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Beiträge mit Schlagwort ‘Braunkohle’

Greenpeace-Aktivisten gehen in über 60 Städten für Klimaschutz auf die Straßen

Presseerklärung vom 29. Mai 2015
*Klima- oder Kohlekanzlerin? Entscheiden Sie sich, Frau Merkel*

antikohle
Köln, 29. 5. 2015 – Für mehr Einsatz der Bundeskanzlerin zum Schutz des Klimas gehen deutschlandweit Greenpeace-Aktivisten am Samstag, den 30. Mai, in 62 Städten auf die Straße. Auch in Köln fordern die Umweltschützer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), ihren internationalen Versprechungen endlich national Taten folgen zu lassen und einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohlekraft anzukündigen. Auf einem Banner auf dem Chlodwigplatz fragen sie: „Klima- oder Kohlekanzlerin?“ „Die Kanzlerin findet große Worte auf der internationalen Klima-Bühne. Wenn es jedoch um Entscheidungen im eigenen Land geht, sieht sie stillschweigend zu, wie die Kohlelobby den Klimaschutz sabotiert“, sagt Tim Petzoldt Sprecher von Greenpeace Köln.

Deutschland wird sein Klimaziel im Jahr 2020 nur erreichen können, wenn die Kohleverstromung deutlich reduziert wird. Doch um die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgeschlagene Klimaabgabe auf alte Kohlekraftwerke ist Streit entbrannt.

Kohlekonzerne, Gewerkschaften und der Wirtschaftsflügel der CDU blockieren die notwendige Drosselung der Klimakiller. Unter dem massiven Druck scheint sich Gabriel nun der Kohlelobby zu beugen. Sein neuer
Vorschlag: Der Kraftwerksbereich soll nur noch 16 Millionen Tonnen CO2 einsparen statt der ursprünglich vorgesehen 22 Millionen Tonnen. So verfehlt die Bundesregierung jedoch ihr Klimaziel und blamiert sich beim kommenden G7-Gipfel im bayerischen Elmau. Anfang Juni beraten dort die sieben größten Industriestaaten über Klimaschutz. Das Ergebnis gilt als wichtiges Signal für den Weltklimagipfel Ende 2015 in Paris.

36 Kohlekraftwerke können sofort abgeschaltet werden

Deutschland benötigt einen Großteil der schmutzigen Kohlekraftwerke gar nicht mehr für eine gesicherte Energieversorgung, wie Greenpeace kürzlich mit einer Studie belegte (http://www.greenpeace.de/themen/energiewende/fossile-energien/sauberer-plan-fur-kohle-aus.).

Durch den stetigen Ausbau der Erneuerbaren Energien könnten die 36 ältesten Kohlemeiler sofort vom Netz gehen. „Es zeigt sich immer klarer, dass der Bundeskanzlerin die Profitinteressen einzelner Energiekonzerne wichtiger sind als der Klimaschutz“, sagt Petzoldt. Ihren Wirtschaftsminister Gabriel läßt Merkel seit Wochen im Regen stehen.
„Merkel muss erklären, wie sie in Deutschland CO2 einsparen will, nur so hat sie als Gastgeberin die Chance, den G7-Gipfel zu einem internationalen Erfolg für das Klima zu führen“, so Petzoldt weiter.

Kohleausstieg Berlin: Trinkwasserschutz und Gesundheit haben oberste Priorität

PRESSEMITTEILUNG 20. Mai von Kohleausstieg Berlin

Kohle Ocker
Energiepolitiker aller Parteien fordern Berliner Senat auf in Sachen Tagebaue zu handeln

Ist die Qualität des Berliner Trinkwassers bereits in fünf Jahren gefährdet? Messungen des BUNDs schließen dies bei einem weiteren Anstieg der Sulfatbelastung zumindest nicht aus.

Auf der gestrigen Veranstaltung des Bündnisses „Kohleausstieg Berlin“ zur Trinkwassergefährdung durch Tagebaue wurde auch diese Frage mit den energiepolitischen Sprechern, der im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien, diskutiert. Alle Vertreter erklärten, dass die Gesundheit der Berliner*innen Vorrang vor den Interessen Vattenfalls hat. Einig waren sich Daniel Buchholz (SPD), Michael Garmer (CDU), Pavel Meyer (Piraten), Michael Schäfer (Grüne) und Harald Wolf (Linke) zudem, dass es zukünftig keine neuen Tagebaue in Brandenburg geben soll.

Gemeinsam wollen die Parlamentarier nun den Berliner Senat auffordern, die Fragen der Haftung und Rückstellung für die entstehenden Schäden durch das in der Spree gelöste Sulfat zu klären. Auch soll ein eigenes Gutachten die zukünftige Sulfatbelastung in der Berliner Spree prognostizieren. Eine von Vattenfall beauftragte Prognose weicht von den derzeit gemessenen Werten deutlich ab.

Quelle der in der Spree gelösten Sulfate sind die Tagebaue in der Lausitz. Dort setzt Vattenfall auch in Zukunft auf die Stromgewinnung aus Braunkohle und will neue Tagebaue erschließen. Eine erhöhte Sulfatbelastung führt bei Menschen zu Übelkeit und Durchfall, richtet aber auch erhebliche Schäden an Brücken und den Wasserleitungen an.

„Der Berliner Senat steht bei der Sicherheit unseres Trinkwassers in der Verantwortung. Geeignete Mittel, wie die gemeinsame Landesplanung müssen dazu genutzt werden, neue Tagebaue in der Lausitz zu verhindern. Berlin muss hier endlich handeln anstatt wie in der Vergangenheit nur zu zuschauen. Wir erwarten, dass in der gemeinsamen Kabinettssitzung am kommenden Dienstag Herr Müller klare Worte findet“, erklärt Stefan Taschner von BürgerBegehren Klimaschutz für Kohleausstieg Berlin.

Kohleausstieg Berlin setzt sich zusammen aus Vertreter*innen verschiedener klimapolitisch aktiven Organisationen. Zu den Kohleausteiger*innen zählen: Attac Berlin, BUND Berlin, BürgerBegehren Klimaschutz, Fossil Free Berlin, Gegenstrom, Greenpeace Berlin, GRÜNE LIGA Berlin, NaturFreunde Berlin und PowerShift.

