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Beiträge mit Schlagwort ‘Faschismus’

NaturFreunde gedenken der Opfer von Buchenwald

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Berlin, 10. April 2017 – Vor dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald haben NaturFreunde die Gedenkstätte in Weimar besucht und der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. NaturFreunde-Vorstandsmitglied Joachim Nibbe erklärte: „Kein Mensch darf aufgrund von Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht, Religionszugehörigkeit oder sexueller Orientierung diskriminiert werden.“ Nibbe betonte dabei auch, dass sich die NaturFreunde seit ihrer Gründung gegen Ausgrenzung und Rassismus engagieren.   

 

In Erinnerung an die im KZ Buchenwald von den Nazis ermordeten Menschen warnte Nibbe vor Fremdenhass und Nationalismus: „Der Rassismus hat Deutschland schon einmal in die Katastrophe geführt“, so Nibbe. Es gehe heute in Deutschland darum, den Anfängen zu wehren und politische Bewegungen und Parteien zu bekämpfen, welche die freiheitliche und demokratische Ordnung infrage stellten, die sich Deutschland nach 1945 gegeben habe.

 

Die NaturFreunde erinnerten an der Wirkungsstätte von Goethe und Schiller auch daran, dass die Menschheit nur in einem solidarischen Miteinander überleben könne. Nibbe: „Wir NaturFreunde treten ein für ein einiges Europa, das seit dem Zweiten Weltkrieg zwischen den Völkern im Herzen unseres Kontinents Frieden und Wohlstand geschaffen hat. Dies ist heute notwendiger denn je.“

Verfolgung und Widerstand in Bamberg: VVN/BdA Bamberg veröffentlicht einmalige historische Dokumente

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Die Bamberger Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen (VVN/BdA) veröffentlicht aktuell auf ihrer Website einmalige historische Zeugnisse über ihre Mitglieder. 221 Namen von Verfolgten und Widerständlern – die Meisten davon bisher unbekannt – finden sich nun im Internet.

Es handelt sich um einen wiedergefundenen Ordner im Archiv der VVN/BdA Bamberg, bestehend aus einer Mitgliederliste von 1948 und über 80 persönlich ausgefüllten Fragebögen. In den Anfangsjahren der VVN waren nur Frauen und Männer Mitglied der VVN, die im Nationalsozialismus verfolgt worden waren oder Widerstand geleistet haben. Aus Bamberg und der näheren Umgebung waren Menschen u.a. in die Konzentrationslager Dachau, Flossenbürg, Mauthausen, Buchenwald, Ravensbrück, Auschwitz, Theresienstadt und verschiedene weitere Zuchthäuser und Gefängnisse verschleppt worden.

„Wir haben uns über Wochen die Arbeit gemacht alle Dokumente zu digitalisieren und abzutippen“, erklärt Günter Pierdzig, Vorsitzender der Bamberger VVN/BdA. „Nun sehen wir, dass es sich gelohnt hat. Wir haben nicht nur ein fehlendes Stück Bamberger Geschichte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, sondern auch den Mut und das Leiden der Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft.“

„Auf unserer Seite finden sich erschütternde Beispiele für Menschen, die uns bis heute Vorbild sein können“, meint Günter Pierdzig, „beispielsweise das Schicksal der Bambergerin Therese Schiel, die für drei Wochen inhaftiert wurde. Sie hatte nicht mehr verbrochen, als einem französischen Zwangsarbeiter ein Stück Brot zu geben.“

Auch der Rom Paul Seeger war Mitglied der VVN. Er war nach Auschwitz und Buchenwald verschleppt worden und beschreibt in seinem Fragebogen das Leid seiner Familie: „Mir wurde meine Frau nebst 2 Kinder von 3 u. 8 Jahren, nebst mein Bruder mit Frau u. 6 Kinder, meine Schwester mit 3 Kinder und sämtliche Verwandtschaft am 2. August 1944 in Auschwitz vergast und
verbrannt.“

„Gerade heute, wo wir es erneut mit rechtspopulistischen und rechtsextremen Organisationen zu tun haben, müssen uns diese Zeugnisse eine Warnung sein“, mahnt Günter Pierdzig. „Wir müssen genau darauf achten, welche Gesetze und welche Behandlung Minderheiten zugemutet werden. Wenn es brenzlig wird, müssen wir eingreifen. Dies ist unsere Pflicht gegenüber den Überlebenden und den Toten und zur Bewahrung unserer Gesellschaft.
Die Dokumente können eingesehen werden unter: http://bamberg.vvn-bda.de/

