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Archiv für die Kategorie ‘Eine Welt’

Trotz Zuwachs bei zertifizierter Schokolade: Kakaobauern leben weiter in extremer Armut

inkota

[Berlin, 24. Juni 2015] – Der weltweite Marktanteil von zertifizierter Schokolade ist von zwei Prozent im Jahr 2009 auf fast 16 Prozent 2013 gestiegen. Das zeigt das neue Kakao-Barometer, dessen deutsche Fassung INKOTA und das Südwind-Institut heute veröffentlichen. Die Daten belegen aber auch, dass trotz zahlreicher Nachhaltigkeitsinitiativen und Selbstverpflichtungserklärungen von Schokoladenunternehmen wie Ferrero oder Mars das Pro-Kopf-Einkommen der meisten Kakaobauernfamilien immer noch weit unter der Armutsgrenze liegt. Die Kampagne Make Chocolate Fair! fordert deshalb ein existenzsicherndes Einkommen für Kakaobäuerinnen und -bauern.

„Es ist erfreulich, dass sich die Schokoladenindustrie bewegt und dass sich in den Supermärkten immer mehr Schokoladenprodukte mit den Siegeln von Fairtrade, Utz Certified und Rainforest Alliance finden lassen“, erklärt Evelyn Bahn, Koordinatorin der Kampagne Make Chocolate Fair! bei INKOTA. „Das ist ein erster wichtiger Schritt hin zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen für Kakaobäuerinnen und -bauern und zur Einhaltung der Menschenrechte. Zertifizierung ist aber kein Wundermittel, wenn es darum geht, die Mehrheit der Kakaobäuerinnen und -bauern aus der Armut zu befreien.“

„Eine Kakaobauernfamilie in der Elfenbeinküste verdient derzeit pro Kopf der Familie rund 0,50 US-Dollar am Tag. Um zumindest die international definierte Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag zu erreichen, müsste sich ihr Pro-Kopf-Einkommen also vervierfachen“, erklärt Friedel Hütz-Adams, Ko-Autor des Kakao-Barometers vom Südwind-Institut. Die niedrigen Einkommen führen zu inakzeptablen Arbeitsbedingungen bis hin zu Menschenrechtsverletzungen wie ausbeuterischer Kinderarbeit. Daran ändern auch viele der Nachhaltigkeitsinitiativen der Schokoladenindustrie nichts, die sich oft einseitig auf die Steigerung der Produktivität konzentrieren. „Neben der Steigerung der Ernteerträge, muss dringend in die Infrastruktur in den Kakaoanbauländern investiert werden“, so Hütz-Adams weiter. „Der Anbau muss diversifiziert werden, es muss Weiterbildungen geben und der Kakaopreis, den die Bäuerinnen und Bauern erhalten, muss erhöht werden.“

Auch die Kampagne Make Chocolate Fair! fordert ein existenzsicherndes Einkommen für Kakaobäuerinnen und -bauern. Mehr als 100.000 Menschen aus ganz Europa haben die Petition der Kampagne bereits unterzeichnet und sich für faire Bedingungen im Kakaoanbau ausgesprochen. „Die Nachfrage nach fair produzierter Schokolade steigt. Darauf muss die Schokoladenindustrie reagieren. Denn trotz des gestiegenen Anteils an zertifizierter Schokolade, sind noch immer über 80 Prozent aller weltweit verkauften Schokoladentafeln nicht zertifiziert. Das muss sich ändern“, sagt Evelyn Bahn. Absichtserklärungen wie von Ferrero oder Mars, die bis 2020 ihre Schokolade vollständig aus zertifiziertem Kakao herstellen wollen, seien begrüßenswert. „Wir werden aber genau beobachten, ob die Schokoladenunternehmen ihre Versprechen einhalten“, kündigt Bahn an.

Pressemitteilung als PDF
Kakao-Barometer als Download auf Deutsch

Infografik „Ankündigungen einzelner Schokoladenunternehmen zur Verwendung von zertifiziertem Kakao“

Webseite der Kampagne Make Chocolate Fair!

Webseite zum Kakao-Barometer inklusive aller Graphiken und Berechnungen (Englisch)

netzwerk cuba nachrichten vom 3.6.2015

kuba cuba

Liebe Leser_innen,

hier der nächste newsletter:

Bessere Planung in der Wasserwirtschaft

Eine höhere Effektivität in der Bewirtschaftung der Ressourcen, die uns heute zur Verfügung stehen, ist vonnöten, erläuterte der Generalstabschef der kubanischen Zivilverteidigung, Divisionsgeneral Ramón Pardo Guerra

Autor: Yosel M. Castellanos | yosel@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-06-03/bessere-planung-in-der-wasserwirtschaft

Raúl: „Was wir tun, muss unentwegt einer konstruktiven Kritik von allen unterzogen werden“

Das äußerte der kubanische Präsident in der Sitzung des Ministerrats am vergangenen Freitag, bei der wichtige Angelegenheiten der Wirtschaft des Landes behandelt wurden