Kohlegespräche – über Wachstum und Klimagerechtigkeit in Hamburg, Aachen, Leipzig, Augsburg, Mainz

antikohle
http://www.degrowth.de/de/sommerschule-2015/vortragsreihe-kohlegesprache/
Wir müssen reden.Über Klimawandel – Kohletagebaue – die Verwüstung ganzer Landstriche. Darüber, was unser lokales Kohlekraftwerk mit den Flüchtlingsbooten auf dem Mittelmeer zu tun hat. Darüber, dass der UN-Klimagipfel nicht die Lösung bringen wird. Darüber, dass in Deutschland immer noch massenhaft Menschen zwangsumgesiedelt werden, um Tagebauen Platz zu machen – obwohl Braunkohle der Klimakiller Nr. 1 ist. Darüber, was wir durch Wirtschaftswachstum verlieren – und wer davon profitiert.

Und darüber, wie wir eine Massenbewegung aufbauen können – gegen Kohle, für eine sozial gerechte Energiewende.

Wir laden ein:

– zu Gesprächen über Kohle, Wachstum, Klimagerechtigkeit – mit Referent*innen und mit Menschen aus Ihrer Stadt, aus Ihrer Region.

– zum Kennenlernen, Austauschen, Vernetzen, Pläne schmieden

– zur Unterstützung von bestehenden Initiativen – gegen Kohlekraft, für eine konsequente Energiewende, solidarische Postwachstumsökonomie und weltweite Klimagerechtigkeit.

Termine:

  • Hamburg, 7. Juni, Centro Sociale
  • Aachen, 8. Juni, 20 Uhr, Café Papillon
  • Aachen, 9. Juni, 20 Uhr, KuKuK
  • Leipzig, 16. Juni, 20 Uhr, Schaubühne Lindenfels
  • Augsburg, 17. Juni, 20 Uhr, Rheingold
  • Mainz, 18. Juni, Haus der Jugend

Eintritt frei

Organisiert von: Rosa-Luxemburg Stiftung, Attac, Konzeptwerk Neue Ökonomie

Radeln gegen Kohle – die kritische Energieradtour zum Thema Vattenfall

Samstag den 30. Mai 2015 – 11:00 – 17:00 Uhr- Start: S-Bahnhof Westhafen – Ziel: Ostkreuz

antikohle
>>> Achtung: Anmeldeschluss Mittwoch der 27. Mai 2015 <<<

Als Beitrag zum Berliner Bündnis „Kohleausstieg Berlin“ bietet die AG Energie des globalisierungskritischen Netzwerks attac in Berlin eine Sondertour per Rad an:

Die ca. siebenstündige Fahrt geht vorbei an Kraftwerken, Energieleitungen und Konzernzentralen. Dabei zeigt sie, wie die Energieversorgung in Berlin funktioniert und welche Alternativen es gibt. Sie führt vorbei an zentralen Schauplätzen der Energieerzeugung und -politik in Berlin und bewegt sich klimafreundlich auf dem Berliner Radwegenetz.

Im Mittelpunkt der Stadterkundung steht immer wieder der Energiekonzern Vattenfall: Der Schwedische Energieriese hat durch die Übernahme der Bewag den größten Teil der Strom- und Wärmeversorgung der Hauptstadt übernommen. Dabei setzte der Konzern bisher überwiegend auf den Energieträger Kohle und ist damit einer der größten Klimasünder der Region.

Doch es gibt auch Alternativen: Mit dem Berliner Energietisch, Anti-Atom- und Kohleausstiegsbündnissen und zahlreichen Initiativen nehmen Bürgerinnen und Bürger die Energiewende selbst in die Hand und kämpfen für echte Bürgerbeteiligung.
Infos und Praktisches zur Tour:

Treffpunkt ist der S-Bahnhof Westhafen. Die Tour dauert ca. 7 Stunden.

Wir planen Pausen ein: Wir kehren zwischendurch in den Prinzessinnengärten ein. Dort gibt es die Möglichkeit eines vegetarischen Mittagessens je nach Angebot für ca. 6,50 €

Wir nutzen an der Spree Nähe Plänterwald die Solar-Fähre (BVG Fahrkarte / Kurzstrecke + 1,10 € Fahrradmitnahme)

Wir fahren auch bei leichtem Regen bzw. gelegentlichen Schauern. Denkt bitte an geeignete Kleidung! Bei Starkregen sagen wir die Tour ab. Deswegen bitte bei Anmeldung Kontaktdaten hinterlassen
Anmelden können sich Teilnehmer*innen unter: energietour@attacberlin.de oder 0176 217 58 355.

Anmeldungen gerne bis zum Mittwoch den 27. Mai mit Namen und Mail oder Telefonnummer. Dann können wir besser planen. Wir freuen uns auf Euch 🙂

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attac erhebt keine Teilnahmegebühr, bittet jedoch um eine Spende zugunsten der Arbeit von Kohleausstieg Berlin und zur Deckung der Unkosten

Einladung: 1. Treffen für eine Berliner Mobilisierung zur Kohleblockade „Ende Gelände“

27.5.2015 | 19.00 Uhr | K9 | Kinzigstr. 9, F-Hain
Plakat_ende_gelaende_web

Am 27. Mai findet ein Basistreffen für die Mobilisierung zu Aktionen gegen Kohle- und Wachstumswahn statt.
Im August ist einiges geplant: die Blockade der Rheinischen Kohlebagger „Ende Gelände“, die direkt davor zusammen mit dem NRW-Klimacamp stattfindende Wachstumskritische Sommerschule und auch ein Klimacamp in der Lausitz. Damit die Aktionen ein Erfolg werden wollen wir uns in Berlin Treffen um hier vor Ort eine breite Mobilisierung loszutreten. Egal ob du in einer Gruppe organisiert bist oder nicht – wenn du mitmachen möchtest, komm um 19.00 Uhr in die K9 in Friedrichshain.
Zum Hintergrund:
Bagger blockieren. Klima schützen – Auf ins Rheinische Braunkohlerevier im August Ob beim G7-Treffen im Sommer in Bayern oder bei der UN-Klimaklimakonferenz im Dezember in Paris – in einer Endlosschleife werden Regierungsvertreter*innen dieses Jahr ihre Betroffenheit über das eskalierende Klimachaos ausdrücken. Doch die kurzfristigen Profitinteressen der Energiekonzerne werden wieder einmal über das Gemeinwohl gestellt und ein Wirtschaftssystem zur Lösung der Probleme angerufen, welches uns erst in die Klimakatastrophe gebracht hat.
Nicht mit uns! Wir haben es satt, tatenlos zuzuschauen, wie die Lebensgrundlage von immer mehr Menschen weltweit zerstört wird und wie sich die krassen sozialen Ungleichheiten auf Grund des Klimawandels deutlich verschärfen.