Erklärung der FIR zu den rechtswidrigen Maßnahmen der lettischen Regierung gegenüber deutschen Antifaschisten

Berlin, 16.03.2016

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Mit Überraschung und Empörung mussten wir heute von deutschen und lettischen Antifaschisten erfahren, dass die Regierung Lettlands – gegen alle Regel der Europäischen Union – Bürgern der Bundesrepublik Deutschland, denen keinerlei Rechtsvergehen vorgeworfen werden konnte, die Einreise in das Land untersagte. Einer Frau wurde bereits in Berlin – auf Anweisung der lettischen Regierung – der Zutritt zu einer regulären Maschine von Baltic Air verweigert, fünf Deutsche wurden auf dem Flughafen von Riga in Internierungshaft genommen – in der Einrichtung für illegal anreisende Flüchtlinge. Ziel dieser Personen war die Teilnahme an einer genehmigten Protestkundgebung gegen den geplanten Aufmarsch ehemaliger Angehöriger lettischer SS-Verbände und ihrer Sympathisanten.
Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten verurteilt dieses Verhalten der lettischen Regierung aus folgenden Gründen:
1. Es ist nicht zu tolerieren, dass sich die lettische Regierung über die Normen des freien Personenverkehrs innerhalb der EU glaubt hinwegsetzen zu können. Wir erwarten von den Gremien der Europäischen Union und der Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Lettland deutliche Protestnoten.
2. Es ist nicht zu tolerieren, dass die lettische Regierung offenkundig alles dafür tut, dass ehemalige SS-Verbrecher und ihre Verbände, sowie deren Sympathisanten ungehindert in Riga aufmarschieren dürfen. Wir erwarten von der Europäischen Union, dass sie die lettische Regierung deutlich an ihre Verpflichtung erinnert, keinerlei Geschichtsrevisionismus und Verherrlichung der faschistischen Verbrechen zuzulassen. Die Teilnehmenden der Internationalen Konferenz gegen Antisemitismus in Berlin müssten – wenn sie es mit ihrem Anliegen ehrlich meinen – deutliche Worte gegen das Verhalten der lettischen Regierung finden.
3. Es ist nicht zu tolerieren, dass die lettische Regierung einen friedlichen und demokratischen Protest, der sich in den gesetzlichen Rahmen der lettischen Verordnungen bewegt, durch solche Maßnahmen unterdrückt und – durch die Inhaftierung der Teilnehmenden – sogar kriminalisiert. Wir erwarten vom deutschen Außenministerium, dass sie unverzüglich Kontakt zur lettischen Regierung aufnimmt und die Freilassung der Bürger der BRD veranlasst.
Wir erklären uns solidarisch mit den lettischen Antifaschisten, die seit mehreren Jahren den Protest gegen das SS-Treffen organisieren, und stehen hinter allen Antifaschisten und Demokraten aus den verschiedenen europäischen Ländern, die diese Aktion unterstützen wollen.