Autor: Leticia Martínez Hernández | internet@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-06-01/raul-was-wir-tun-muss-unentwegt-einer-konstruktiven-kritik-von-allen-unterzogen-werden

Gut besuchte Biennale von Havanna

Kulturminister Julián González Toledo hob den massenhaften Zudrang des Publikums zu einer Kunstform hervor, die in anderen Ländern der Welt normalerweise Minderheiten vorbehalten bleibt

Autor: Redacción Cultural | cultura@granma.cu

http://de.granma.cu/cultura/2015-06-03/gut-besuchte-biennale-von-havanna

Eine Universität zur Förderung des gesellschaftlich-kulturellen Wandels

Kuba ist Sitz des 13. Lateinamerikanischen Kongresses der Universitätsausweitung, der am Montag im Kongresspalast von Havanna unter Teilnahme von über 400 Delegierten aus zwanzig Ländern eingeweiht wurde

Autor: Lissy Rodríguez | lissy@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-06-02/eine-universitat-zur-forderung-des-gesellschaftlich-kulturellen-wandels

Steht Cuba vor dem Ausverkauf? Teil 1

Eine kurze Abhandlung über Cubas Außenpolitik nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Ostblocks

https://berichteaushavanna.wordpress.com/2015/05/17/steht-cuba-vor-dem-ausverkauf-teil-1/#more-662

Steht Cuba vor dem Ausverkauf? Teil 2

Cubas internationaler Aufstieg in den letzten 25 Jahren

https://berichteaushavanna.wordpress.com/2015/05/31/steht-cuba-vor-dem-ausverkauf-teil-2/#more-678

Venezuelas Präsident Maduro übt Kritik an SPD-Politiker Schulz

Sozialist erwidert auf Kongress in Caracas Kritik des Sozialdemokraten. Teilhabe aller Gruppen als Ziel. Diskussionen werden fortgeführt

Von Kerstin Sack

amerika21

https://amerika21.de/2015/05/123284/nicolas-maduro-martin-schulz

Unasur-Länder produzieren gemeinsam Fernsehfilme

Von Vilma Guzmán

amerika21

https://amerika21.de/2015/06/123315/unasur-kooperation-tv

Demos gegen Monsanto in ganz Lateinamerika

Von Poonal/Agencia Púlsar

amerika21

https://amerika21.de/2015/05/123285/demos-monsanto-lateinamerika

Gegen das Imperium der Überwachung

Ignacio Ramonet sprach mit Noam Chomsky über die Entwicklungen in Lateinamerika, die Politik der USA und Massenkommunikation

Von Ignacio Ramonet

Übersetzung: Stefan Blutner amerika21

https://amerika21.de/analyse/123063/gegen-imperium-der-ueberwachung

Hier der Hinweis auf den Blog unserer Freund_innen in La Habana:

https://berichteaushavanna.wordpress.com/

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Weitere Veranstaltungshinweise finden sich auf unserem Terminkalender.

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Hier wieder der Hinweis auf die neuen Artikel in der ncn online – chronologisch über:

www.netzwerk-cuba-nachrichten.de

oder nach Kategorien sortiert über die Gliederungsseite:

www.netzwerk-cuba-nachrichten.de/gliederung-ncn/

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Mit solidarischen Grüßen

die ncn Redaktion

FG Kuba: Aktuelles aus und über Kuba

kuba cuba

Aktuelles aus und über Kuba
http://www.fgbrdkuba.de/

Veranstaltungen:
Cuba-USA: Wann fällt endlich die Blockade?
Samstag, 27. Juni, 15:00 Uhr
Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, 10969 Berlin

Über die Chancen und Risiken der Entwicklungen in Cuba, den Internationalismus des Landes und weitere Fragen diskutieren wir mit Rene Juan Mujica Cantelar, Botschafter der Republik Cuba in Berlin.
mehr:  http://www.fgbrdkuba.de/termine/kalender.php#cuba-usa-blockade

Beginn einer neuen Ära
Samstag, 27. Juni, 18:00 Uhr
Junge Welt – Ladengalerie, Torstr. 6, 10119 Berlin

Die Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und den USA.
Gesprächsrunde mit Heinz Langer (DDR-Botschafter in Kuba a.D.) und Volker Hermsdorf (Journalist und jW-Autor)
mehr:  http://www.fgbrdkuba.de/termine/kalender.php#neue-aera

Die Kraft der Schwachen
Filmvorführung und Diskussion mit Tobias Kriele
Samstag, 27. Juni, 18:30 Uhr
Dorfschänke, Am Künstlerhaus 33, 76133 Karlsruhe

Jorgito aus Camagüey kommt mit einer schweren Körperbehinderung zur Welt und erfährt von Geburt an die Unterstützung des kubanischen Bildungs- und Gesundheitssystems – mit bemerkenswerten Resultaten.
mehr:  http://www.fgbrdkuba.de/termine/flyer/2014-die-kraft-der-schwachen.php

