Organisiert euch – gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung!

Die Stadt gehört uns allen!
Jeder Mensch in Berlin trägt dazu bei, dass die Stadt so ist, wie wir sie kennen. Wir gestalten an jedem Tag unsere Wohnungen, unsere Straßen, unsere Nachbarschaften. Jede*r auf eine eigene Art und Weise. Wie überall in Berlin verändern sich viele Kieze – auch der Wedding. Diese Veränderungen sind mit zahlreichen Problemen verbunden. Vor allem, weil einige Wenige an dem verdienen wollen, was alle gemeinsam gestalten. Häuser werden verkauft oder saniert, Mieten steigen. Wer sich seine Wohnung nicht mehr leisten kann, muss umziehen oder wird schlimmstenfalls zwangsgeräumt. Der Senat schaut dabei tatenlos zu. Oder er unterstützt solche Prozesse als Aufwertung von “Problemkiezen”. Quartiersmanagements und Stadtteilvertretungen unterstützen die Verdrängungen mit der Illusion, dass alle Bürger*innen diese Politik mitgestalten können. Doch wir müssen das nicht hinnehmen. Was wir gemeinsam gestalten, können wir auch gemeinsam verteidigen – selbstorganisiert, von unten.

Rassistische Zustände angreifen!
Den meisten Geflüchteten wird als “Illegale” die Bewegungsfreiheit, gesellschaftliche Teilhabe und das Nachgehen einer Lohnarbeit verwehrt und sie werden in Lagern isoliert. Sie sind somit physisch und psychisch noch direkter mit einem verwirkten Recht auf Selbstbestimmung konfrontiert. Ökonomisch schlagen Unternehmen und soziale Dienstleister bereits Profite aus dem Geschäft mit der Flucht. Selbstgefällig wird politisch eine “Willkommenskultur” inszeniert, praktisch entscheidet die Ausländerbehörde sowie die staatliche Kosten-/Nutzen-Rechnung über den “Aufenthaltsstatus”. Alltägliche Schikanen wie rassistische Polizeikontrollen und die permanente Gefahr der Abschiebung erhöhen zusätzlich den Druck. Dies ist Teil einer rassistischen Stimmungsmache die letztlich spaltet, demütigt und tötet.

Sabotage!
Die kapitalistische Gesellschaft bedeutet Krieg, Flucht, Vertreibung, Ausbeutung. Unser Zusammenleben wird registriert, kontrolliert und bis in die letzten Ecken auf Verwertbarkeit abgeklopft. Dabei werden wir auf Ämtern, wie z.B. dem Jobcenter, schikaniert, damit wir weiter in diesem System funktionieren. All das sind keine abstrakten Probleme, sondern unsere alltäglichen Erlebnisse. Wir wollen bestimmen, was in unseren Straßen, auf unseren Plätzen und in unseren Häusern passiert. Durch eine stetige Organisierung sozialer Kämpfe gegen Rassismus, Ausgrenzung, Ausbeutung und Unterdrückung können wir das erreichen. Selbstorganisierte, gegenseitige Hilfe vorbei an bestehenden Hierarchien, sind erste Schritte für eine langfristige und selbstbestimmte Perspektive.
Ob bei Zwangsräumungen oder Jobcenter-Stress: Die Antwort lautet Widerstand. Der Kiez sind wir, also Hände weg!

Olympia? Verhindern!
Sozialkürzungen werden verschärft, die BVG-Ticketpreise erhöhen sich stetig, Arbeiter*innenrechte werden, wie bei der “Mall of Berlin”, verwehrt. Die Repression wird in Zeiten der Krise gegenüber sozialen Bewegungen ausgebaut. Stets und ständig soll betont werden: es gäbe keine Alternative zum Kapitalismus! Nun feuert der Senat aus allen Rohren: Her mit den olympischen Spielen! Soziale Konflikte sollen mit Brot und Spielen kaschiert werden. Wir sagen: Nein! Verhindern wir die weitere Unterwerfung der Stadt und ihrer Bewohner*innen unter eine profitorientierte Stadtpolitik. Die Spiele nutzen nur der Ausbeutung und dem verschärften Wohnungsmarkt – also einer Politik der Ausgrenzung von Senat und Wirtschaft. Dem setzen wir eine solidarische Perspektive entgegen. Olympia 2024 in Berlin ist eine Kampfansage gegen eine “Stadt von unten”, also eine Stadt für alle. Darum organisieren wir uns solidarisch und kämpfen für eine antikapitalistische Perspektive!

Antikapitalistische Demonstration
Organize – gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung
30.04.2015 / 18:30 Uhr / U-Bhf. Leopoldplatz (Berlin-Wedding)