gez. Dr. Ulrich Schneider, Generalsekretär der FIR

GEW Oberfranken: Die Morddrohungen sind Alarmsignale

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Gewerkschaft fordert ernsthafte Konsequenzen.
Beschimpfungen im Internet, Einschüchterungsversuche und handgreifliche Attacken gegenüber engagierten Antifaschistinnen und Antifaschisten haben Besorgnis erregend zugenommen. Ende November erhielten fünf bekannte Nürnberger und Fürther Bürger*innen wegen ihres demokratischen Engagements sogar Todesdrohungen:
Kollege Ulli Schneeweis (Verdi-Gewerkschaftssekretär), die Sozialwissenschaftlerin Birgit Mair (ISFBB e.V.) und ein Journalist des Bayrischen Rundfunks; außerdem ein früherer Mitarbeiter von Endstation Rechts-Bayern, jetzt Geschäftsführer der Nürnberger SPD, sowie ein Stadtrat der Linken-Liste in Nürnberg.
Der GEW-Bezirksvorstand Oberfranken erklärt seine Solidarität mit den bedrohten Demokrat*innen und fragt: Was wird gegen die Mordankündigungen der Nazis unternommen?
„Das sind nicht zu überhörende Alarmsignale. Mit polizeilichen Ermittlungen ist es nicht getan“, sagt der GEW-Bezirksvorstand. Den seit Jahren wiederholten Ankündigungen eines Verbots der NPD sowie der faschistischen und rassistischen Ersatz- und Tarnorganisationen müssten endlich Taten folgen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Oberfranken erklärt sich solidarisch mit den Betroffenen. „Wir werden uns genauso wenig wie sie durch feige, anonyme Drohungen einschüchtern lassen“, so die Bildungsgewerkschaft, „ und uns weiterhin aktiv gegen Nazis und ihre rassistische Hetze einsetzen. Wir fühlen uns verpflichtet, allen Versuchen entgegenzutreten, künstlich Gegensätze zwischen Menschen verschiedener Herkunft, Kultur oder Religion zu konstruieren.“
Die GEW fühle sich aber genauso verpflichtet, für die Lösung der sozialen Probleme und der krassen Ungleichheiten in unserer Gesellschaft einzutreten, ebenso gegen Kriegspropaganda und Militarisierung. Denn nur so könne es auf Dauer gelingen, solcherart Hass erfüllten Hetze den Boden zu entziehen. „Für uns als demokratische Pädagog*innen und Lehrkräfte heißt das, Mut zu machen dafür, gemeinsam weiterzuarbeiten an dem Ziel

VVN-BdA Berlin: Veranstaltung: 7.-9. Mai Polnische BefreierInnen vom Faschismus in Berlin

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Liebe Leute,

anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung vom deutschen Faschismus hat die Berliner VVN-BdA vier ehemalige polnische Kombattantinnen und Kombattanten nach Berlin eingeladen, die im Frühjahr 1945 als 1. Polnische Armee an der Seite der Roten Armee u.a. in Berlin-Charlottenburg (an der damaligen Technischen Hochschule) und im Tiergarten gekämpft haben.

Hier das Programm: http://www.krise-und-kritik.de

Ein direktes Gespräch mit den polnischen Gästen besteht am 7. Mai um 18:00 Uhr im Rathaus Charlottenburg (Festsaal); am 8. Mai um 15:30 Uhr im Berliner Abgeordnetenhaus (um Anmeldung bei der Berliner VVN-BdA wird gebeten) sowie am 9. Mai gg. 13:00 Uhr auf dem Befreiungs-Fest im Treptower Park.

Unter den vier Gästen ist auch Hania Szelewicz, die in der 2. Division kämpfte, deren Regimente an der Befreiung des KZ Sachsenhausen beteiligt waren. Ein Interview mit Ihr kann in der 4. Ausgabe der „Fragt uns – wir sind die letzten“ Broschüre nachgelesen werden (http://fragtuns.blogsport.de/images/FragtunswirsinddieLetzten4.pdf) Desweiteren Lech Tryuk, der zunächst in der 104. Syndikalistischen Kompanie der AK im Warschauer Aufstand kämpfte und nach dessen Scheitern -wie auch andere AntifaschistInnen der 27. Wolhynien AK-Division- sich der vom Osten kommenden 1. Polnischen Armee anschloss, um nicht nur Polen sondern auch Deutschland von den Nazis zu befreien. Weitere Gäste sind Henryk L. Kalinowski, der als Pionier in Moabit u.a. die Brücke Jungfernheide entmint hat und über den Westhafenkanal Brücken gelegt hat, damit die sowjetische Panzer-Garde-Armee ins Zentrum vorstoßen kann; sowie Eugeniusz Skrzypek, der an der Marchbrücke, am Charlottenburger Tor und der damaligen Technischen Hochschule (heute TU) kämpfte.

Hingewiesen sollte auch auf einen Dokumentar-Film unter dem Titel „Vergesst nicht unseren Kampf! Die polnischen Befreierinnen und Befreier vom Faschismus“ von Christian Carlsen und Philipp Jansen, der auf dem Befreiungs-Fest am 9. Mai im Treptower Park gezeigt wird.

Unter folgendem Link kann Info-Material heruntergeladen werden auch in polnischer Sprach-Fassung:
https://www.dropbox.com/sh/hjd676x90vzad1q/AADn0oMz18SYttuZ8-bqBAJpa?dl=0

Es wäre schön wenn viele Menschen zu den genannten ZeitzeugInnen-Gesprächen kommen könnten, auch, um ein Signal zu setzen angesichts der herrschenden nationalistischen Geschichtsnarrative in Polen, die den wichtigen Beitrag dieser Menschen im Widerstand bewusst schmälern.