Neues aus Cuba
Samstag, 2. Juli, 19:30 Uhr
Waldheim Gaisburg, Obere Neue Halde 1, 70186 Stuttgart

Bericht von einer vierwöchigen Kubareise im Juni 2015 mit Bildern.
Veranstalter:  http://www.fgbrdkuba.de/stuttgart/index.html

Kuba auf dem Methfesselfest
3.-5. Juli
Else-Rauch-Platz, 20255 Hamburg

Cuba Sí Getränke- und Infostand + Tombola: Hauptpreis ist eine dreiwöchige Brigade-Reise + Kuba und die USA + Mas que nada: Heiße Rhythmen mit Salsa, ChaCha, Cumbia und Mambo.
mehr:  http://www.fgbrdkuba.de/termine/kalender.php#methfesselfest

Fiesta de Solidaridad
Samstag, 25. Juli, 14:00-22:00 Uhr
Parkaue Lichtenberg, 10367 Berlin

Kubaparty mit heißer Musik, linken talks, revolutionärem rum und großer Tombola. Heuptpreis ist ein flug nach Kuba.
mehr:  http://www.fgbrdkuba.de/termine/kalender.php#fiesta-de-solidaridad

Fiesta Moncada
Samstag, 25. Juli, ab 17:00 Uhr
Villa Leon, Philipp-Körber-Weg 1, 90439 Nürnberg
Wir feiern den Sieg der cubanischen Revolution und lassen uns von Cuba inspirieren. Es gibt Gegrilltes, Vegetarisches und Musikalisches – natürlich auch Alkoholisches und Solidarisches zu cuba und Lateinamerika.
mehr:  http://www.fgbrdkuba.de/termine/kalender.php#fiesta-moncada-nuernberg

Fiesta Moncada
Samstag, 1. August, 15:00-22:00 Uhr
Kulturzentrum, Wichern-Haus, Stollenstr. 36, 44145 Dortmund

Live-Musik mit Edisnay y su Grupo, Vaiven Cubano, Habana Open + Cocktailbar, Cubanische Küche, Zigarren, bildermarkt, Infos rund um Cuba.
mehr:  http://www.fgbrdkuba.de/termine/kalender.php#fiesta-moncada

weitere Veranstaltungen:
mehr:
http://www.fgbrdkuba.de/termine/kalender.php

Cuba kompakt:
neu erschienen:
Panama 2015 – Geschichten am Rande + Havanna, Hauptdarsteller der internationalen Tourismusmesse + Bienale verwandelt Havanna in eine große Galerie + Stimmen zu den Kommunalwahlen.
Cuba kompakt – Juni 2015: http://www.fgbrdkuba.de/ck/ck2015-06.pdf
alle Ausgaben: http://www.fgbrdkuba.de/ck/cuba-kompakt.php

Dossier:
EU-CELAC-GIPFEL 2015
Beiträge zum EU-CELAC-Gipfel und dem parallelen Gipfel der Völker in Brüssel.
mehr: http://www.fgbrdkuba.de/infos/eu-celac-gipfel-2015.php

Presse:
Aktuelle Nachrichten aus und über Kuba:
WiFi in 22 kubanischen Städten + Für eine Zukunft der Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit + Dank für Kubas Beitrag im Kampf gegen Ebola + Kuba plant Abschluss der Unternehmensreform + Kubanische Ärztebrigade beendet Einsatz in Chile + Chancen und Möglichkeiten beeinträchtiger Menschen …
mehr: http://www.fgbrdkuba.de/presse/index.php

Mitglied werden:
Film- & Buchprämienpaket 2015 für neue Mitglieder:
Coupon:
http://www.fgbrdkuba.de/fg/download/mitgliederwerbung-buchpaemie-a4.pdf
Flyer: http://www.fgbrdkuba.de/fg/download/mitgliederwerbung-buchpaemie-a5.pdf

Oxfam: IWF sollte eigene Empfehlungen berücksichtigen

oxfam

Berlin, 15. Juni 2015. Der Internationale Währungsfonds (IWF) kommt in dem heute vorgelegten Bericht „Causes and Consequences of Income Inequality“ zu dem Schluss, dass Ungleichheit und die fehlende Umverteilung von Einkommen negative Auswirkungen auf Wachstum haben. Jörn Kalinski, Leiter der Kampagnenarbeit von Oxfam Deutschland, kommentiert:

„Der Bericht des IWF bestätigt die Forderung von Oxfam, die Kluft zwischen den Einkommensextremen zu verringern und der immer weiter voranschreitenden Konzentration von Vermögen und Einkommen entgegenzusteuern.

Der IWF widerlegt in seinem Bericht die jahrelang gepredigte Doktrin, dass bei Sparpolitik ein Teil der Gewinne bei der Mehrheit ankommt. Es stimmt einfach nicht, dass die Gewinne der Superreichen auch der Mehrheit nützen. Die Regierungen müssen ihre Politik dringend neu orientieren und die Lücke zwischen Arm und Reich schließen.

