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CC: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/ Foto: Tim Christensen/ROBIN WOOD

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Foto: Tim Christensen/ROBIN WOOD

+ + + ROBIN WOOD-Pressemitteilung v. 4.11.2015 + + +
* Protest gegen Gasförderer Exxon Mobil in Hamburg

Zwei ROBIN WOOD-AktivistInnen seilten sich heute Vormittag vom Dach des Firmensitzes der Europa-Zentrale von Exxon Mobil in Hamburg ab. An der Fassade entrollten sie ein Banner mit der Aufschrift: „Exxon Morbid empfiehlt Fracking. Wir sagen Nein!“ Sie protestieren damit gegen die Fracking-Projekte des Unternehmens und seine Lobbyarbeit für die Genehmigung dieser Technologie zur Schiefergasförderung in Deutschland.
ROBIN WOOD fordert von Exxon Mobil, sämtliche Fracking-Projekte zu stoppen. Darüber hinaus setzt sich die Umweltorganisation dafür ein, Fracking gesetzlich zu verbieten.

„Fracking ist eine Hochrisiko-Technologie, die die Energiewende ausbremst“, kritisiert Philip Bedall, Energiereferent bei ROBIN WOOD.
„Exxon Mobil stellt seine privatwirtschaftlichen Interessen an der Ausweitung des Frackings über den Schutz von Klima, Umwelt und Gesundheit.“

Exxon Mobil ist als weltgrößter privater Öl- und Gaskonzern für die globale Verbreitung der Fracking-Technologie von zentraler Bedeutung.
Mit seinem Tochterunternehmen XTO Energy ist Exxon Mobil in den USA einer der größten Player im Bereich der Schiefergasförderung durch Fracking. In der Bundesrepublik – wo Exxon Mobil bislang rund zehn Prozent des inländisch produzierten Erdgases liefert – zielt das Unternehmen durch intensive PR- und Lobbyarbeit darauf ab, dass die Fracking-Technologie zur Gasförderung aus Schiefergestein und Kohleflözen zugelassen wird. Potentielle Fördergebiete liegen vor allem in Niedersachsen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen.

Bundesweit kamen bei der Erdgasförderung bereits rund 300 Fracs in Sandstein-Lagerstätten zum Einsatz. Etwa ein Drittel der deutschen Erdgasförderung basiert nach Industrieangaben gegenwärtig auf der Fracking-Technologie. Der bundesweit einzige Einsatz von Fracking zur Schiefergasförderung erfolgte 2008 durch Exxon Mobil im niedersächsischen Damme.

Beim Fracking wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und anschließend das darin enthaltene Erdgas zu fördern. Die dabei eingesetzten Chemikalien sowie die Verpressung des Lagerstättenwassers, das mit Quecksilber, Arsen und natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen belastet ist, gefährden das Grundwasser. Bislang ungeklärt ist, wie Bohrschlämme und belastetes Lagerstättenwasser sicher beseitigt werden können. Zudem können Fracking-Projekte Erdbeben induzieren, wie etwa im niedersächsischen Landkreis Rotenburg geschehen.

Fracking schadet auch dem Klima: Schätzungen gehen davon aus, dass beim Fracking von Schiefergaslagerstätten bis zu 17 Prozent der gesamten Fördermenge ungewollt entweicht. Unverbranntes Erdgas (Methan) ist 32mal klimaschädlicher als CO2. Die Klimabilanz von Schiefergas könnte deshalb langfristig schlechter ausfallen als die von Braunkohle – dem bislang größten Klimakiller.

Die Bundesregierung bringt derzeit ein Gesetzespaket auf den Weg, das Fracking in Deutschland weiträumig ermöglichen soll, doch bundesweit hat sich ein breiter Widerstand gegen Fracking formiert. An zahlreichen Orten wehren sich Bürgerinitiativen und Umweltverbände gegen Fracking-Vorhaben. Rund 2.200 Gemeinden haben sich inzwischen gegen Fracking in ihren Regionen ausgesprochen.

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