Wer bei der Betreuung der Gäste während ihres Besuches mithelfen will kann sich an die Berliner VVN-BdA wenden.

Runder Tisch gegen Rassismus und Faschismus: Reiseverbote für Antifaschist*innen

Pressemitteilung

antifa125_03Am Freitag, 14.11.2014, hat die Polizei in der Landeshauptstadt Kiel mindestens drei sogenannte „Gefährderansprachen“ bei Antifaschist*innen in Kiel durchgeführt, unter anderem bei der für die Gewerkschaft ver.di aktiven Sprecherin des Runden Tisches gegen Rassismus und Faschismus Bettina Jürgensen.

Als Ziel ihrer „Ansprache“ gaben die Zivilbeamten der Polizei an, eine Teilnahme dieser Antifaschist*innen an den dort antifaschistischen Demonstrationen am 15.11.14 in Hannover gegen die stattfindende Kundgebung der „Hooligans gegen Salafisten“ verhindern zu wollen. In einem sehr aggressiven Ton wurde darauf hingewiesen, dass „Straftaten extrem niedrigschwellig durch die Polizei unterbunden werden“. Es wurde geradezu davor gewarnt, nach Hannover zu reisen. Geplante Reisewege und Angaben über Mitreisende wurden ebenfalls (erfolglos) erfragt.

In einem Referat Birgit Müllers an dem Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei (BPFI) wird festgestellt:
„Bei der Gefährderansprache handelt es sich um ein verhaltensbeeinflussendes Instrument. Die individuelle Ansprache signalisiert dem potentiellem Gefährder, dass polizeiliches Interesse an seiner Person besteht, die Gefährdungslage bei der Polizei registriert wird und die Lage ernst genommen wird.“
Weiter werden in diesem Papier folgende Aussagen genannt:
„Eine Allzweckwaffe zur Erfüllung des polizeilichen Auftrags.“
„Entsprechend pointiert ist die Gesprächssituation, die einem warnenden ,Kettengerassel‘ nicht unähnlich ist.“
„Die Polizei signalisiert ihnen: Wir kennen euch, wir haben euch im Auge.“
„Die individuelle Ansprache bewirkt, dass dem Täter ein erhöhtes Tatentdeckungsrisiko deutlich gemacht wird und durch das Gespräch zusätzliche Informationen gewonnen werden können, die für das polizeiliche Folgehandeln eine wichtige Grundlage bilden.“
Soweit aus dem Referat der BPFI.

Der Runde Tisch gegen Rassismus und Faschismus Kiel sieht in dem Auftreten der Polizei einen erneuten Versuch der Kriminalisierung antifaschistischen Handelns. Dagegen wehren wir uns und fordern alle demokratischen und antifaschistischen Organisationen und Personen Kiels auf, dieses Vorgehen der Polizei zu verurteilen.

Wir erinnern in diesem Zusammenhang daran, dass bereits 2008 ein Hausverbot im Kieler Rathaus gegen Antifaschist*innen ausgesprochen wurde, die an der Auszählung der Stimmen zur Kommunalwahl teilnehmen wollten. Begründung war damals, sie würden dem antifaschistischen Spektrum zugerechnet und es bestehe Gefahr von Aktionen gegen den NPD-Kandidaten Hermann Gutsche.

Das jetzige Verhalten der Polizei ist allerdings eine ganz neue Qualität. Hausbesuche, um antifaschistisches Handeln schon in der Entstehung zu verhindern und aktive Menschen bereits in den eigenen vier Wänden einzuschüchtern, hat es in Kiel seit vielen Jahrzehnten nicht gegeben.

Wie lange soll faschistisches und rassistisches Auftreten noch geduldet und polizeilich geschützt werden?

Wie lange noch werden andererseits antifaschistische Aktivitäten bedroht, unterbunden und kriminalisiert?

Wir werden weiter im Sinne unserer Kieler Erklärung gegen Rassismus und Faschismus aus dem Jahre 2001 handeln, in der es unter anderem heißt:
„Solidarisches Verhalten und Zivilcourage bis hin zum zivilen Ungehorsam tun not. (. . .) Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen!
Leisten wir Widerstand gegen Neonazis, rechte Skinheads und alle neofaschistischen Organisationen und Parteien!“

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