Die Botschaft des IWF ist deutlich: Wachstum erfordert Investitionen, die der Mehrheit nützen, etwa in öffentliche Dienste sowie,  eine Umverteilung von Reichtum mittels Steuerpolitik.

Oxfam begrüßt die Empfehlungen des aktuellen IWF-Berichts, wie progressive Besteuerung, Beendigung von Steuerflucht, und die Einrichtung von Mindestlöhnen. Zu hoffen bleibt, dass der IWF seine Empfehlungen künftig auch zur Richtschnur seiner eigenen Politik macht.

In armen Ländern Asiens und Lateinamerikas hat der IWF in den 1990er Jahren eine rigorose Spar- und Privatisierungspolitik durchgesetzt. Seit 2010 haben die Austeritätsprogramme in Portugal, Spanien und Griechenland unter Mitwirkung des IWF dazu geführt, dass Mindestlöhne gesenkt und öffentliche Gesundheitsversorgung abgebaut wurden und prekäre Arbeitsverhältnisse massiv zugenommen haben.“

NaturFreunde fordern: G7 abschaffen und UNO stärken

naturfreunde haende

 

Berlin, 4. Juni 2015 – Als „selbstverliebten Hokuspokus“ kritisiert Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands, das G7-Treffen auf Schloss Elmau:

 

Die Ergebnisse der G7/G8-Treffen werden immer dürftiger und die Kosten immer höher. Auch beim G7-Treffen im bayerischen Schloss Elmau laufen die Kosten wieder aus dem Ruder. Statt der offiziell genannten 130 Millionen Euro wird das Treffen wohl bis zu 360 Millionen Euro kosten. Hier hat sich etwas verselbstständigt, was dem ursprünglichen Ziel der G7/G8-Treffen, nämlich einer verantwortungsvollen Kooperation der stärksten Volkswirtschaften, zuwiderläuft.

Elmau ist der bisherige Höhepunkt eines selbstverliebten Hokuspokus, bei dem Wichtigtuer von Verantwortung reden, sich tatsächlich aber aufführen wie verhätschelte Kinder, die jetzt auch mal bei Regen auf die Straße gehen sollen.

Die eigentlichen Aufgaben der Politik

Die internationale wie nationale Politik ist zu einem Management immer neuer Probleme verkommen, welche durch die Untätigkeit der politisch Verantwortlichen überhaupt erst groß werden konnten. Wenn es die Aufgaben der Politik sind, die wirtschaftliche Entwicklung krisenfrei zu halten, das soziale Gefüge der Gesellschaft zu festigen, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und die Demokratie zu erweitern, dann ist das G7-Treffen der angeblich wichtigsten Regierungschefs der Welt von dieser notwendigen Politik so weit entfernt wie die ausgesperrten Demonstranten vom Tagungsort Schloss Elmau.

Was soll der ganze Zinnober für ein paar mühsam verhandelte Protokollformeln, die letztlich nur das Unvermögen zeigen, verantwortungsvolle Politik zu machen? Ein guter Beitrag für eine gerechte Welt wäre, diese Nicht-Gipfel abzuschaffen und stattdessen die UNO zu stärken.

VENRO fordert Politikwechsel von der G7

 venro

PRESSEMELDUNG

 

Berlin den 04.06.2015 – „Die Wirtschafts- und Finanzpolitik der G7 ist mit dafür verantwortlich, dass die Kluft zwischen arm und reich immer größer wird und unsere Umwelt vor dem Kollaps steht“, sagt Dr. Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender von VENRO. „Die Ausrichtung der G7 auf  Wirtschaftswachstum als Lösung aller Probleme ist der falsche Ansatz.“

 

Vom 7.-8. Juni findet der G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern statt. VENRO fordert von der G7 in dem Positionspapier Eine neue Politik für globale Gerechtigkeit, sich für ein nachhaltiges Wirtschafts- und Entwicklungsmodell einzusetzen.

 

„Die G7 muss einen nachhaltigen Entwicklungsweg einschlagen, der globale Gerechtigkeit ins Zentrum stellt“, so Bornhorst. Die wirtschaftliche Stärkung von Mädchen und Frauen, die Unterstützung kleinbäuerlicher Landwirtschaft, der Auf- und Ausbau von Gesundheitssystemen und ein Ausstiegsplan aus der fossilen Energie seien dafür zentrale Themen.

„Angesichts von Klimawandel, Finanz-, Gesundheits- und Nahrungsmittelkrisen kann die G7 nicht mit einer Politik weitermachen, die zu diesen Krisen geführt hat. Wir brauchen große Reformen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.“ Zur Umsetzung der notwendigen Maßnahmen müsse die G7 auch die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen.     

 

„Bundeskanzlerin Angela Merkel muss als Gastgeberin des G7-Gipfels vorangehen und sich nicht nur klar zum 0,7 Prozent-Ziel bekennen, sondernd auch eine verbindliche Zusage mit einem konkreten Zeitplan geben“, so Bornhorst. Das sei in diesem Jahr von besonderer Bedeutung.

