. Die Marken El Naturalista, Eurosko und Adidas schafften es zumindest auf den zweiten Platz „auf dem Weg“. Positiv bleibt festzuhalten, dass sich die zwölf Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, gesprächsbereit und gegenüber Verbesserungen von Arbeitsbedingungen grundsätzlich aufgeschlossen zeigten.

Weitere Informationen:

INKOTA: Modeindustrie muss Menschenrecht auf existenzsichernden Lohn gewährleisten

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[Berlin, 9. Dezember 2015] – Zum Tag der Menschenrechte fordert INKOTA gemeinsam mit Gewerkschaften aus Kambodscha die Erhöhung des Mindestlohns für Näherinnen und Näher in der dortigen Textilindustrie. Auf der Plenarkonferenz zur Erarbeitung des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte der Bundesregierung in Berlin betonte Sophorn Yang, Vorsitzende der kambodschanischen NäherInnengewerkschaft CATU, die Dringlichkeit, dass ein solcher Aktionsplan zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen im globalen Süden beitragen muss.

„Jeder Nationale Aktionsplan für die Menschenrechte muss sich daran messen lassen, welche konkreten Veränderungen in den Ländern des globalen Südens geschaffen werden,“ sagt Berndt Hinzmann von INKOTA. „Die kambodschanische Textilindustrie ist seit Jahren ein Brennpunkt, wenn es um die Einhaltung der Menschenrechte bei der Arbeit geht. Hier ist die Bundesregierung ganz konkret gefordert.“

In den letzten Monaten waren erneut in verschiedenen Textilfabriken ArbeiterInnen ohnmächtig zusammengebrochen. „Niedrige Löhne und unhaltbare Arbeitsbedingungen sind die Ursache“, so Sophorn Yang. „Die Arbeiterinnen und Arbeiter leiden an Mangelernährung.“ Die Aktivitäten der Gewerkschaften und Massenproteste für faire Bezahlung und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen schlugen bisher fehl: Demonstrationen wurden von Polizei und Militär gewaltsam niedergeschlagen, dabei wurden fünf Personen getötet, mehrere Menschen verletzt und 23 inhaftiert. Im aktuellen Kampf um bessere Löhne stimmte die staatliche Institution des Labour Advisory Council (LAC), trotz des Einspruchs einiger Gewerkschaften, für einen neuen Mindestlohn von 140 US-Dollar. „Diese unzureichende Lohnerhöhung von lediglich 12 US-Dollar, die ab Januar 2016 gelten soll, ist ein Schlag ins Gesicht für die 700.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in der Bekleidungsindustrie. Diese kämpfen seit über einem Jahr für einen Mindestlohn von 177 US-Dollar – und das ist noch lange kein Lohn zum Leben“, erklärt Sophorn Yang. Ein Zusammenschluss von unabhängigen Gewerkschaften fordert deshalb Modeunternehmen wie H&M und Adidas auf, ein verbindliches Abkommen zur Umsetzung eines Existenzlohns direkt mit den Gewerkschaften auszuhandeln. Außerdem müssen diese die Einkaufspraxis so verändern, dass die Menschenrechte bei der Arbeit eingehalten werden.

„Die Zustände in der Textilindustrie in Kambodscha sind untragbar“, erklärt Kerstin Haarmann von cum ratione. „Neben den politischen Prozessen brauchen wir eine kritische Öffentlichkeit und anhaltendes Engagement, damit Unternehmen entlang der globalen Lieferkette der Pflicht zur Sorgfalt und zum Schutz der Menschenrechte nachkommen.“ Deshalb hat INKOTA zusammen mit cum ratione gGmbH erstmals den Preis „SPITZE NADEL – Gegen die Masche der Modeindustrie“ ausgelobt. Damit wird das Engagement von Gruppen gewürdigt, die sich für Menschenrechte im Textilsektor sowie der Schuh- und Lederproduktion einsetzen.

Frau Sophorn Yang und Herr Berndt Hinzmann stehen in Berlin für Interviews zur Verfügung.