Am Wochenende vom 14. bis 16. August 2015 werden wir gemeinsam mit vielen anderen Menschen in einer Aktion zivilen Ungehorsams den dreckigsten und größten CO2-Verursacher Europas – RWEs Tagebaue im rheinischen Braunkohlerevier – lahmlegen. Alle, ob protesterfahren oder nicht, können an der Aktion teilnehmen. Ende Gelände für die Kohlebagger!

Vom 7.-13. August findet außerdem die Wachstumskritische Sommerschule als Fortsetzung der Debatten von über 3.000 Menschen bei der Degrowth-Konferenz letztes Jahr in Leipzig statt. Sie wird zusammen mit dem Klimacamp in NRW in der Nähe der Braunkohlegruben stattfinden.

Direkt davor vom 5.-8. August wird in der Nähe von Berlin das kleinere Klimacamp Lausitz gegen den dortigen Braunkohleabbau von Vattenfall protestieren.
Wir freuen uns auf kreative Ideen für eine kraftvolle Berliner Mobilisierung.
Klimaschutz ist Handarbeit!
Mit solidarischen Grüßen
Interventionistische Linke, Attac Degrowth-AG, gegenstromberlin

www.ende-gelände.org
www.degrowth.de/de/sommerschule-2015/
www.klimacamp-im-rheinland.de/
www.lausitzcamp.info/

[Lausitzer-kohle] Rundbrief: Erbe der Braunkohle / neue „Nochtenheute“

antikohle

1. Aktionsbündnis „Klare Spree“ mit kritischer Zwischenbilanz
2. Filmabend mit Diskussion am 21. Mai: „Sanierungsfall Lausitz – Sind wir gerüstet für das Erbe der Braunkohle?“
3. Exkursion am 23. Mai „Auf den Spuren der Braunen Spree“
4. Neue Ausgabe der „Nochten heute“ erschienen
5. Mahnmal für abgebaggerte Dörfer ehrenamtlich wieder hergestellt
6. Heimlicher Braunkohletag?
7. Angebote für Grubenteich-Umsiedler: Betroffene enttäuscht

1. Aktionsbündnis „Klare Spree“ mit kritischer Zwischenbilanz
Das Aktionsbündnis Klare Spree hat eine „Bilanz des Sofortprogramms gegen die Braune Spree“ veröffentlicht. Das Bündnis kommt darin zu dem Schluss, dass die Verantwortlichen das Problem der bergbaubedingten Eiseneinträge in die Lausitzer Flüsse noch nicht im Griff haben. Denn einziges Kriterium für den Erfolg muss die tatsächliche Gewässerqualität sein. So schreibt das Bündnis: „Zwar wurden die einzelnen Punkte überwiegend erfüllt, doch das Fortschreiten der Verockerung konnte durch das Programm bislang nicht aufgehalten werden. Durch einige Maßnahmen wurde die Eisenbelastung lokal reduziert, doch auch an diesen Stellen bleibt der Eintrag sichtbar. Und es ist absehbar, dass auch die aktuell geplanten mittelfristigen Maßnahmen nicht die entscheidende Wende im Kampf gegen die Verockerung bewirken werden.“ Die zwölfseitige Bilanz sowie Forderungen an Landesregierung, Vattenfall und LMBV sind hier veröffentlicht:
www.klare-spree.de

2. Filmabend mit Diskussion am 21. Mai: „Sanierungsfall Lausitz – Sind wir gerüstet für das Erbe der Braunkohle?“
Die Landtagsfraktion Bündnis90/Die Grünen lädt für Donnerstag, den 21. Mai im Cottbuser Obenkino zu Film und Diskussion über die Bergbaufolgen in der Lausitz ein. Gezeigt wird zunächst der Film: „Kohlelandschaft Lausitz – Die Nebenwirkungen des Bergbaus“ (rbb-Umweltmagazin Ozon, 30 Min.) Danach diskutieren die Landtagsabgeordneten Heide Schinowsky und Benjamin Raschke mit Harald Friedrich, Biochemiker und ehemaliger Abteilungsleiter im Umweltministerium von Nordrhein-Westfalen. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr im Obenkino, Straße der Jugend 16.

3. Exkursion am 23. Mai„Auf den Spuren der Braunen Spree“
Für den auf den Abend im Obenkino folgenden (Pfingst-)Sonnabend, den 23. Mai laden die Bündnisgrünen zu einer Exkursion zu durch die Spreeverockerung gefährdeten Orten ein. Wolfgang Renner und Karin Noack führen die Teilnehmer zur Verockerung an der Wudritz, zur Ockerwassereinleitung aus dem aktiven Tagebau Welzow-Süd und zum Altdöberner See, wo die Verklappung von Eisenschlamm angedacht ist. Treffpunkt ist um 11:30 Uhr der Bahnhof Lübben, wo die Veranstaltung gegen 15:30 Uhr wieder endet. Die Teilnahme ist kostenlos und auf eigene Gefahr, festes Schuhwerk ist ratsam und eine Anmeldung bis zum 22. Mai erbeten an veranstaltung@gruene-fraktion.brandenburg.de oder telefonisch unter der (0331) 966 1777.

4. Neue Ausgabe der „Nochten heute“ erschienen
Eine neue Ausgabe der „Nochten heute“ ist erschienen und steht hier zum pdf-download bereit:
http://www.strukturwandel-jetzt.de/de/nochten-heute
Die Zeitschrift wird seit 2013 vom Bündnis „Straukturwandel jetzt – Kein Nochten II“ herausgegeben, um die Einwohner der vom Tagebau Nochten II bedrohten Orte zu informieren, die bis dahin nur Postwurfsendungen des Bergbaubetriebes bekamen.

