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2016-05-20 Krisengipfel Milch_Foto AbL (3)

Zum heutigen Milchkrisengipfel in Hannover

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Weil,
Sehr geehrter Herr Minister Meyer, Hannover, 20.05.2016

die Entwicklung auf vielen Milchviehbetrieben verläuft seit Monaten auf Grund katastrophal niedriger Milcherzeugerpreise dramatisch. 23 Cent pro Kilo Milch und zum Teil schon unter 20 Cent pro Kilo für ein gesundes Lebensmittel – das ist brutal und verantwortungslos.

Die Experten sind sich einig: Die Milcherzeugung muss reduziert werden, damit sich die
Preise wieder erholen. Nicht eine Wiedereinführung einer Milchquoteregelung steht auf der politischen Agenda, weder durch den Staat noch durch eine Molkereiquote. Notwendig ist eine kurzfristige, koordinierte Mengenrückführung, die Molkereien und Milchbauern
organisieren können: Diejenigen Betriebe, die ihre Milcherzeugung kurzfristig um einige
Prozent zurückführen, werden mit einer Bonuszahlung belohnt. Betriebe, die ihre
Milcherzeugung erhöhen, bekommen Abzüge. Wir Bauern sind dazu bereit.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat dazu Vorschläge vorgelegt.
Die EU-Kommission sowie die Länder-Agrarminister haben diese Vorschläge aufgenommen
und dazu alle rechtlichen Möglichkeiten in die Wege geleitet, damit eine koordinierte
Mengenrückführung kurzfristig durchzuführen ist.
Die Bundesregierung und insbesondere Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt (CSU) sowie
die Vorstände der deutschen Molkereien weigern sich bislang, diese Vorschläge umzusetzen.
Ihre Begründung dafür ist sehr zynisch. Sie sagen, dass sie „Eingriffen in den freien Markt
sowie in funktionierende Strukturen eine klare Absage“ erteilen (Presseerklärung der DMK
18.05.2016). Sie schauen zu, wie immer mehr bäuerliche Höfe zur Aufgabe gezwungen
werden. Mehr noch, es drängt sich der Verdacht auf, dass sie diese Struktur-„Bereinigung“ bewusst in Kauf nehmen, um mit den verbliebenen Großstrukturen angeblich wettbewerbsfähiger zu sein.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
Sehr geehrter Herr Minister,

alle Verantwortlichen müssen in dieser sehr ernsten Situation ihre Verantwortung
wahrnehmen. Sie als Verantwortliche der Landesregierung fordern wir auf, anlässlich des
heutigen Milchkrisengipfels den Molkereien kurzfristige Maßnahmen zur Mengenreduzierung abzuverlangen und diesen Weg auch finanziell zu unterstützen. Des Weiteren möchten wir Sie auffordern, die Programme für eine Qualitätsoffensive – Weidehaltung und Auslauf der Kühe, Futter vom Grünland, gentechnikfreie Fütterung, Zucht auf Lebensleistung – konsequent in Absprache mit den Milchviehhaltern praxisgerecht umzusetzen und auszubauen.

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