Weitere Informationen:
Preisausschreiben und Bewerbungsformular SPITZE NADEL

Webseite „Globaler Start der Kampagne für einen Existenzlohn in Kambodscha“

Pressemitteilung als PDF

Modeindustrie muss Menschenrecht auf existenzsichernden Lohn gewährleisten

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[Berlin, 9. Dezember 2015] – Zum Tag der Menschenrechte fordert INKOTA gemeinsam mit Gewerkschaften aus Kambodscha die Erhöhung des Mindestlohns für Näherinnen und Näher in der dortigen Textilindustrie. Auf der Plenarkonferenz zur Erarbeitung des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte der Bundesregierung in Berlin betonte Sophorn Yang, Vorsitzende der kambodschanischen NäherInnengewerkschaft CATU, die Dringlichkeit, dass ein solcher Aktionsplan zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen im globalen Süden beitragen muss.

„Jeder Nationale Aktionsplan für die Menschenrechte muss sich daran messen lassen, welche konkreten Veränderungen in den Ländern des globalen Südens geschaffen werden,“ sagt Berndt Hinzmann von INKOTA. „Die kambodschanische Textilindustrie ist seit Jahren ein Brennpunkt, wenn es um die Einhaltung der Menschenrechte bei der Arbeit geht. Hier ist die Bundesregierung ganz konkret gefordert.“

In den letzten Monaten waren erneut in verschiedenen Textilfabriken ArbeiterInnen ohnmächtig zusammengebrochen. „Niedrige Löhne und unhaltbare Arbeitsbedingungen sind die Ursache“, so Sophorn Yang. „Die Arbeiterinnen und Arbeiter leiden an Mangelernährung.“ Die Aktivitäten der Gewerkschaften und Massenproteste für faire Bezahlung und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen schlugen bisher fehl: Demonstrationen wurden von Polizei und Militär gewaltsam niedergeschlagen, dabei wurden fünf Personen getötet, mehrere Menschen verletzt und 23 inhaftiert. Im aktuellen Kampf um bessere Löhne stimmte die staatliche Institution des Labour Advisory Council (LAC), trotz des Einspruchs einiger Gewerkschaften, für einen neuen Mindestlohn von 140 US-Dollar. „Diese unzureichende Lohnerhöhung von lediglich 12 US-Dollar, die ab Januar 2016 gelten soll, ist ein Schlag ins Gesicht für die 700.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in der Bekleidungsindustrie. Diese kämpfen seit über einem Jahr für einen Mindestlohn von 177 US-Dollar – und das ist noch lange kein Lohn zum Leben“, erklärt Sophorn Yang. Ein Zusammenschluss von unabhängigen Gewerkschaften fordert deshalb Modeunternehmen wie H&M und Adidas auf, ein verbindliches Abkommen zur Umsetzung eines Existenzlohns direkt mit den Gewerkschaften auszuhandeln. Außerdem müssen diese die Einkaufspraxis so verändern, dass die Menschenrechte bei der Arbeit eingehalten werden.

„Die Zustände in der Textilindustrie in Kambodscha sind untragbar“, erklärt Kerstin Haarmann von cum ratione. „Neben den politischen Prozessen brauchen wir eine kritische Öffentlichkeit und anhaltendes Engagement, damit Unternehmen entlang der globalen Lieferkette der Pflicht zur Sorgfalt und zum Schutz der Menschenrechte nachkommen.“ Deshalb hat INKOTA zusammen mit cum ratione gGmbH erstmals den Preis „SPITZE NADEL – Gegen die Masche der Modeindustrie“ ausgelobt. Damit wird das Engagement von Gruppen gewürdigt, die sich für Menschenrechte im Textilsektor sowie der Schuh- und Lederproduktion einsetzen.

Frau Sophorn Yang und Herr Berndt Hinzmann stehen in Berlin für Interviews zur Verfügung.

Weitere Informationen:
Preisausschreiben und Bewerbungsformular SPITZE NADEL

Webseite „Globaler Start der Kampagne für einen Existenzlohn in Kambodscha“

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120.000 Menschen aus ganz Europa fordern: Macht Schokolade fair!