5. Mahnmal für abgebaggerte Dörfer ehrenamtlich wieder hergestellt
Am vergangenen Sonnabend trafen sich Mitglieder der GRÜNE LIGA Umwelt-gruppe Cottbus in Lacoma zu einem Arbeitseinsatz, bei dem das Mahnmal für die abgebaggerten Dörfer der Lausitz wieder errichtet wurde. Gemeinsam mit Einwohnern von Cottbus-Willmersdorf und ehemaligen Bewohnern von Lacoma wurde der Platz beräumt und zwölf weiße Holzkreuze neu aufgestellt. Seit 1994 erinnern an dieser Stelle Holzkreuze an die durch den Braunkohletagebau ver-schwundenen Orte der Lausitz. Die zwölf Kreuze können dabei nur stellvertretend für die insgesamt 136 ganz oder teilweise verschwundenen Orte stehen. Das im September 1994 als Initiative von unten entstandene Mahnmal bestand bereits viele Jahre vor den später eingerichteten offiziellen Erinnerungsstätten. Nach der Zerstörung der letzten Häuser von Lacoma war die regelmäßige Pflege des Platzes nicht mehr gegeben. „Dem Wunsch des Ortsbeirates von Cottbus-Willmersdorf hier aktiv zu werden, sind wir gern nachgekommen und bedanken uns für die tatkräftige Unterstützung“ sagt René Schuster von der Umweltgruppe Cottbus. (Auf dem Foto ist nur ein Teil der Mitwirkenden zu sehen, bei denen wir uns herzlich bedanken!)

6. Heimlicher Braunkohlentag?
Informierten Kreisen zufolge trifft sich die Deutsche Braunkohlewirtschaft am Donnerstag, dem 21. Mai in Köln zum jährlichen Braunkohlentag. Eine öffentliche Ankündigung dazu haben wir nicht gefunden. Sollen dadurch Proteste vermieden werden?

7. Angebote für Grubenteich-Umsiedler: Betroffene enttäuscht
Wegen Standsicherheitsproblemen muss die auf einem alten Tagebau errichtete Grubenteichsiedlung in Lauchhammer umgesiedelt werden. Jetzt liegt das Angebot des Landes dazu vor. Die Betroffenen sind enttäuscht, da sie bis zu drei Viertel der Kosten für die neuen Wohnungen selbst tragen müssten. Sie verhandeln mit anwaltlichem Beistand weiter um die Konditionen ihres Umzuges. Hier ein Artikel der Lausitzer Rundschau dazu:
http://www.lr-online.de/regionen/senftenberg/Grubenteich-Siedler-brauchen-Finanzspritze;art1054,5021720

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Umweltgruppe Cottbus e.V.
c/o Strasse der Jugend 94; 03046 Cottbus,
+49 (0) 151.14420487
umweltgruppe@kein-tagebau.de
www.kein-tagebau.de

[Lausitzer-kohle] Rundbrief: aktuellstes aus der bundesweiten Kohle-Debatte

antikohle

Sehr geehrte Interessentinnen und Interessenten,
hier ein paar schnelle und kurze Meldungen zur aktuellen Braunkohle-Diskussion:

1. Bundesministerium will Klimabeitrag nachbessern
2. Mehr als 50 Stadtwerke begrüßen geplanten Klimabeitrag
3. Umweltbundesamt schätzt betroffene Arbeitsplätze auf bundesweit 4.700 (statt angeblicher 100.000)
4. Achtung Fälschung: „Vattenfall bleibt in der Lausitz und wird Deutschlands führendes Unternehmen für Nachhaltigkeit“
5. Keine Fälschung: MIBRAG legt Braunkohlenkraftwerk Profen auf Eis
6. Von der RWE-Hauptversammlung am Donnerstag
7. Bundesverband Erneuerbare Energien: Braunkohle und Erneuerbare schließen sich aus

1. Bundesministerium will Klimabeitrag nachbessern
Laut dpa wird das Bundeswirtschaftsministerium seine Pläne für eine Klimaschutzabgabe für alte Kohlekraftwerke nachbessern. Wie Staatssekretär Rainer Baake am Freitag in Berlin bekanntgab, soll die Höhe der Abgabe an die tatsächliche Entwicklung der Großhandelsstrompreise gekoppelt werden. Derzeit werde an einer entsprechenden Tabelle gearbeitet, damit die Betreiber von Kohlekraftwerken in der Lausitz und im Rheinland Planungssicherheit bis 2020 bekämen. Es würden nun etwa Kosten der Braunkohle-Tagebaue abgeglichen, um auf einen Nenner zu kommen. «Wir sind jederzeit bereit, Daten abzugleichen und nach Lösungen zu suchen», sagte Baake. Klar sei aber, dass am Klimaziel von 40 Prozent weniger CO2 im Vergleich zu 1990 nicht gerüttelt werde.

2. Mehr als 50 Stadtwerke begrüßen geplanten Klimabeitrag
Die Rheinische Post vom Donnerstag: „50 Stadtwerke haben sich hinter die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für eine Klima-Abgabe der älteren Kohle-Kraftwerke gestellt. ‚Mit diesem Brief möchten wir Ihnen versichern, dass die unterzeichnenden Vertreter von Stadtwerken und Regionalversorgern die von Ihnen skizzierten Pläne zur Erreichung des nationalen Klimaziels ausdrücklich unterstützen‘, heißt es in einem Entwurf für ein Schreiben der Vertreter von rund 50 Stadtwerken an Gabriel, das unserer Redaktion vorliegt. Zu den Unterzeichnern gehören auch Stadtwerke-Beteiligungen des RWE-Konzerns, dessen Zentrale gegen die neue Klima-Abgabe protestiert.“ Inzwischen haben nach unserer Kenntnis noch weitere Stadtwerke den Brief unterzeichnet.
http://www.rp-online.de/wirtschaft/50-stadtwerke-unterstuetzen-sigmar-gabriels-klima-abgabe-aid-1.5037642

3. Umweltbundesamt schätzt betroffene Arbeitsplätze auf bundesweit 4.700 (statt angeblicher 100.000)
Das Umweltbundesamt hat sich in die Debatte eingeschaltet. Es schätzt 4.700 durch den geplanten Klimabeitrag betroffene Arbeitsplätze bundesweit und widerspricht damit den Zahlen, die von der Gewerkschaft IG BCE und ver.di-CHef Bzirske behauptet wurden. Hier der Bericht des RBB:
http://www.rbb-online.de/wirtschaft/thema/2014/kohle/welzow/beitraege/umweltbundesamt-studie-jobverlust-braunkohle-abgabe-klima.html

4. Achtung Fälschung: „Vattenfall bleibt in der Lausitz und wird Deutschlands führendes Unternehmen für Nachhaltigkeit“
Einige Journalisten sind heute vormittag auf diese von Unbekannten angelegte Internetseite und eine entsprechende Pressemitteilung hereingefallen, Vattenfall musste die Nachricht dementieren. Also nichts mit „Partner der Region“ (ein früherer – echter – Werbeslogan von Vattenfall in der Lausitz).
www.vattenfall-responsibility.de