 

Im Juli findet die Konferenz der Vereinten Nationen für Entwicklungsfinanzierung in Addis Abeba statt. Im September werden die neuen globalen Nachhaltigkeits- und Entwicklungsziele der Vereinten Nationen verhandelt, die die Millenniumsentwicklungsziele ablösen sollen und im Dezember soll ein neues Klimaabkommen in Paris verabschiedet werden.

 

„Die Ergebnisse der politischen Gipfel in diesem Jahr werden die kommenden Jahrzehnte prägen“, so Bornhorst. „Ein ‚Weiter so‘ kann sich die Welt nicht erlauben.“

Oxfam: G7 müssen über das Thema Umverteilung sprechen

oxfam

Umfrage zum G7-Gipfel: 82 Prozent der Deutschen wollen soziale Ungleichheit auf der Agenda sehen

Berlin, 6. Juni 2015. Das Programm des G7-Gipfels in Elmau stößt auf Kritik der Entwicklungsorganisation Oxfam – und einer überwältigenden Mehrheit der Deutschen. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag von Oxfam Deutschland zeigt, dass 82 Prozent der Deutschen beim Gipfeltreffen der G7-Staats- und Regierungschefs einen Schwerpunkt in den Gesprächen beim Umgang mit weltweit wachsender sozialer Ungleichheit erwarten. Doch dieses Thema steht nicht auf der Agenda.

Jörn Kalinski, Leiter der Kampagnenarbeit von Oxfam Deutschland, kommentiert: „Auf der Tagesordnung stehen Wachstumsfragen, es muss aber auch um Möglichkeiten einer gerechten Verteilung gehen. Angela Merkel hat die Hungerbekämpfung als Gipfelziel ausgerufen. Im kommenden Jahr wird ein Prozent der Weltbevölkerung mehr besitzen als der gesamte Rest. Um glaubwürdig zu bleiben, muss sich die Bundeskanzlerin dafür einsetzten, dass dieser Trend gestoppt wird. Wirtschaftliches Wachstum macht derzeit vor allem die Reichen reicher. Was wir brauchen, sind Wachstums- und Verteilungsstrategien, die besonders den Armen zugutekommen.“

Kalinski weiter: „Derzeit entgehen armen Ländern jährlich Milliardeneinnahmen durch die Steuertricks internationaler Konzerne. Das wird sich auch bei noch  mehr Wirtschaftswachstum nicht ändern. Die G7 müssen dafür sorgen, dass armen Ländern ausreichende Finanzmittel zur Verfügung stehen, um soziale Ungleichheit zu bekämpfen. Dazu gehört, sich für gerechte und transparente internationale Steuersysteme starkzumachen. Ebenso müssen endlich die lange versprochenen 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung gestellt werden. Dieses Ziel wurde vor 45 Jahren formuliert und wird bisher unter den G7-Staaten nur von Großbritannien erreicht. Das liegt nicht an mangelndem Wachstum, das liegt an mangelndem Willen zu gerechter Verteilung.“

Die Umfrageergebnisse stehen zum Download bereit unter www.oxfam.de/files/g7_umfrage_ungleichheit.pdf.

netzwerk cuba nachrichten vom 29.5.2015

Liebe Leser_innen,

zum Wochenende den nächsten newsletter mit einer sehr erfreulichen Nachricht gleich am Anfang.

Netzwerk Cuba

USA streichen Kuba von der Liste der den Terrorismus fördernden Staaten

Die USA haben Kuba aus der Liste der den Terrorismus fördernden Staaten entfernt, heißt es in einer offiziellen Mitteilung vom 29. Mai.

Autor: Prensa Latina(PL) | internet@granma.cu

http://de.granma.cu/mundo/2015-05-29/usa-streichen-kuba-von-der-liste-der-den-terrorismus-fordernden-staaten

Kuba von US-Terrorliste gestrichen

Sozialistische Karibikinsel ist kein »Schurkenstaat« mehr. Bankgeschäfte ermöglicht. Hoffnung auf baldiges Ende der Blockade

Von Volker Hermsdorf

https://www.jungewelt.de/2015/05-30/027.php

US-Senatoren stellen Ende des Embargos gegen Kuba in Aussicht

Havanna. Bei einem Besuch in Kuba haben US-Parlamentarier dem Karibikstaat Hoffnungen auf ein Ende des US-Embargos gemacht

http://www.neues-deutschland.de/artikel/972606.us-senatoren-stellen-ende-des-embargos-gegen-kuba-in-aussicht.html

Kubanische Hoffnungen

Klaus Joachim Herrmann über ein Ende der US-Blockade

http://www.neues-deutschland.de/artikel/972644.kubanische-hoffnungen.html

»Che hat keine Sonntagsreden gehalten«

Gespräch. Mit Benicio del Toro. Über den kubanischen Revolutionär Ernesto Guevara, soziale Fortschritte auf der Karibikinsel und den Wandel in den Beziehungen zwischen Washington und Havanna

Interview: Volker Hermsdorf

http://www.jungewelt.de/2015/05-30/004.php

Eilmeldung: Eröffnung von USA Botschaft auf Kuba

Die USA geben die Eröffnung einer Botschaft auf Kuba in geraumer Zeit bekannt. 

http://daily-cuba.com/usa-botschaft

Wissenschaftsakademie Kubas erweitert ihren Aktionsradius

Mehr als hundert nationale Institutionen und Organisationen, die im Land großes Ansehen genießen, haben Beziehungen zu der Wissenschaftsakademie Kubas (ACC), wie der Vorsitzende der ACC Dr. Ismael Clark Arxer bekanntgab.