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[Berlin/Brüssel, 25. November 2015] – VertrerterInnen der Kampagne Make Chocolate Fair! überreichen am 2. Dezember in Brüssel 120.000 Unterschriften für faire Schokolade an den Dachverband der Europäischen Süßwarenindustrie (CAOBISCO). Mit im Gepäck haben sie zwei zentrale Forderungen: Schokoladenunternehmen sollen berechnen, wie hoch ein existenzsicherndes Einkommen für Kakaobäuerinnen und -bauern sein muss und wie sich das auf den Preis für Kakaobohnen auswirken würde. Darüber hinaus sollen Schokoladenunternehmen europaweit zu 100 Prozent auf zertifizierten Kakao umsteigen.

„Europäische Schokoladenunternehmen müssen mit anderen Akteuren aus der Branche berechnen, wie hoch ein existenzsicherndes Einkommen für Kakaobauern sein muss“, sagt Evelyn Bahn, INKOTA-Kampagnenkoordinatorin von Make Chocolate Fair! in Deutschland. „Nur so können wir zu einem fairen Kakaopreis kommen – und damit Kinderarbeit ernsthaft bekämpfen.“ Noch immer landen 87 Prozent des Preises einer Tafel Schokolade in den Taschen von Kakaomühlen, Schokoladeunternehmen und Supermärkten. Nur 6,6 Prozent kommen bei den Kakaobäuerinnen und -bauern an. 1980 betrug ihr Anteil noch 16 Prozent. „Die Macht der Konzerne ist für den enormen Preisdruck verantwortlich, der einen angemessenen Kakaopreis für die Produzenten verhindert“, sagt Bernhard Zeilinger, Koordinator von Make Chocolate Fair! in Österreich. „Es ist bitter, dass die Nachfrage nach Kakao und die Gewinne der Konzerne steigen, aber den Kakaobäuerinnen und -bauern nur Armut und Elend bleiben.“

Darüber hinaus fordert Make Chocolate Fair! von CAOBISCO dazu beizutragen, dass Schokoladenunternehmen europaweit auf 100 Prozent zertifizierten Kakao umsteigen. Der Anteil nachhaltig produzierter Schokolade ist in den letzten drei Jahren gestiegen, liegt aber weiterhin deutlich zu niedrig, um die Situation von Kakaobäuerinnen und -bauern zu verbessern. „Die Menschen in Europa lieben Schokolade, deshalb sind sie nicht länger bereit zu akzeptieren, dass bei der Kakaoproduktion Menschenrechte verletzt werden. Der Ruf nach fairer Schokolade wird lauter und stärker“, sagt Tiina-Katrina Kaber, Koordinatorin von Make Chocolate Fair! in Estland. „Es ist höchste Zeit, dass Schokolade europaweit zu 100 Prozent fair wird“, ergänzt Markéta Vinkelhoferová, Koordinatorin von Make Chocolate Fair! in Tschechien.

Einladung zur Unterschriftenübergabe in Brüssel. Für Bild- und Filmaufnahmen geeignet:

Das bunte Schokomobil bringt die Unterschriften vor die Tür des Dachverbandes der Europäischen Süßwarenindustrie. Damit endet die Schokomobil-Tour durch 15 europäische Länder. Vom Dach des Mobils entrollen AktivistInnen ein riesiges Banner mit einer deutlichen Botschaft an die Schokoladenindustrie: Make Chocolate Fair!. Vor Ort bestehen Interviewmöglichkeiten mit VertreterInnen aus 15 europäischen Ländern sowie mit Gewerkschafterin Marie-Jeanne N’Zore Kombo aus der Côte d’Ivoire, die sich dort für den Kampf gegen Kinderarbeit einsetzt.

Wann: Dienstag, 2. Dezember 2015, 10:45 Uhr
Wo: CAOBISCO, Boulevard Saint-Michel 47, 1040 Brüssel, Belgien

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