5. Keine Fälschung: MIBRAG legt Braunkohlenkraftwerk Profen auf Eis
Die MIBRAG gibt den Plan auf, ein neues Braunkohlenkraftwerk zu bauen. Ob damit der geplante Tagebau bei Lützen auch vom Tisch ist, wurde offengelassen. Eigentümer der MIBRAG ist der tschechische EPH-Konzern, der auch als Käufer der Lausitzer Kohle gehandelt wird. Hier die Meldung der „Rheinischen Post“:
http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/kohle-streit-mibrag-legt-neubau-von-braunkohlekraftwerk-auf-eis-aid-1.5040328

6. Von der RWE-Hauptversammlung am Donnerstag
Der „Stern“ beschäftigt sich mit der gestrigen Hauptversammlung von RWE und verreisst sie gründlich:
http://www.stern.de/wirtschaft/news/rwe-hauptversammlung-stromkonzern-hat-die-zeichen-der-zeit-nicht-erkannt-2189288.html

7. Bundesverband Erneuerbare Energien: Braunkohle und Erneuerbare schließen sich aus
Während die Braunkohlenwirtschaft sich gern als „Partner der Erneuerbaren“ hinstellt, macht die Branche der Erneuerbaren heute eindeutig klar, dass sie von dieser „Partnerschaft“ wenig hält. Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) äußerte sich in einer Pressemitteilung zustimmend zum geplanten Klimabeitrag:
„Braunkohle und Klimaschutz schließen sich gegenseitig aus. Braunkohle hat daher keine Zukunft mehr in einer Welt, die sich dem Klimawandel entgegen stemmt. Das müsste eigentlich allen Beteiligten klar sein“, so BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk. Deshalb sei es jetzt umso wichtiger, den Strukturwandel in den Kohlegebieten sanft und verantwortungsvoll in die Wege zu leiten. „Die Beschäftigen benötigen einen langfristig wirksamen Fahrplan, der ihnen Orientierung gibt.“
Gabriels Vorschlag setzt an den richtigen Stellen an: Betroffen sind rund 10 Prozent der Kraftwerke, wodurch der Rückgang der Kohleverstromung langsam eingeleitet wird. Der Klimabeitrag ist so ausgelegt, dass die ältesten und emissionsintensivsten Kraftwerke ihre Fahrweise den Marktanforderungen anpassen müssen – zumal die bisherigen CO2-Einsparungen überwiegend bei Gas und Steinkohle, nicht bei der Braunkohle, liegen. Da der Klimabeitrag in Form von Emissionszertifikaten bezahlt wird, die anschließend vom Markt genommen werden, stützt das Instrument zugleich den Emissionshandel. „Er ist das richtige Instrument für den Klimaschutz und für die Energiewende“, bekräftigt Falk.
http://www.bee-ev.de/home/
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Umweltgruppe Cottbus e.V.
c/o Strasse der Jugend 94; 03046 Cottbus,
+49 (0) 151.14420487
umweltgruppe@kein-tagebau.de
www.kein-tagebau.de

[Lausitzer-kohle] Rundbrief vom 8. Mai

antikohle

Sehr geehrte Interessentinnen und Interessenten,
dieser Rundbrief fasst einige Nachrichten der vergangenen zwei Wochen zusammen:

1. Die Lausitz diskutiert: Kühne widerspricht Kelch, Schmiedchen widerspricht Rupieper
2. Schwedens Rechnungshof kritisiert Braunkohle-Verkauf von Vattenfall
3. Vattenfall stimmt deutsche Mitarbeiter auf Kohle-Aus ein
4. Landesminister für den Klimabeitrag
5. Falsche Befürchtungen bei Spremberger Kohle-Demonstration
6. Podiumsrunde am 19. Mai: Berlins Politiker in der Pflicht – Unser Trinkwasser vor Lausitzer Tagebauen zu schützen
7. Vattenfall bestreitet weiter Bergschaden an Strasse zwischen Taubendorf und Kerkwitz
8. Gabriel bleibt trotz Attacken aus der Kohlelobby beliebt
9. Lebenswertes Dorf: In Proschim eröffnet ein neues Gartenrestaurant
1. Die Lausitz diskutiert: Kühne widerspricht Kelch, Schmiedchen widerspricht Rupieper
In der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung am 29. April gab es Widerspruch, als der Oberbürgermeister Kelch den Untergang des Abendlandes durch den geplanten Klimabeitrag beschwören wollte. Der Stadtverordnete Dr. Martin Kühne entgegnete mit einem Redebeitrag, aus dem wir hier gern einen Auszug wiedergeben:
„In diesen Tagen und Wochen stellen wir besonders hier in der Lausitz immer neue Höhepunkte der Schwarzmalerei und eines regelrechten Katastrophismus fest. Mit einer Art „Hau-drauf-Strategie“ kann man zwar hinsichtlich der Stimmungsmache punkten, aber den Wettbewerb sachlicher Argumente wird man damit nicht gewinnen können. Statt vom baldigen Verlust von zehntausenden Arbeitsplätzen, ja vom Sterben einer ganzen Region zu sprechen, sollte es endlich zu einer Versachlichung der Debatte kommen! Ansonsten entsteht der Verdacht, der Gabrielsche Vorschlag zur allmählichen Reduktion der CO2-Emission der ältesten und klimaschädlichsten deutschen Braunkohle-Kraftwerksblöcke wurde entweder nicht gelesen, nicht verstanden oder in unlauterer Absicht entstellt.“
Die Lausitzer Rundschau vom 5. Mai berichtet zudem, dass auch Unternehmer sich die Nibelungentreue der Lokalpolitik zur Braunkohle nicht mehr länger anhören wollen. Bei einer Veranstaltung des Unternehmerverbandes mit dem Titel „Wie weiter mit der Lausitz?“ habe Pro-Braunkohle-Vorsitzender Rupieper das Mantra seines Vereins „Es gibt keinen Plan B ohne Braunkohle“ gebetet. Der Cottbuser Unternehmer Klaus Schmiedchen habe dem widersprochen: „Dass die Braunkohle eines Tages nicht mehr da ist, ist seit Jahren bekannt“.