Autor: Granma | internet@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-28/wissenschaftsakademie-kubas-erweitert-ihren-aktionsradius

Abel Prieto: Die Unterschiede liegen nicht in den Ideen – sondern in den Prinzipien

Von Yimel Diaz

http://www.fgbrdkuba.de/ck/ck2015-05.pdf

Hoffnung für Hunderttausende

Kuba: Durchbruch bei Krebsforschung. Massenimpfstoff soll mit USA entwickelt werden

Von Tobias Salin

http://www.jungewelt.de/2015/05-28/001.php

Nationalpreisträger für Bildende Künste in der Bienniale

Zum ersten Mal in einer Biennale von Havanna sind Werke von 22 Nationalpreisträgern für Bildende Künste in einer Gruppenausstellung vereint, die uns eine Retrospektive des Besten der bildenden Kunst in Kuba bietet

Autor: Diana Ferreiro | diana@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-29/nationalpreistrager-fur-bildende-kunste-in-der-bienniale

Die Biennale als ein Spiegel

Ein Havanna, verschiedenartig und wechselhaft, steht durch zahlreiche Kunstwerke, die die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich ziehen, im Dialog mit dem kubanischen und ausländischen Publikum, das sich in diesen Tagen einen Platz in seinem Terminkalender freischaufelt, um auf diesen Zug der zeitgenössischen Kunst aufzuspringen, der die kubanische Hauptstadt in eine riesige Galerie verwandelt hat.

Autor: Granma | internet@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-27/die-biennale-als-ein-spiegel

Präsident von El Salvador wertet ersten offiziellen Besuch in Kuba als erfolgreich

„Es war ein erfolgreicher Besuch, der mit einem Treffen unter Brüdern endete“, erklärte Salvador Sánchez Cerén vor seinem Abflug nach El Salvador auf dem Internationalen Flughafen José Martí

Autor: Laura Prada | informacion@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-29/prasident-von-el-salvador-wertet-ersten-offiziellen-besuch-in-kuba-als-erfolgreich

Präsident El Salvadors hebt Solidarität Kubas mit seinem Land hervor

Erster offizieller Besuch von Salvador Sánchez Cerén als Staatschef. Der Präsident El Salvadors, Salvador Sánchez Cerén hob, nachdem er am Dienstag zu seinem ersten Staatsbesuch in Havanna angekommen war, die Solidarität und die Unterstützung hervor, die das kubanische Volk seinem Land erwiesen hat.

Autor: Laura Prada | informacion@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-27/prasident-el-salvadors-hebt-solidaritat-kubas-mit-seinem-land-hervor

Das US-Embargo – Grund für beispielhaften Meeresschutz in Kuba

Lange durch ein US-Handelsembargo isoliert, hat Kuba die Dinge auf seine Weise gemacht. Was für die Bevölkerung viele Beschwerlichkeiten bedeutete, war für das Leben in den Meeren vor der Insel ein Segen.

http://www.dw.de/meeresschutz-auf-kuba-dank-isolation/a-18475912

Internationale Konferenz in Kuba: Steigerung im Kampf zur Beendigung des US-Embargos

Havanna: Über 1.000 Delegierte aus 70 Ländern nahmen am 2. Mai diesen Jahres an der Solidaritätskonferenz mit Kuba teil.

Von Berverley Bernardo

http://www.miami5.de/informationen/presse-150525.html

Hier der Hinweis auf den Blog unserer Freund_innen in La Habana:

https://berichteaushavanna.wordpress.com/

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Weitere Veranstaltungshinweise finden sich auf unserem Terminkalender.

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Hier wieder der Hinweis auf die neuen Artikel in der ncn online – chronologisch über:

www.netzwerk-cuba-nachrichten.de

oder nach Kategorien sortiert über die Gliederungsseite:

www.netzwerk-cuba-nachrichten.de/gliederung-ncn/

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Mit solidarischen Grüßen

die ncn Redaktion

netzwerk cuba nachrichten vom 26.5.2015

kuba cuba

Liebe Leser_innen,

beim letzten newsletter vom 11.5. aus Cuba war ja einiges schief gelaufen. Dafür möchten wir uns entschuldigen. Wer die Ausgabe nicht bekommen hat, kann sie auf der webseite des Netzwerk Cuba nachlesen.

Hier nun, nach 2 Wochen, ein etwas umfangreicherer newsletter.

