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Archiv für 20. April 2015

Oxfam fordert von Weltbank Führungsrolle beim Aufbau gebührenfreier Gesundheitsversorgung in Ebola-Ländern

oxfam

1,7 Milliarden US-Dollar benötigt / Gemeindenetzwerke müssen eingebunden werden

Berlin, 16.4.2015. Die Weltbank und internationale Geldgeber müssen 1,7 Milliarden US-Dollar bereitstellen, um die unzureichenden Gesundheitssysteme in den von Ebola betroffenen Ländern in Westafrika zu stärken und die Wiederholung einer ähnlichen Epidemie zu verhindern. Das erklärt die internationale Entwicklungsorganisation Oxfam heute anlässlich der Frühjahrstagung der Weltbank in Washington DC.

Mit dem geschätzten Finanzvolumen wäre es möglich, eine gebührenfreie Gesundheitsversorgung in Liberia, Sierra Leone, Guinea und dem bislang von Ebola verschonten aber von der Epidemie gefährdeten Guinea-Bissau aufzubauen. Das Geld würde außerdem dazu beitragen, die Gesundheitseinrichtungen bedarfsgerecht auszustatten, für eine ausreichende Ausbildung des medizinischen Personals zu sorgen und gemeinsam mit den zahlreich entstandenen Gemeindenetzwerken die gesundheitsbezogene Informationsvermittlung zu verbessern.

Oxfam zufolge kostet es rund 420 Millionen US-Dollar, um die 9.020 Ärztinnen und Ärzten sowie 37.059 Pfleger/innen und Geburtshelfer/innen entsprechend den Mindeststandards der Weltgesundheitsorganisation fortzubilden. Zudem wären der Entwicklungsorganisation zufolge jährlich 297 Millionen US-Dollar nötig, um die Löhne des medizinischen Personals zu bezahlen. Oxfam fordert von Regierungen und Geldgebern einen auf zehn Jahre angelegten Investitionsplan.

Gemeindenetzwerke von Wiederaufbau bislang ausgeschlossen

Für eine nachhaltige Stärkung der Gesundheitsversorgung ist allerdings nicht nur Geld nötig, sondern auch die richtige Strategie. Die im Zuge der Ebola-Bekämpfung entstandenen Gemeindenetzwerke haben wichtige Aufklärungsarbeit geleistet und wesentlich dazu beigetragen, Infektionsraten zu senken. Diese Erfahrungen gilt es nun für den Aufbau einer frei zugänglichen Gesundheitsversorgung zu nutzen.

Winnie Byanyima, Geschäftsführerin von Oxfam International: „Die Gemeindenetzwerke haben es möglich gemacht, dass sich viele Menschen aktiv in den Kampf gegen Ebola einbringen und mitbestimmen konnten. Doch bislang werden sie vom Wiederaufbauprozess ausgeschlossen. Das muss sich ändern. Geldgeber müssen darauf bestehen, dass die Menschen vor Ort ihre Erfahrungen einbringen können. Die Einbindung der Gemeindenetzwerke ist nicht zuletzt wichtig, um den Regierungen auf die Finger zu schauen und sicherzustellen, dass Hilfsgelder vernünftig eingesetzt werden.“

Oxfams Arbeit in den Ebola-Gebieten

Oxfam hat bislang rund 1,3 Millionen Menschen in den von Ebola betroffenen Ländern Westafrikas erreicht. Die internationale Organisation arbeitet mit lokalen Gemeinschaften zusammen, um weitere Infektionen und künftige Epidemien zu verhindern. Unter anderem stellt Oxfam in Kliniken und Schulen sowie für Menschen in Quarantäne Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen bereit. Ein Schwerpunkt liegt außerdem auf der Ausbildung von Freiwilligen, die Haushalte besuchen und die Menschen über Ansteckungswege, Krankheitsverlauf und Präventionsmaßnahmen aufklären.

Oxfam bei der Frühjahrstagung der Weltbank:

  • Für Oxfam begleiten die Frühjahrtagung der Weltbank unter anderem Winnie Byanyima (Geschäftsführerin Oxfam International), Ray Offenheiser (Präsident Oxfam America), Nicolas Mombrial (Leiter des Oxfam-Büros in Washington DC) und Shannon Scribner (Ebola-Kampagnenkoordinatorin von Oxfam America).
  • Für Interviews mit dem Oxfam-Team in Washington DC und aktuelle Informationen von der Frühjahrstagung kontaktieren Sie bitte Lucy Brinicombe (in Washington): lbrinicombe@oxfam.org.uk / +44 (0)7786 110054.

Weitere Informationen:

Spendenkonto Ebola:

Bank für Sozialwirtschaft Kto. 8090501 BLZ 370 205 00 DE60370205000008090501 BIC BFSWDE33XXX Stichwort: EBOLA

Ärzte ohne Grenzen fordert großflächigen Rettungseinsatz im Mittelmeer

Pressemitteilung

ärzte ohne grenzen

Rom/Berlin, 20. April 2015. Die EU-Staaten müssen dringend großangelegte Such- und Rettungsaktionen starten, um weitere Tote im Mittelmeer zu verhindern, fordert die internationale humanitäre Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. „Im Mittelmeer entsteht ein Massengrab, und die europäische Politik ist verantwortlich dafür“, sagt Loris De Filippi, Präsident von Ärzte ohne Grenzen in Italien.

Die europäischen Regierungen müssen ihre Such- und Rettungsaktionen auf hoher See wieder aufnehmen, sichere und legale Routen nach Europa gewährleisten und Notfallpläne für die Grenzen entwickeln, um angemessene Aufnahmebedingungen für die Schutzsuchenden zu schaffen. Im Mai wird Ärzte ohne Grenzen selbst in Kooperation mit MOAS (Migrant Offshore Aid Station) Rettungsfahrten auf dem Mittelmeer beginnen.

„Konfrontiert mit tausenden verzweifelten Menschen, die vor Kriegen und Krisen fliehen, hat Europa seine Grenzen geschlossen. Das zwingt Personen, die Schutz suchen, ihr Leben aufs Spiel zu setzen“, so De Filippi. „Es bleibt keine Zeit lang nachzudenken, das Leben dieser Menschen muss jetzt gerettet werden. Es war ein ernsthafter Fehler, den Rettungseinsatz Mare Nostrum zu beenden; europäische Staaten müssen unverzüglich einen großflächigen Such- und Rettungseinsatz beginnen, bei dem auch nahe an der libyschen Küste patrouilliert wird. Die derzeitigen Anstrengungen greifen offensichtlich zu kurz. Diese Tragödie beginnt gerade erst: Sie kann und muss gestoppt werden.“

Allein in der vergangenen Woche haben 11.000 Menschen ihr Leben riskiert, um das Mittelmeer zu überqueren. Mehr als tausend sind dabei vermutlich gestorben. Es spielt keine Rolle, welche Hindernisse geschaffen werden und wie hoch die Zäune sind, die Europa errichtet; verheerende Konflikte und Krisen werden Menschen weiterhin dazu zwingen, ihre Länder zu verlassen, um ihr Leben zu retten.

„Siebenhundert Tote an einem Tag – das ist eine Zahl wie aus einem Kriegsgebiet. Diese humanitäre Tragödie findet vor unser aller Augen statt, doch Europa ist nicht gewillt, sich damit zu befassen. Deswegen werden wir nun Einsätze direkt auf dem Meer starten und versuchen, so viele Leben wie möglich zu retten”, so De Filippi.

Im Mai wird Ärzte ohne Grenzen in Kooperation mit MOAS (Migrant Offshore Aid Station) Such- und Rettungsfahrten auf dem Meer starten; ein Einsatz, der in den kommenden Wochen durch andere Maßnahmen verstärkt werden soll.

Ärzte ohne Grenzen e.V. / Médecins Sans Frontières Am Köllnischen Park 1 – 10179 Berlin – Deutschland

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