2. Schwedens Rechnungshof kritisiert Braunkohle-Verkauf von Vattenfall
Schwedens Rechnungshof kritisierte vor wenigen Tagen den geplanten Verkauf der deutschen Braunkohlesparte durch Vattenfall mit deutlichen Worten: „Damit trägt man nicht zur Lösung der Klima- und Energieziele der EU bei. Das Problem wird einfach einem anderen EU-Unternehmen in die Schuhe geschoben.“ Damit zeigt der Rechnungshof eine ganzheitliche Sichtweise auf die dem Staatsunternehmen vom Eigentümer vorgegebenen Ziele. Näheres hier:
http://www.klimaretter.info/politik/hintergrund/18652-revision-liest-vattenfall-die-leviten

3. Vattenfall stimmt deutsche Mitarbeiter auf Kohle-Aus ein
Der Chef von Vattenfall sieht für die deutsche Kohleenergie keine Zukunft. „Die Arbeitsplätze im Tagebau werden früher oder später verschwinden“, sagte Magnus Hall SPIEGEL ONLINE. Das sei „eine schmerzhafte Erkenntnis“, aber man müsse sie akzeptieren. Der Kohletagebau in der Lausitz stehe „vor einem fundamentalen strukturellen Wandel“, wird Hall zitiert „Es gibt in der Region auch ein wachsendes Bewusstsein, dass die Arbeitsplätze im deutschen Kohletagebau früher oder später verschwinden werden.“ Er habe Verständnis, dass die Menschen in der Lausitz für ihre Jobs kämpfen, fuhr Hall fort. Für die Menschen, die lange in der Branche tätig waren, müsse es eine „schmerzhafte Erkenntnis“ sein, dass die Zeit des Kohlebergbaus allmählich zu Ende gehe. „Es dauert sicher eine Weile, bis man das akzeptieren kann.“
Ausführlich hier:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vattenfall-schwoert-deutsche-mitarbeiter-auf-kohle-aus-ein-a-1031703.html

4. Landesminister für den Klimabeitrag
In einem Brief an Sigmar Gabriel haben die Minister und Senatoren für Klimaschutz, Energie und Umwelt der Länder Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen dem geplanten Klimabeitrag für ältere Kohlekraftwerke zugestimmt. „Nach unserer Auffassung geht dieser Vorschlag in die richtige Richtung.“ schreiben die Minister. Sie erwarten aber „zugleich, dass sich die Bundesregierung für eine beschleunigte Umsetzung der Maßnahmen zur Reform des europäischen Emissionshandelssystems einsetzt.“

5. Falsche Befürchtungen bei Spremberger Kohle-Demonstration
Der Umweltverband GRÜNE LIGA ist überzeugt, dass die Demonstration vom 28. April auf dem Spremberger Marktplatz auf falschen Befürchtungen beruhte, wenn sie sich gegen den geplanten Klimabeitrag für ältere Kohlekraftwerke richtete.
Allerdings enthält das gemeinsame Positionspapier der Stadtverordneten auch bemerkenswerte neue Aussagen zum erforderlichen Strukturwandel in der Lausitz. Die Stadt Spremberg fordert in ihrem Positionspapier geschlossen einen Plan B für die Lausitz, was von Landesregierung und Kohlegewerkschaft jahrelang bekämpft wurde. Wir begrüßen, dass die Stadt erstmals einen definierten Zeitraum für den Braunkohleausstieg fordert und in diesem Zusammenhang die Jahreszahl 2030 nennt. Das wird mit dem von der Bundesregierung geplanten Klimabeitrag voraussichtlich gut vereinbar sein. In dem von allen Fraktionen mitgetragenen Positionspapier der Stadt Spremberg heißt es unter anderem: „Erforderlich ist jetzt endlich der sogenannten „Plan B“. Gefordert wird „eine solide Neuausrichtung der Industrie und Wertschöpfung vor Ort“. Die Stadt fordert von der Politik ein „Verbindliches Bekenntnis zur Braunkohle für einen definierten Übergangszeitraum“ und will „einen erfolgreichen Strukturwandel bis 2030“ gestalten. Jahrelang haben Landesregierung, IG BCE und Pro Braunkohle-Verein dagegen einhellig darauf bestanden, dass man keinen „Plan B für die Lausitz“ brauche.
Die Beteiligung des brandenburgischen Wirtschaftsministers Gerber an der Demonstration ist deshalb nur schwer nachvollziehbar: „Herr Gerber reist von Demonstration zu Demonstration, statt seine Arbeit zu machen. Weder hat Brandenburg die vom Bundesministerium erbetenen Alternativvorschläge zur Erreichung der Klimaziele vorgelegt, noch die Notwendigkeit eines Plan B für die Lausitz jemals anerkannt.“ kritisierte René Schuster von der GRÜNEN LIGA.
Spremberg liegt benachbart zum Kraftwerk Schwarze Pumpe, ist jedoch – ganz ohne den Klimabeitrag – mit sinkenden Gewerbesteuereinnahmen aus der Braunkohlewirtschaft konfrontiert. Von diesen Problemen soll offenbar abgelenkt und sie dem geplanten Klimabeitrag angelastet werden.
Ein Betrieb des Kraftwerkes Schwarze Pumpe bis 2030 entspricht auch den Vorstellungen der Umweltverbände und den Ausstiegsszenarien des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung. Zur Erfüllung der Klimaschutzziele werden stattdessen vor allem die deutlich älteren Blöcke des Kraftwerkes Jänschwalde sowie zwei der vier Blöcke des Kraftwerkes Boxberg beitragen müssen. Die Behauptung von Vattenfall-Chef Hatakka, dass der Klimabeitrag zur zeitnahen Stilllegung aller Lausitzer Kohlekraftwerke führen würde, hat nur geringe Glaubwürdigkeit, solange Vattenfall ein direktes finanzielle Interessen am Verlauf der politischen Debatte hat. (Pressemitteilung vom 28. April, gekürzt)

6. Podiumsrunde am 19. Mai: Berlins Politiker in der Pflicht – Unser Trinkwasser vor Lausitzer Tagebauen zu schützen
Das Bündnis „Kohleausstieg Berlin“ lädt für Dienstag, den 19. Mai 2015, 18-20 Uhr zu einer weiteren Veranstaltung, in deren Fokus die Trinkwasser-Problematik steht.
Im Gespräch mit den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses
Daniel Buchholz (SPD),
Michael Garmer (CDU),
Pavel Mayer (Piratenpartei),
Michael Schäfer (Bündnis 90/ Die Grünen) und
Harald Wolf (Die Linke)
wird über die Möglichkeiten der Einflussnahme durch das Land Berlin auf die Braunkohleverstromung in der Lausitz gesprochen und wie das Berliner Trinkwasser geschützt werden kann. (Ort: GLS Bank Berlin, Schumannstraße 10, 10117 Berlin)

7. Vattenfall bestreitet weiter Bergschaden an Strasse zwischen Taubendorf und Kerkwitz
Set 2009 ist die als Radweg beliebte Ortsverbindungsstraße zwischen Taubendorf und Kerkwitz von ungleichmäßigen Geländesenkungen und tiefen Rissen betroffen. Der Tagebau Jänschwalde nähert sich von Süden und die Grundwasserabsenkung ist in diesem Bereich wirksam. Dennoch bestreitet Vattenfall bis heute, dass es sich um einen Bergschaden handelt. Einem heutigen Bericht der Lausitzer Rundschau (Lokalseite Guben) zufolge hat die Gemeinde Schenkendöbern vor zwei Wochen auf eigene Kosten die Straße auf 400 Metern länge abfräsen und grob aufschottern lassen. Die Gemeinde musste ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen und hatte dadurch Kosten von 4000 Euro. Gelöst ist das Problem dadurch nicht: Der grobe Schotter ist für Fahrräder praktisch unbefahrbar.

8. Gabriel bleibt trotz Attacken aus der Kohlelobby beliebt
Im Deutschlandtrend, der monatlichen Umfrage im Auftrag der ARD hat Bundeswirtschaftsminister Gabriel in der Beliebtheit um 5 Prozentpunkte deutlich zugelegt. Interessant ist das vor dem Hintergrund der massiven Attacken der Kohlelobby in den vergangenen Wochen. Die Angriffe der Gewerkschaft IGBCE, einiger Wirtschaftsvereine und auch der Landesregierungen der Braunkohle-Länder gegen den geplanten Klimabeitag hatten oft auf Sigmar Gabriel als Person gezielt. Sie sind damit offenbar verpufft und Klimaschutz in Deutschland kein Thema, mit dem ein Politiker sein Ansehen aufs Spiel setzt.

9. Lebenswertes Dorf: In Proschim eröffnet ein neues Gartenrestaurant
Am 15. Mai eröffnet in Proschim ein neues Gartenlokal, das im Sommerhalbjahr insbesondere Flammkuchen aus dem Holzbackofen anbietet. Näheres auf
www.schmeckerlein.de
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Umweltgruppe Cottbus e.V.
c/o Strasse der Jugend 94; 03046 Cottbus,
+49 (0) 151.14420487
umweltgruppe@kein-tagebau.de
www.kein-tagebau.de

Kohleausstieg Berlin: Berlins Politiker in der Pflicht: Unser Trinkwasser vor Lausitzer Tagebauen zu schützen

antikohle

Dienstag, 19. Mai 2015, 18-20 Uhr
GLS Bank Berlin, Schumannstraße 10, 10117 Berlin

Nach der Auftaktveranstaltung zu „Wie Vattenfalls Tagebaue unser Trinkwasser gefährden“, lädt das Bündnis Kohleausstieg Berlin nun zu einer weiteren Veranstaltung, in deren Fokus die Trinkwasser-Problematik steht.

Im Gespräch mit:

  • Daniel Buchholz (SPD)
  • Michael Garmer (CDU)
  • Pavel Mayer (Piratenpartei)
  • Michael Schäfer (Bündnis 90/ Die Grünen)
  • Harald Wolf (Die Linke)

wird über die Möglichkeiten der Einflussnahme durch das Land Berlin auf die Braunkohleverstromung in der Lausitz gesprochen und  wie das Berliner Trinkwasser geschützt werden kann.

Moderation: Daniela Setton

Hintergrund:
Berlins Trinkwasser ist durch den massiven Braunkohle-Abbau gefährdet. Durch Verwitterungsprozesse in den Braunkohlegebieten wird das Schwefelsalz Sulfat ausgespült und mit der Spree nach Berlin geschwemmt. Etwa 70 Prozent des Trinkwassers werden als Uferfiltrat aus den Flüssen Havel und Spree gewonnen. Für die Einhaltung eines gesundheitsverträglichen Sulfat-Grenzwertes von 250 mg/l müssen die Wasserbetriebe dem so gewonnen Trinkwasser noch Grundwasser beimischen. Die Berliner Wasserbetriebe haben mittlerweile Bedenken hinsichtlich der Trinkwassergewinnung geäußert.

Im Januar 2015 hat sich das Berliner Abgeordnetenhaus in seltener Einigkeit dafür ausgesprochen, über das gemeinsame Gremium der Landesplanungskonferenz Einfluss auf die Planung neuer Tagebaue zu nehmen. Die Wirksamkeit ist noch unklar, da der Braunkohlenplan für Welzow im Juni 2014 beschlossen worden ist. Eine offene Frage ist auch, welchen Einfluss das Land Berlin auf das gemeinsame Bergamt hat. Die Institution ist die oberste Überwachungsbehörde für Berlin und Brandenburg zusammen. Und genau dieses Bergamt verweigerte bislang strengere Maßnahmen zur Reduzierung von Eisen und Sulfat dem Bergbaubetreiber vorzuschreiben, zu Lasten der Öffentlichkeit.

Anti-Kohle-Bewegung: Hambachbahn Blockiert

Hambachbahn blockiert

Pressemitteilung

Seit Dienstagmorgen, 4 Uhr, blockieren Aktivist_innen der Anti-Kohle-Bewegung die Gleise der Hambachbahn, die Braunkohle aus dem Tagebau Hambach zu den Kraftwerken transportiert. Hierfür nutzen sie einen sogenannten Tripod, eine Konstruktion aus 3 Holzbalken, auf der oben, in mehreren Metern Höhe, ein_e Aktivist_in sitzt, um so eine Räumung zu erschweren. Mit ihren eigenen Körpern sorgen die Aktivist_innen so dafür, dass das Herzstück von RWEs Braunkohleförderung im Rheinland stillsteht. Damit leisten sie direkt Widerstand gegen die Zerstörung des Weltklimas und das Abholzen des jahrtausendealten Hambacher Forsts. „Solange der Wahnsinn weitergeht, werden wir immer wiederkommen, um durch unsere Körper und unsere Kraft die Leben zu schützen, die der fossile Kapitalismus zerstört!“ heißt es in der Aktionserklärung.

Bereits einige Wochen zuvor hatte eine Aktionsgruppe einen Kohlebagger im Tagebau Inden besetzt und ihn so für 12 Stunden gestoppt. Die Anti-Kohle-Bewegung erhöht damit schon zu Beginn des Jahres, das für die Rettung des Weltklimas entscheidend sein könnte, den Druck auf RWE. Im Sommer (14.-16. August) wollen Klimaschutzgruppen aus verschiedensten Spektren gemeinsam mit einer Massenaktion zivilen Ungehorsams den Braunkohleabbau im Rheinland blockieren. Im Herbst dann findet in Paris erneut ein entscheidender Klimagipfel statt. Auch diesmal ist nicht mit einem in irgendeiner Art zufriedenstellenden Ergebnis zu rechnen, deshalb hat sich breiter Protest angekündigt.

Schon seit Jahren leisten Anti-Kohle-Aktivist_innen im Rheinland Widerstand gegen RWEs Braunkohlepläne, in dem sie Blockaden, Besetzungen und Sabotageaktionen durchführen. Seit 2012 existiert die Waldbesetzung im Hambacher Forst, die den uralten Wald direkt gegen die Abholzung für den Tagebau Hambach schützen soll, und auf der sich Aktivist_innen, sowohl lokale als auch solche von weither, treffen und gemeinsam aktiv werden.

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Wieder! Und wieder! Und wieder!

Hambachbahn blockiert

Seit heute morgen, Dienstag, 4 Uhr, blockieren wir erneut, mittels eines Tripods (mehrere Meter hohes Dreibein, auf dem ein_e Aktivist_in sitzt), die Gleise der Hambachbahn. Nach der Baggerbesetzung im Tagebau Inden vor wenigen Wochen ist dies bereits die zweite Aktion innerhalb kürzester Zeit, die Teile von RWEs Braunkohlemaschinerie zum erliegen bringt. Über unsere Motivationen haben wir schon viel geschrieben, auch wenn wir dies für Erstleser_innen unten nochmals wiederholen werden, vielmehr soll hier eine andere Botschaft deutlich werden:

<strong>Wir werden nicht aufhören, bis der millionenfache Tod durch die Braunkohle gestoppt ist! Wir werden wieder, wieder und wieder Steine, Sand und Drahtseile in RWEs tödliches Getriebe werfen. Solange der Wahnsinn weitergeht, werden wir immer wiederkommen, um durch unsere Körper und unsere Kraft die Leben zu schützen, die der fossile Kapitalismus zerstört!</strong>

In letzter Zeit hat RWE versucht, die Aktivitäten der radikalen Umweltschutzbewegung im Rheinland auf juristischen Wege auszubremsen:
Durch Unterlassungserklärungen, die Gerichte gegen einzelne Aktive durchgesetzt haben, schafft RWE sozusagen eigenmächtig einen erhöhten Strafrahmen für unsere Aktionen, der enorm hohe Geldstrafen, und, falls diese nicht bezahlt werden können, Gefängnisstrafen umfasst. Der „milde“
Rechtsstaat, dem konservative Kräfte immer wieder vorwerfen, gegen uns nicht stark genug vorzugehen, zeigt damit gegen diejenigen seine Zähne, die im Kohlewiderstand als „Wiederholungstäter“ auffallen.
Wir sagen: Der Braunkohleabbau muss auf jeden Fall gestoppt werden! Und wenn RWE es unmöglich macht, dies mit vergleichsweise niedrigschwelligen Aktionen wie Blockaden zu erreichen, braucht sich der Konzern nicht wundern, wenn das Eskalationslevel steigt.

RWEs Braunkohleabbau produziert Elend und Tod – sowohl im Rheinland als auch weltweit.
Lokal wird das einzigartige Ökosystem des Hambacher Forsts durch den Tagebau Hambach zerstört, Dörfer werden zwangsumgesiedelt, gehobene Feinstaubwerte sorgen Europaweit für Atemwegserkrankungen, und eine ganze Region befindet sich im wirtschaftlichen Würgegriff eines Energiekonzerns. Das wird Folgen haben, egal ob im Zuge eines sofortigen Braunkohleausstiegs oder dann, wenn die Braunkohle ganz einfach zu Neige geht. Die für diese Situation verantwortlichen müssen dafür sorgen, dass den ehemaligen RWE-Arbeiter_innen materiall abgesichert werden!
Global heizt das rheinische Braunkohlerevier, das Europas größte CO2-Quelle ist, die Klimaerwärmung weiter an. Als Folge spielt das Wetter in weiten Teilen der Welt verrückt. Überschwemmungen, Dürren, Wirbelstürme und andere Naturkatastrophen nehmen zu. Seuchen breiten sich durch die gestiegenen Temperaturen stärker aus, die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt schon heute (!), dass allein dieser Effekt jährlich etwa 100.000 Menschen das Leben kostet. Eine ständige Arbeitsgruppe der UN, in der schon seit Jahrzehnten Wissenschaftler_innen aus der ganzen Welt arbeiten, rechnet bei einer Erderwärmung um 4°Celsius (die bei einem „Weiter so“
höchstwahrscheinlich noch dieses Jahrhundert erreicht werden würde) mit einem „erheblichen Aussterben“ von Tier- und Pflanzenarten weltweit.
Erheblich wird in einer Fußnote als mehr als 40% definiert.

Wir glauben, dass angesichts dieser Aussichten radikale Mittel gerechtfertigt sind, um das alles abzuwenden. Staat und Unternehmen werden es nicht (rechtzeitig) tun – Umweltschutzmaßnahmen widersprechen dem Profitinteresse, nachdem die kapitalistische Gesellschaft ausgerichtet ist. Das momentane Wirtschaftssystem ist auf Wachstum ausgerichtet, und es wird weiter wachsen, auch wenn dabei der Planet zu Grunde geht. Wir werden den Braunkohleausstieg selbst in die Hand nehmen müssen!

Kommt alle zur Ende-Gelände-Aktion, einer Massenaktion zivilen Ungehorsams, die vom 14.-16. August im Rheinland stattfindet!
Gegen das kapitalistische Dreckssystem in all seinen Ausläufern!
Hambacher Forst bleibt!

„Und wenn sie dann mit den Bullen
im Wald aufmarschiern
bleibt uns nichts anders übrig, als sie zu blockier’n
ihre Karren vollzuschmier’n
die Maschinen sabotier’n,
ihr Kriegt uns hier nicht weg!
Ihr kriegt uns hier nicht weg!“

Lied aus dem Kohlewiderstand