Weitere Hürden zwischen Kuba und USA abgebaut

Von Edgar Göll amerika21

https://amerika21.de/2015/05/122806/huerdenabbau-kuba-usa

Einigung in Sicht

Washington: Verhandlungen zwischen Kuba und USA überraschend verlängert. Diplomatische Beziehungen könnten bei Übereinkunft wiederaufgenommen werden

Von Volker Hermsdorf

http://www.jungewelt.de/2015/05-23/023.php

Kuba erhöht ab Juni Ankaufpreise für Lebensmittel

Von Marcel Kunzmann amerika21

https://amerika21.de/2015/05/122384/ankaufspreise-lebensmittel

Kuba zählt mehr als 3 Millionen Handynutzer

Vor wenigen Wochen wurde in Kuba der dreimillionste Handyvertrag registriert, wie die staatliche Telefongesellschaft ETECSA jüngst bekannt gab

https://cubaheute.wordpress.com/2015/05/18/kuba-zahlt-mehr-als-3-millionen-handynutzer/

Die westlichen Investoren stehen Schlange

Das Ende der Eiszeit zwischen den USA und Kuba macht Aktieninvestoren hoffnungsvoll. Welche Unternehmen werden von der wirtschaftlichen Annäherung profitieren?

von Alexander Busch, São Paulo

http://www.nzz.ch/wirtschaft/westliche-investoren-stehen-in-kuba-schlange-1.18547602

Öffnung in Kuba: Touristen mit Torschlusspanik

Von Martin Cyris

Schnell hin, bevor die Amis kommen: Manche Urlauber aus Europa haben es derzeit sehr eilig, nach Kuba zu reisen, weil sie baldige Veränderungen befürchten. Viele Kubaner dagegen fiebern dem Wandel entgegen.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/kuba-tourismus-boom-aus-europa-und-usa-a-1034797.html

Künstlerische Dialoge auf der Biennale

Gestern wurde in Romerillo das Organische Museum eröffnet, ein Vorschlag des Künstlers Alexis Leyva Machado (Kcho) in diesem Wohnviertel von Havanna

Autor: Amelia Duarte de la Rosa | internacionales@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-26/kunstlerische-dialoge-auf-der-biennale

Die Biennale hinter der Mauer… und darüber hinaus

Nach dem ersten Wochenende kann man sagen, dass sich die Biennale in Havanna immer mehr vom Konzept einer Megaaustellung entfernt, um in die Gemeinden vorzudringen und Plätze, Parks und andere öffentliche Räume zu besetzen. Ziel ist es, die Arbeit von fast tausend kubanischen und ausländischen Künstlern einem Dilaog mit der kubanischen Wirklichkeit auszusetzen.

Autor: Diana Ferreiro | diana@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-25/die-biennale-hinter-der-mauer-und-daruber-hinaus

Lebenserwartung steigt auf 78,45 Jahre

Interessant ist, dass die Lebenserwartung in den Provinzen Las Tunas und Holguín sogar 79,5 Jahre beträgt

Autor: Orfilio Peláez | orfilio@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-26/lebenserwartung-steigt-auf-7845-jahre

Kleinbauernverband ANAP geht gestärkt aus dem Kongress hervor

Mit einer Botschaft des Dankes an den historischen Führer der Revolution und den Grüßen des Präsidenten Raúl Castro an den Kongress endete am Sonntag das größte Treffen der kubanischen Landwirte

Autor: Sheyla Delgado | sheyla@granma.cu

Autor: Arianna Ceballos | arianna@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-18/kleinbauernverband-anap-geht-gestarkt-aus-dem-kongress-hervor

Frankreich eröffnet neuen Weg in Beziehungen zu Kuba

Francois Hollande sprach sich für Aufhebung der US-Blockade gegen Kuba aus

Autor: Linet Perera Negrin | linetp@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-12/frankreich-eroffnet-neuen-weg-in-beziehungen-zu-kuba

Martí lebt im Gedächtnis der Kubaner weiter

Vor dem Obelisk, der an dem Ort steht, an dem José Martí im Kampf gefallen ist, fand die nationale Veranstaltung zu seiner Ehrung statt, an der Hunderte von Kubanern aller Generationen teilnahmen, darunter auch Ramón Labañino und René González.

Autor: Dilbert Reyes Rodríguez | dilbert@granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-20/marti-lebt-im-gedachtnis-der-kubaner-weiter

Lateinamerika dringt auf Änderung der Migrationspolitik

Von Marta Andujo amerika21

https://amerika21.de/2015/05/122885/la-kritik-migrationspolitik

Kubanische Delegation bei der Seligsprechung von Monsignore Oscar Romero

Der Erste Vizepräsident des Staats- und des Ministerrats der Republik Kuba, Miguel Díaz-Canel Bermúdez führt die Delegation an, die an der Seligsprechung von Monsignore Oscar Arnulfo Romero am 23.Mai in El Salvador teilnimmt.

