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Beiträge mit Schlagwort ‘Brasilien’

AbL: Exportorientierung und Handelspolitik in der Sackgasse

Pressemeldung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft zu geplantem Abschluss EU-Freihandelsabkommen mit Mercosur-Staaten

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AbL fordert bäuerliche Ausrichtung auf Qualität und Wertschöpfung auf den Bauernhöfen – weltweit. Zerstörerischen Freihandel beenden

Noch im Juni – vor dem G-20 Treffen in Japan – strebt die EU-Kommission einen politischen Abschluss der Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten an. Die deutsche Regierung forciert dieses Freihandelsabkommen. Die EU soll unter anderem 99.000 Tonnen Rindfleischimporte aus diesen Ländern zulassen. Insidern zu Folge könnte sich diese Importmenge während der Abschlussgespräche noch erhöhen.

Brasilien steigerte in den vergangenen vierzehn Jahren die Rindfleischexporte um 700 Prozent und ist weltweit der größte Rindfleischexporteur. Das Wachstum der Rinderherden führte zu Abholzung, Landkonflikten und einer unregulierten Ausbreitung von Schlachthöfen mit zum Teil menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen. Außerdem kam es im Jahr 2017 zu 70 Morden an Kleinbauern und -bäuerinnen, Indigenen und Aktivisten, die sich gegen das vordringende Agrobusiness verteidigten.

„Wir importieren nicht nur Rindfleisch, sondern auch die damit verbundenen Umweltprobleme und Menschenrechtsverletzungen in den Produktionsländern“, sagt Martin Schulz, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und konventioneller Neuland-Schweinehalter. „Gleichzeitig erzeugen wir in Europa ausreichend Rindfleisch, weshalb steigende Importmengen die Preise auf unseren Bauernhöfen nach unten drücken werden.“

Mit gespaltener Zunge spreche die Agrarlobby in Deutschland, so Schulz weiter: „Zwar kritisiert die Spitze des Deutschen Bauernverbands die geplanten Importmengen dieses Freihandelsabkommen, aber sie trägt mit Verantwortung für diese politische Sackgasse. Jahrzehnte hat sie die Exportorientierung und die damit verknüpfte aggressive Marktöffnung in der deutschen Politik vorangetrieben. Die Folge davon ist, dass auch die EU immer stärker unter Druck gerät, ihre stark geschützten Agrarmärkte weiter zu öffnen.“

Martin Schulz sagt: „Die AbL lehnt unqualifizierte Freihandelsabkommen wie Mercosur klar ab. Wir Bäuerinnen und Bauern wollen Welthandel, aber der muss wirksam sozial und ökologisch qualifiziert sein. In der europäischen Agrarpolitik ist die Exportoffensive abzulösen durch eine Qualitätsstrategie.“

 

Die Fakten zu Brasilien sind der Kurzstudie entnommen (Juni 2018): Das EU-Assoziationsabkommen mit dem Mercosur: Frontalangriff auf bäuerliche Landwirtschaft, Menschenrechte, Umwelt- und Klimaschutz

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NaturFreunde: Der kommerzialisierte Sport ist in einem Strudel

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Berlin, 5. August 2016 – Angesichts der wahnwitzigen Kommerzialisierung im Profifußball fordert Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands, ein Einhalten und die Rückkehr zu den Wurzeln des Sports:

           

Der Profifußball ist an einem Kipppunkt. Er ist in einen gefährlichen Strudel geraten – nicht nur durch die wahnwitzige Kommerzialisierung und das Söldnertum der Vereine in der Champions League, sondern auch durch unreife Fußballsternchen und geldgierige Spielerberater, die keinen Bezug mehr zur sozialen Realität des Massensports Fußball und seiner Fans haben.

Die wachsende Distanz der Brasilianer zu den Olympischen Spielen oder auch die rückläufigen Besucherzahlen in den Fußballstadien vieler Länder signalisieren, dass der Sport reformbedürftig ist. Was sollen ein Ironman oder ein Ruderer, ein Bahnfahrer oder ein Turner denken, die immer wieder bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gehen und dafür bescheidene Prämien erhalten, wenn sie die irrwitzigen Summen hören, die für Fußballer gezahlt werden? Der Profifußball ist längst auf die schiefe Bahn geraten.

Die Entwicklung des Profifußballs als Hobby von Oligarchen und Scheichs, gefördert mit schwindelerregenden Summen von Fernsehanstalten, wird zunehmend abstoßender. Im Geschäft der Spekulanten, bei dem Spieler wie Brötchen gekauft und verkauft werden, scheint niemand mehr die Kraft zu haben, Stopp zu sagen.

Der umgekehrte Fall sind die meist großartigen Sportler bei Olympia, die für ihren Sport Entbehrungen und Einschränkungen in Kauf nehmen. Hier sind es überforderte Sportfunktionäre, die sich wie Könige aufspielen, oder staatliche Gewissenslosigkeit, die sich im Glanz gedopter Medaillen sonnen will. Diesen Funktionären geht es nicht um den Sport, also um die beeindruckende Leistung begabter Menschen, sondern um egoistische Interessen.

Die Explosion der Transferkosten im Fußball und die explodierenden Kosten der Olympischen Spiele drängen in den Hintergrund, worum es gehen sollte: Sport. Es ist höchste Zeit für Reformen, damit der Sport nicht verliert, was ihn groß gemacht hat: Leidenschaft, Identität und Vorbild.

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