Autor: Granma | internet@granma.cu

http://de.granma.cu/mundo/2015-05-22/kubanische-delegation-bei-der-seligsprechung-von-monsignore-oscar-romero

Kuba-Party für 86-Jährigen

Ein Lichtensteiner Senior engagiert sich für den Karibik-Staat. Um bei der Party zum Nationalfeiertag in Berlin dabei zu sein, hat er einen Bus gemietet.

http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Kuba-Party-fuer-86-Jaehrigen-artikel9201943.php

Hier der Hinweis auf den Blog unserer Freund_innen in La Habana:

https://berichteaushavanna.wordpress.com/

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Weitere Veranstaltungshinweise finden sich auf unserem Terminkalender.

INKOTA: 75 Prozent des weltweiten Saatguts in der Hand von zehn Konzernen

inkota
[Berlin, Köln, 27. Mai 2015] – Die Dominanz von Agrar- und Ernährungskonzernen wächst stetig und wird durch die Regierungen der G7 massiv unterstützt. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung auf dem Saatgutmarkt. Die zehn größten Saatgutkonzerne haben weltweit einen Marktanteil von 75 Prozent. Neun der zehn Konzerne stammen aus G7-Staaten, unter ihnen Monsanto, Dupont und Bayer CropScience. Das zeigt die neue Broschüre „Konzernmacht grenzenlos“, die sieben Entwicklungsorganisationen im Vorfeld des G7-Gipfels veröffentlichen.

Seit 30 Jahren wächst der kommerzielle Saatgutmarkt stark und umfasst mittlerweile ein Volumen von über 44 Milliarden US-Dollar. Dieser Markt wird von wenigen Konzernen dominiert. Mit zunehmender Machtkonzentration, wie der jüngste Übernahmeversuch des drittgrößten Saatgutkonzerns Syngenta durch den Marktführer Monsanto zeigt.

Die Saatgutunternehmen konzentrieren sich auf die Entwicklung einiger weniger Sorten, die sie global vermarkten. Durch ihre Marktdominanz und konzernfreundlichen Gesetzgebungen werden Bäuerinnen und Bauern kriminalisiert, wenn sie ihr eigenes Saatgut züchten und handeln. „Sie geraten in die Abhängigkeit von Konzernen und können nicht länger unabhängig für ihre Ernährung und ihr Einkommen aufkommen. Langfristig führt dies zu einer Ausweitung von Armut“, erklärt Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forum Umwelt und Entwicklung.

Durch die Konzernstrategie, nur wenige Sorten zu vermarkten, hat sich die Vielfalt aller weltweit angebauten Kulturpflanzen im Laufe des 20. Jahrhunderts um 75 Prozent verringert. „Eine fatale Entwicklung“, meint Jan Urhahn, Referent für Landwirtschaft und Ernährung bei INKOTA, „denn eine große Sortenvielfalt ist ein zentraler Überlebensfaktor, um sich an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels anzupassen.“ Bäuerinnen und Bauern in Entwicklungsländern werden durch die Dominanz von Agrarkonzernen somit mehrfach benachteiligt. Erschreckend an der derzeitigen Entwicklung im globalen Agrarsektor sei aber nicht allein die Dominanz von einigen wenigen Megakonzernen. „Ihre Vorherrschaft wird durch die Politik der G7-Regierungen noch untermauert“, so Urhahn weiter.

Welternährung war in den letzten Jahren immer wieder Schwerpunkt der G7-Gipfel. Dazu haben die Regierungen eigene Programme verabschiedet, die mit dem Ziel der Hungerbekämpfung Investitionen in die Landwirtschaft in Entwicklungsländern vereinfachen sollen – faktisch aber lediglich Konzernen neue Absatzmärkte verschaffen. „Mit der Gründung der G7-Initiative ‚Neue Allianz für Ernährungssicherung‘ 2012 und den damit verbundenen Abkommen mit afrikanischen Staaten haben sich die G7 direkt in den Kampf um Saatgut in Afrika eingemischt“, so Stig Tanzmann, Agrarexperte von Brot für die Welt. „Die afrikanische Landwirtschaft soll mit aller Macht industrialisiert und kapitalisiert werden“, so Tanzmann weiter.

In der neuen Broschüre „Konzernmacht grenzenlos: Die G7 und die weltweite Ernährung“ haben Brot für die Welt-Evangelischer Entwicklungsdienst, FIAN Deutschland, das Forum Umwelt und Entwicklung, das INKOTA-netzwerk, Misereor, Oxfam Deutschland und die Welthungerhilfe erstmals in dieser Form aktuelle Informationen zusammengetragen, die die Machtkonzentrationen im gesamten Agrarsektor von Saatgut, über Handelspolitik bis hin zum Supermarkt mit Fakten und Beispielen veranschaulichen. Abschließend wird aufgezeigt, an welchen Stellschrauben die G7 drehen müssen, wenn sie tatsächlich zu einer nachhaltigen Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung beitragen wollen.

Infografiken und Studie: http://www.inkota.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung-75-prozent-des-weltweiten-saatguts-in-der-hand-von-zehn-konzernen/#c12061

Studie: