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Beiträge mit Schlagwort ‘Atomkraft’

Skandal-Entscheidung der EU-Kommission veröffentlicht – Frist für Nichtigkeitsklage der Republik Österreich beginnt

Euratom

Wien/Brüssel (OTS) – Heute wurde auf der Homepage der EU-Wettbewerbsbehörde der Text der Staatsbeihilfen-Entscheidung zum umstrittenen Fall AKW Hinkley Point (Großbritannien) veröffentlicht. Die Begründung für die Entscheidung ist nach erster Analyse der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 unhaltbar:

– Als Gemeinsames Ziel („Common Objective“) nennt die Entscheidung den Atom-Fördervertrag EURATOM – prüft jedoch unter den Lissaboner Verträgen der EU und vermischt die beiden Verträge, ohne aber z.B. die gemeinsamen Ziele des Umweltschutzes der (neueren) Lissaboner Verträge heranzuziehen.

– Als Marktversagen, das die großzügigen Subventionen für das Atomprojekt rechtfertigen soll, wird angeführt, dass der Markt vor 2030 kein Geld für Atomkraftwerke liefern könnte – nach bereits mehr als 60 Jahren staatlicher Unterstützung für die Hochrisikotechnologie Atomkraft ist dies vielmehr ein Technologieversagen.

– Fehlende Ausschreibung des riesigen Projekts: Das Atom-Projekt wurde freihändig, also ohne Ausschreibung, an den staatlich französischen Energie-Riesen EdF vergeben. Aus internen Dokumenten der EU-Kommission, die GLOBAL 2000 vorliegen, geht hervor, dass als Grund für diesen Mangel die Kosten genannt wurden, die eine offene und transparente Ausschreibung verursachen würden – gleichzeitig werden jedoch Erneuerbare Energieträger seit 2014 gezwungen, selbst bei relativ kleinen Projekten Ausschreibungen vorzunehmen.

Das teuerste Kraftwerk der Welt – 9.750 Euro pro Kilowatt installierte Leistung

„England will mit den im Protokoll genannten 24,4 Milliarden Pfund (31,2 Milliarden Euro) das teuerste Kraftwerk der Welt bauen, und die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sollen dafür blechen“, sagt Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher von GLOBAL 2000. „Selbst amerikanische oder russische Atom-Reaktoren wären billiger zu haben gewesen. Zur Erreichung der gemeinsamen Ziele sind Energiesparen oder Energie aus Sonne, Wind und Wasser heute billiger, wettbewerbsfähiger und natürlich umweltfreundlicher. Diese marktwirtschaftliche Erkenntnis auch den Atom-Köpfen von der Insel zu vermitteln, wird nun Aufgabe des Europäischen Gerichtshofs sein, der diese politische Entscheidung rechtsstaatlich aufheben muss.“

Die Republik Österreich bereitet eine Nichtigkeitsklage gegen die Staatsbeihilfen-Entscheidung vor, die innerhalb einer Frist von zwei Monaten (plus zwei Wochen) eingelegt werden muss. GLOBAL 2000 hatte im Frühjahr 2014 mit einem Online-Tool die Teilnahme am Konsultationsprozess der Europäischen Kommission ermöglicht, über 20.000 EuropäerInnen gaben über das Tool kritische Stellungnahmen an die Wettbewerbsbehörde ab, die in der Entscheidung nur oberflächlich behandelt wurden. „GLOBAL 2000 wird ebenfalls wegen fehlender Öffentlichkeitsbeteiligung Beschwerde und Klage beim Europäischen Gerichtshof einbringen“, sagt Uhrig abschließend.

Link zur Seite der Generaldirektion Wettbewerb zur Hinkley Point-Entscheidung:
http://ec.europa.eu/competition/elojade/isef/case_details.cfm?proc_code=3_SA_34947

ROBIN WOOD: Zwischenlager-Konzept gescheitert: Genehmigung für das Atommüll-Zwischenlager von Vattenfall in Brunsbüttel ist rechtswidrig

+ + + ROBIN WOOD-Pressemitteilung v. 16.1.15 + + +

* ROBIN WOOD kommentiert Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts

Robin Wood

Zur heutigen Aufhebung der Genehmigung des Zwischenlagers Brunsbüttel durch das Bundesverwaltungsgericht Leipzig erklärt ROBIN WOOD-Energiereferent Tobias Darge:

„Das atomare Zwischenlager in Brunsbüttel hat keine Genehmigung mehr.
Damit fehlt der vom Atomgesetz vorgeschriebene Entsorgungsnachweis.

Das muss Konsequenzen auch für alle anderen Zwischenlager an deutschen Atomkraftwerken haben. Auch sie sind nicht hinreichend daraufhin untersucht worden, ob sie gegen den Absturz eines Airbus A 380 und Terrorangriffe mit modernen panzerbrechenden Waffen ausgelegt sind.

Deshalb stehen alle neun noch am Netz befindlichen AKWs in der Bundesrepublik de facto ohne ‚Entsorgungsnachweis‘ da und müssen sofort abgeschaltet werden.

Das Ausmaß der ganzen Atommüll-Misere tritt offen zu Tage. Das Zwischenlager-Konzept ist auf ganzer Linie gescheitert. Offenkundig wird ein jahrzehntelanges Versagen im Umgang mit dem Atommüll – durch die Energiekonzerne, die den Müll verursacht haben ebenso wie durch die zuständigen Regierungen in Bund und Ländern.“

NukeNews #16 – Anti-Atom-Infodienst

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* NukeNews #16 – Anti-Atom-Infodienst *
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anti-atom kampf antiatom

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0. Vorwort
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Willkommen zur letzten Ausgabe der NukeNews des Jahres 2014! In dieser Ausgabe geht es unter anderem um zwei Unfälle in AKWs in Belgien und der Ukraine während der letzten Monate. Ein weiteres Thema ist der Neustart japanischer AKWs nach Fukushima. Insgesamt behandelt diese Ausgabe Themen aus sechs europäischen Ländern und auch einigen Regionen außerhalb Europas.
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Inhaltsverzeichnis der aktuellen NukeNews #16
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0. Vorwort
1. Ecodefense: Neuer Gerichtstermin
2. Tschechische Regierung will ab 2022 in Brzkov Uran abbauen
3. EJOLT-Bericht: Enthüllung der Mythen rund um Uran und Atomkraft
4. Stellungnahme zum Unfall im AKW Zaporizhye, Ukraine
5. Treffen gegen Urantransporte
6. Unfall im AKW Tihange in Belgien
7. Neuer Film aus Indien in Österreich – Nuclear Lies
8. Österreich, Heimat der IAEO, sagt NEIN zur Atomkraft
9. Demonstration in Lancaster während eines Vortrags von Professor Robin Grimes
10. 100 Bohrlöcher würden Sellafields giftige Brühe an die Oberfläche bringen
11. Protest gegen „atomaren Wahnsinn“ am Bahnhof von Carlisle
12. Japan: Neustart des AKW Sendai
13. Für die Begrenzung radioaktiver Belastung bei der Lebensmittelproduktion
14. Konferenz zur internationalen Klage der Marshall-Inseln in Wien
15. Amerikanisch-japanischer Filmemacher Ian Thomas Ash – zwei Filme über Fukushima mit Preisen ausgezeichnet
16. Forderungen russischer Umweltschützer*innen zur unterirdischen Lagerung von Atommüll
17. Anhörungen zu Atommüll in Angarsk in Russland
18. Ernste Probleme beim ersten Rosatom-Atomkraftwerk in Indien
19. Veranstaltungen der nächsten Monate
20. Was sind die NukeNews?

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1. Ecodefense: Neuer Gerichtstermin
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Am 5. Dezember 2014 fand im Zusammenhang mit der Beschwerde von Ecodefense gegen eine 6.000-€-Strafe, die auf Grundlage des sogenannten „Foreign Agent“-Gesetzes verhängt worden war, ein weiterer Gerichtstermin statt. Ecodefense argumentiert, dass die Strafe nicht rechtmäßig sei, da die Organisation kein „Foreign Agent“ ist. Die Regierung ist aber offensichtlich anderer Meinung und es gibt kaum eine Chance, dass Ecodefense daran etwas ändern kann. Daher geht die Organisation davon aus, dass die Strafe in Kraft treten wird. In diesem Fall wird sie sich aber weigern, das Geld zu bezahlen.
Vertreter*innen der Umweltgruppe gehen davon aus, dass das Justizministerium dies als Grund nehmen wird, um die Organisation zu schließen.

Bereits am 19. November 2014 begann das Justizministerium ein weiteres Verfahren gegen Ecodefense, weil die NGO sich weigert, dem „Foreign Agent“-Gesetz entsprechende Berichte über ihre Aktivitäten einzureichen. Daher wird Ecodefense vermutlich mit einer zusätzlichen Strafe in der Höhe von 7.000-8.000 € konfrontiert werden. Das Datum für diesen weiteren Prozesses wurde noch nicht bekannt gegeben, es könnte aber jederzeit im Dezember sein. Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass Ecodefense insbesondere deshalb verfolgt wird, weil die Organisation erfolgreich gegen das geplante „Ostsee-AKW“ in der Nähe von Kaliningrad Kampagnen organisiert hat. Ecodefense war über lange Jahre ein wichtiger russischer Kooperationspartner der deutschen Anti-Atom-Bewegung – so wurde zum Beispiel gemeinsam der Transport von Uranmüll aus der Urananreicherungsanlage Gronau nach Russland gestoppt.

mehr dazu:
http://russlandantirep.blogsport.de/english/ecodefense-english/

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2. Tschechische Regierung will ab 2022 in Brzkov Uran abbauen
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Seit Juni 2014 bemüht sich die Gruppe „Unsere Zukunft ohne Uran“ (NBBU) aus Brzkov, dem Regionsparlament der Region Vysočina und Ministeriumsbeamt*innen klarzumachen, wie absurd es wäre, in Brzkov ein Uranbergwerk zu eröffnen, und sie zur Verwendung geeigneter Maßnahmen gegen den Uranabbau zu veranlassen. Den neuesten Informationen zufolge will die tschechische Regierung immer noch Uran abbauen, und auch das Regionsparlament unterstützt diesen Plan.
Andererseits unterstützen die oppositionellen Parlamentsmitglieder den Dialog mit NBBU und lokalen Gemeinden.

Die Mitglieder von NBBU waren den Frühling, Sommer und Herbst über sehr beschäftigt. Zuerst gründeten sie Anfang Juni ihre Gruppe und übernahmen dadurch eine verantwortungsvolle Rolle als Verteidiger ihrer Rechte und ihres Zuhauses. Anschließend hielten sie ihre erste Debatte ab (von der Umweltschutzorganisation Calla mitorganisiert) und stellten dort ihre Petition „KEIN URANABBAU IN DER REGION VYSOČINA“ vor, die an Premierminister Sobotka gerichtet war (bis Mitte Oktober 1.700 Unterschriften). Sie unterschrieben zusammen mit vier lokalen Behörden das „Memorandum für eine Zukunft ohne Uran“, organisierten im September den „Marsch gegen Uran“ und in Zusammenarbeit mit Calla die Fotoausstellung „Faces of Uranium“, die bis Ende Oktober lief. Im Oktober besuchten sie die chemische Aufbereitungsanlage in Dolní Rožínka und stellten einen direkten Kontakt zur Leitung des Bereichs GEAM von DIAMO her, einem Staatsunternehmen, das vom Ministerium für Industrie und Handel (MPO) beauftragt worden war, eine Studie darüber zu produzieren, ob die Erschließung der Uranlagerstätte in Brzkov-Horní Věžnice durchführbar sei.

Den ganzen Artikel gibt es hier:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Czech_government_wants_to_mine_uranium_in_Brzkov_from_2022

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3. EJOLT-Bericht: Enthüllung der Mythen rund um Uran und Atomkraft
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Zwei neue Berichte decken verschiedene Mythen auf, die verwendet werden, um die realen Auswirkungen des Uranabbaus zu verstecken und um eine „Renaissance der Atomkraft“ in Europa herbeizuführen. Ein internationales Team von WissenschaftlerInnen und AktivistInnen, das für das globale EJOLT-Projekt für Ökologische Gerechtigkeit arbeitet, hat die tatsächlichen Folgen der Atomkraft ermittelt.

Der erste Bericht beschäftigt sich mit dem Uranabbau und zeigt dabei die durch die Atomindustrie verursachten Konsequenzen; der zweite Bericht behandelt die Ausweitung der AKW-Kapazitäten in Europa, die Auswirkungen des Uranabbaus und Alternativen dazu.

Die Berichte sind hier verfügbar:
http://www.ejolt.org/2014/11/unveiling-uranium-nuclear-power-myths/

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4. Stellungnahme zum Unfall im AKW Zaporizhye, Ukraine
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Der Zwischenfall im Atomkraftwerk Zaporizhye, wo es am 28. November zu einer Fehlfunktion von Transformatoren kam, wird als Routinevorfall in der ukrainischen Atomindustrie angesehen. Die gleiche Einheit war nach einer Pumpenfehlfunktion im Juni 2014 vom automatischen Sicherheitssystem gestoppt worden. Zaporizhye ist einer von 15 ukrainischen Reaktoren, von denen 12 dem Ende ihrer rechnerischen Lebensdauer entgegengehen und eigentlich im Lauf dieses Jahrzehnts geschlossen werden sollten. Die ukrainische Regierung zieht jedoch vor, die Einheiten in Betrieb zu halten, denn es gibt keinen Plan für ihren Abbau und keine Ideen für den Ersatz ihrer Kapazitäten, da fast die Hälfte der Energie des Landes aus Atomkraft stammt.

Der aktuelle Konflikt mit Russland hat Probleme des Atomsektors aufgedeckt. Die Ukraine verlässt sich stark auf Russland, sowohl in Bezug auf Kernbrennstoff (der nur sehr schwer durch andere Produzenten ersetzt werden könnte) als auch bei Ersatzteilen und technischer Dokumentation. Dadurch entsteht Raum für einen Konflikt in der Art des „Erdgaskriegs“, der schon seit Jahren zwischen den Ländern herrscht.
Der Unfall vor kurzer Zeit hat auch ein weiteres Problem deutlich gemacht, das die Atomkraft dem Energiesektor zufügt: die Konzentration der Erzeugungskapazitäten. Der Zwischenfall, der eine 1.000-MW-Einheit stoppte, hat das Gleichgewicht im Energiesektor gestört und zu sukzessiver Stromabschaltung in verschiedenen Gebieten nacheinander („rolling blackouts“) geführt, da das Land nach Gas und Kohle hungert, um verlorene Erzeugungskapazitäten auszugleichen.

Viele Expert*innen halten es für dringend notwendig, den Energiesektor umzustrukturieren, um den Verbrauch zu verringern und erneuerbare Energien als besten Weg zur Unabhängigkeit in der Energieversorgung zu entwickeln. Die Europäische Union dagegen unterstützt durch die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie Kredite von Euratom das Programm zur Laufzeitverlängerung der Reaktoren aus Sowjetzeiten finanziell. Dadurch wird Europa nur ein Steigen des Risikos eines schweren Atomunfalls und die Abhängigkeit des ukrainischen Energiesektors von Russland erreichen.

Nationales Umweltzentrum der Ukraine, NECU

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5. Treffen gegen Urantransporte
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Anfang Dezember fand ein internationales Urantransporte-Treffen von 50 Anti-Atom-AktivistInnen aus Frankreich, Russland, den Niederlanden und mehreren deutschen Regionen statt. Schwerpunkte waren der Erfahrungsaustausch sowie die grenzüberschreitende Vernetzung, um die Proteste der kommenden Monate gegen internationale Transporte zu stärken. Ein detailliertes Abschlussstatement des Treffens findet ihr
hier:
http://www.sofa-ms.de

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6. Unfall im AKW Tihange in Belgien
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Am 30. November 2014 brannte ein Transformator im belgischen AKW Tihange 3 an der Maas, 65 km westlich von Aachen. Der Reaktor musste sofort abgeschaltet werden. Den Medien gegenüber spielte der Betreiber den Zwischenfall herunter und behauptete, er sei vollkommen harmlos und typisch für Industrieanlagen. Zur Erinnerung: Die endgültige Schließung des AKW Krümmel in Deutschland begann ebenfalls mit Transformatorproblemen, und 2009 musste auch das deutsche AKW Lingen wegen Schwierigkeiten mit den Transformatoren zeitweise vom Netz genommen werden. Unglücklicherweise ist Tihange 3 schon wieder in Betrieb… Wir verlangen die sofortige Schließung des gesamten Atomkomplexes in Tihange und des AKW Doel – keine Experimente mit unserer Sicherheit!

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7. Neuer Film aus Indien in Österreich – Nuclear Lies
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Am 7. Dezember 2014 fand die Premiere des Films „Nuclear lies“ in Österreichs Hauptstadt Wien statt. Der 60-minütige Film wurde vom jungen Regisseur Praved Krishnapilla aus Indien gedreht, der seit 15 Jahren in Österreich lebt. Er nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch Indien und zeigt die große Bandbreite an Tricks und Lügen, welche von der Atomlobby (nicht nur in seinem Land) verwendet werden, um sich in ihrem tödlichen Spiel gegen die Interessen einer Öffentlichkeit durchzusetzen, die um ihre Zukunft, um ihren Lebensunterhalt und um ihre Gesundheit fürchtet. Der durch Crowdfunding finanzierte Film wurde zu einem wesentlichen Teil von der österreichischen NGO „Waldviertler Energiestammtisch“ und anderen unterstützt.

mehr dazu: http://nuclearlies.net

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8. Österreich, Heimat der IAEO, sagt NEIN zur Atomkraft
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„Österreich hat schon seit Jahrzehnten eine klare Einstellung zur Atomkraft. In Österreich wird keine Atomenergie produziert.“ Es ist ja nur so ein Gedanke, aber uns kommt es sonderbar vor, dass die Internationale Atomenergie-Organisation, die ausschließlich zur Förderung der Atomkraft existiert, sich gerade in Wien befindet – in einem Land, das schon immer frei von Atomkraft war und das auch immer bleiben wird. Wissen diese Leute vielleicht etwas, das sie uns anderen nicht sagen? Vielleicht sollte die Internationale Atomenergie- Organisation ihr Geld (Entschuldigung, unser Geld) dorthin tun, wo ihre Fürsprecher sitzen – und sich nach Sellafield absetzen?

http://mariannewildart.wordpress.com/2014/11/06/letter-from-nuclear-free-austria/

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9. Demonstration in Lancaster während eines Vortrags von Professor Robin Grimes
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Robin Grimes, ein Berater der britischen Regierung, behauptet:
„Atommüll ist keine ethische Frage“ und „der neue Bau wird Sellafields Fußabdruck nicht vergrößern, weil er sich innerhalb der Umzäunung befinden wird.“ Beide Aussagen sind glatte Lügen.

http://mariannewildart.wordpress.com/2014/11/07/nuclear-champion-or-nuclear-conman/

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10. 100 Bohrlöcher würden Sellafields giftige Brühe an die Oberfläche bringen
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Wo werden das radioaktive Plutonium und Cäsium aus dem kontaminierten Boden in der Umgebung von Sellafield landen? Wie wird sich die Verwendung von Sprengstoff zum Bohrlochbohren auf die baufälligen Abklingbecken von Sellafield in der Nähe auswirken?

http://mariannewildart.wordpress.com/2014/11/19/100-boreholes-will-bring-sellafields-leaking-mess-to-the-surface-to-be-dumped-where/

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11. Protest gegen „atomaren Wahnsinn“ am Bahnhof von Carlisle
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„Trains and boats and planes are bringing nuclear waste to our home…“, „Züge, Boote und Flugzeuge bringen Atommüll zu uns“, sangen wir, um unsere Solidarität mit anderen Gruppen in ganz Großbritannien zu demonstrieren, die etwa in Wigan, Brixton, Bristol, Warrington und Lancaster an dieser koordinierten Aktion gegen Züge mit Atommüll teilnahmen. Solche Züge passieren in vielen Fällen zweimal in der Woche den Bahnhof von Carlisle im Nordwesten Englands. Drei ‚flasks‘
(50-Tonnen-Behälter mit Wasser zum Kühlen der Brennstäbe) enthalten eine Menge an Radioaktivität, die der Bombe von Hiroshima entspricht.

http://mariannewildart.wordpress.com/2014/11/24/nuclear-madness-protest-at-carlisle-railway-station/

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12. Japan: Neustart des AKW Sendai
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Am 7. November 2014 bewilligte das Präfekturparlament Kagoshima eine Petition zum Wiederanfahren zweier Reaktoren im Atomkraftwerk Sendai und lehnte gleichzeitig 31 Petitionen ab, die sich in verschiedener Form dagegen richteten (z.B. den Neustart komplett ablehnten, zur Vorsicht aufriefen oder weitere Untersuchungen und eine stärkere Einbeziehung von Anwohnern als Interessengruppen verlangten).
Angesichts der Zustimmung durch das Parlament ist zu erwarten, dass der Gouverneur von Kagoshima, Yuichiro Ito, in Kürze seine Unterstützung für den Neustart der zwei Reaktoren erklärt.

Mehr Informationen gibt es hier:
http://www.foejapan.org/en/energy/doc/141107.html

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13. Für die Begrenzung radioaktiver Belastung bei der Lebensmittelproduktion
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Wahrscheinlich möchtet ihr nicht, dass bei der Lebensmittelproduktion radioaktive Düngemittel verwendet werden und Radioaktivität sich verbreitet. Die Mengen an Radioaktivität in Phosphaterzen variiert erheblich, und es existiert keine Richtlinie zur Begrenzung der zugelassenen Radioaktivität in Düngemitteln. Wir möchten die Europäische Union dazu veranlassen, eine solche Richtlinie zu erlassen, indem sie ein Maximum für die zugelassene Radioaktivität festsetzt. Wir hoffen, ihr könnt diese Initiative unterstützen. Weiter unten gibt es einen Link zu einem Musterbrief an die EU-Kommissar*innen zur Unterstützung der Aktion und dem Brief, den wir ihnen geschickt haben, inklusive Adressen. Wenn ihr den Kommissar*innen einen Brief schickt, informiert uns bitte darüber.
Falls ihr noch andere Ideen habt, wie ihr uns unterstützen könntet, könnt ihr sie uns gern mitteilen.

Weitere Informationen gibt es hier:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Support_for_restriction_of_radioactivity_in_production_of_food

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14. Konferenz zur internationalen Klage der Marshall-Inseln in Wien
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Die kleine Pazifik-Republik der Marshall-Inseln war von den Atombombentests nach dem Zweiten Weltkrieg massiv betroffen. Es gab Evakuierungen und immer noch werden Babys mit Missbildungen geboren.
Als Mitgliedsstaat der UNO haben die Marshall-Inseln, unterstützt unter anderem durch ein internationales Team von Anwälten und Richtern, im April dieses Jahres eine Klage vor dem Internationalen Gerichtshof eingereicht. Am 5. Dezember 2014 fand dazu ein prominent besetztes Treffen mit Tony de Brum, dem Außenminister der Marshall- Inseln, mit dem Gewinner des Alternativen Nobelpreises, Richter Dr. C. Weeramantry aus Sri Lanka, und Dr. Peter Weihs aus Wien statt.
Dieses Treffen in der österreichischen Hauptstadt diskutierte die Aussichten dieses Versuches, die Atomkraftstaaten zur Umsetzung der versprochenen Fortschritte in Fragen der atomaren Abrüstung, welche in einer Sackgasse zu stecken scheint, zu bewegen.

Ein Video vom Treffen auf Englisch auch hier:
http://vimeo.com/113848724
Ein Text dazu auf Englisch:
http://www.newsweek.com/marshall-islands-nuclear-lawsuit-reopens-old-wounds-262491

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15. Amerikanisch-japanischer Filmemacher Ian Thomas Ash – zwei Filme über Fukushima mit Preisen ausgezeichnet
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Beim kürzlich abgehaltenen Internationalen Lake Champlain Film Festival wurden Ians zwei Filme über Fukushima „In der Grey Zone“ (2012) und „A2-B-C“ (2013) mit dem Preis „Golden Honey Comb“ für eine außerordentliche Leistung in der Filmkunst ausgezeichnet. Mehr Informationen über das Festival und die Auszeichnung gibt es im „Documenting-Ian“-Blog. Im Oktober zeigten die Veranstalter des Prager Filmfestivals dann den Film „A2-B-C“ auch und organisierten im Anschluss daran eine Diskussion mit dem japanisch-deutschen Aktivisten Katsuhiko Kobayashi über das Thema des Umgangs der Atomlobby mit den Kindern und über die Probleme vieler Mütter, die nach Fukushima mit einer schwierigen Situation fertig werden müssen.

siehe auch:
http://ianthomasash.blogspot.jp/2014/11/under-bus.html
http://newbloommag.net/2014/10/06/interview-ian-thomas-ash/

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16. Forderungen russischer Umweltschützer*innen zur unterirdischen Lagerung von Atommüll
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Als Mitte November bei einer Konferenz unter anderem angekündigt wurde, Russland plane den Bau eines Labors, in dem die Lagerung radioaktiver Abfälle tief unter der Erde untersucht werden solle, kam es zu Aufregung und Verwirrung über die Frage, ob und wann öffentliche Anhörungen stattfinden würden.

http://bellona.org/news/nuclear-issues/radioactive-waste-and-spent-nuclear-fuel/2014-11-russian-environmentalists-demand-discussion-deep-nuclear-waste-burial

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17. Anhörungen zu Atommüll in Angarsk in Russland
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Das russische Urananreicherungsunternehmen Angarsk Electrolysis Chemical Combine (AECC) gab bei einer öffentlichen Anhörung Anfang Dezember zu, dass in seiner Lagerstätte „Site 310“ radioaktiver Abfall, welcher Uran, transurane Elemente und Uranspaltprodukte enthalte, deponiert sei. Ohne detaillierte Pläne dafür, was als nächstes mit dem Atommüll passieren soll, bleiben die Anlage und die Zukunft des Atommülls Gegenstand kontroverser Debatten.

mehr dazu:
http://bellona.org/news/nuclear-issues/2014-12-uranium-production-waste-angarsk-proposed-eviction-no-forwarding-address-premature

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18. Ernste Probleme beim ersten Rosatom-Atomkraftwerk in Indien
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Rosatoms Unternehmen Atomstroiexport hat im südindischen Staat Tamil Nadu am Bau der Anlage Kudankulam (auch Kudankulam Nuclear Power Plant, KKNPP) gearbeitet. Der Vertrag dazu wurde 1988 unterschrieben.
Die erste Einheit der Anlage (KKNPP 1) wurde Statistiken der IAEO zufolge am 30. Juni 2014 kommerziell in Betrieb genommen. Das stimmt nicht. Der kommerzielle Betrieb des KKNPP 1 wurde fast vierzigmal verschoben und wird nach Einschätzung des Anlagenbetreibers im Jahr
2015 beginnen. Im September 2014 musste die Anlage wegen einer beschädigten Turbine mehr als 70 Tage lang geschlossen werden. Die Turbine ist nicht das einzige Problem. Rosatom hat minderwertige und gefälschte Bestandteile verwendet.

Details zum Hintergrund des AKW Kundakulam:
http://www.dianuke.org/the-koodankulam-white-elephant-a-non-functioning-reactor-after-one-year-of-grid-connection-vindicates-the-movement/
http://www.countercurrents.org/vtp221114.htm
http://vixra.org/pdf/1410.0208v1.pdf
http://www.countercurrents.org/kknp150614.pdf
http://vixra.org/pdf/1306.0062v1.pdf

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19. Veranstaltungen der nächsten Monate
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(nur ein Auszug, teilt uns bitte eure Events für den nächsten Newsletter mit) Weitere Veranstaltungen: http://upcoming.nuclear-heritage.net

Fühlt euch eingeladen, uns eure lokalen und internationalen Veranstaltungshinweise für diese Website und die NukeNews zu senden!
01.06.14-Juni ’15: „Bure 365“ – dezentrale Aktionen gegen Atommüllendlager in Bure (F)
Winter 2014: Exporte hochradioaktiver Abfälle aus dem Atomforschungszentrum Jülich in die USA und Proteste (D)
27.12.14 20°° MEZ: updatende Skype-Konferenz des ATOMIC BALTIC
Netzwerk/projekts
10.01.15 um 18°°: Anti-Atom-Party im Freiraum, Walkemühle 1a, in Hameln (D)
11.01.15: „Widerstand in Concert“ im Haus der Energie beim AKW Fessenheim (F)
24.01.15 um 13°°: Großdemo „Wrap Up Trident!“ in London (UK)
27.01.15 um 19³°: Benefizkonzert für Opfer von Tschernobyl in der Epiphaniaskirche, Kärntner Str. 23-25, in Münster (D)
01.02.15-04.02.15: Health Physics Society 48th Midyear Topical Meeting in Norfolk/Virginia Beach, VA (USA)
02.03.15 um 7°°: Burghfield Lockdown: Massenblockade am Standort von AWE (öffentliches Atomwaffen-Unternehmen) in Burghfield, Berkshire (UK)
08.03.15: Fukushima-Demo in Neckarwestheim (D)
15.03.15: (vorgeschlagen) Demo zum Jahrestag von Fukushima in Tihange (B)
16.03.15-17.03.15: Jährliches Treffen des National Council on Radiation Protection and Measurement: „Changing
Regulations and Radiation Guidance: What Does the Future Hold?“ in Bethesda, MD (USA)
21.03.15: Campaign for Nuclear Disarmament: Battle of the Bands & Wettbewerb zur Gestaltung eines Posters im Red Brick Building in Glastonbury (UK)
21.03.15 um 11°°: Atommüll-Konferenz in der Volkshochschule, Wilhelmshöher Allee 19-21, in Kassel (D)
13.04.15: Große Blockade des Atom-U-Boot-Stützpunkts in Faslane (UK)
14.04.15-16.04.15: World Uranium Summit in Québec City (CDN)
25.04.15-01.05.15: Europäische Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“
12.05.15-15.05.15: Atomlobby-Konferenz „Innovation in the Third Millennium“ im Delta Winnipeg Hotel, 350 St Mary Ave, in Winnipeg, Manitoba (CDN) 22.05.15, 14 Uhr: Kulturelle Widerstands-Party mit der Bürgerinitiative & Akteuren der Kulturellen Landpartie an den Atomanlagen in Gorleben (D)
Sommer 2015: „Walk For A Nuclear Free Future“ von der Atomanlage Oakridge, TN nach Hiroshima 2015 (USA & J)
12.07.15-16.07.15: Health Physics Society 60th Annual Meeting in Indianapolis, Indiana (USA)
2015: wahrscheinlich Castortransport mit hochradioaktiven Abfällen aus Sellafield (UK) und mit mittelradioaktiven Abfällen aus La Hague (F) nach Gorleben (D) und Proteste
01.09.15-30.11.15: (wahrscheinlich) Hauptverhandlungen am Umweltgericht über SKBs Antrag zur Errichtung des
KBS3-Atommüllendlagers, am Bezirksgericht in Nacka (S)
10.10.15 um 11°°: Atommüll-Konferenz in der Volkshochschule, Wilhelmshöher Allee 19-21, in Kassel (D)
25.04.16-01.05.16: Europäische Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Bure_365
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Nuclear_Waste_Transport_to_Ahaus
http://AtomicBaltic.nuclear-heritage.net
http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=view&id=769&Itemid=189
http://www.fessenheimstop.org/pages/termine.php?Widerstand%20in%20Concert&month=1&year=2015&day=11&show=1&id=87&section_id=174&detail=1
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Wrap_up_TRIDENT
http://www.anti-atom-aktuell.de/aktuelles/termine.html
http://hps.org/meetings/meeting41.html
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Burghfield_Lockdown
http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=view&id=769&Itemid=189
http://www.ncrponline.org/Annual_Mtgs/2015_Ann_Mtg/Summary_12-1.pdf
http://www.cnduk.org/get-involved/events/item/2043-battle-of-the-bands-poster-art-competition
http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=61&Itemid=273/
http://www.uranium2015.com
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/European_Action_Weeks_For_A_Future_After_Chernobyl_And_Fukushima_2015
http://crpa-acrp.org/conference/
http://www.bi-luechow-dannenberg.de/?page_id=9162
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Walk_For_A_Nuclear_Free_Future_2011-2015/Y-12_Nuclear_Facility_Oakridge-Hiroshima
http://hps.org/meetings/meeting37.html
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Gorleben_Castor_Resistance_in_Germany_2015
http://www.nonuclear.se/en/kalender/kbshuvudforhandling2012
http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=61&Itemid=273/
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/European_Action_Weeks_For_A_Future_After_Chernobyl_And_Fukushima_2016

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20. Was sind die NukeNews?
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Die NukeNews sind ein mehrsprachiges Newslettersystem des Nuclear Heritage Network. Sie spiegeln die Aktivitäten, Themen und Kämpfe der Anti-Atom-Aktivist*innen wider, die durch diese internationale Community miteinander vernetzt sind. Die Nachrichten werden von Aktivist*innen zusätzlich zu ihren normalen Anti-Atom-Aktivitäten geschrieben und übersetzt. Der Newsletter will sowohl Aktivist*innen als auch die interessierte Öffentlichkeit informieren und auf dem Laufenden halten.

Deine Beiträge zu den NukeNews sind willkommen! Sende sie per E-Mail an „news AT NukeNews DOT nuclear-heritage DOT net“. Der Text sollte sehr kurz und in Englisch verfasst sein. Bitte mach es nicht länger als einen Absatz. Wir brauchen eine präzise Überschrift für deinen Artikel; du kannst auch einen Link zu weiteren Informationen anfügen.
Die Deadline für die 17. Ausgabe der NukeNews ist der 1. März 2015.

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„Urantransporte sofort stoppen – Uranabbau, Urananreicherung und Brennelementefertigung beenden“

Abschlusserklärung Internationales Urantransportetreffen 29./30.11.14 in Münster

Münster, 30. November 2014

anti-atom
AtomkraftgegnerInnen aus Russland, Frankreich und den Niederlanden sowie Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, NRW und Rheinland-Pfalz forderten an diesem Wochenende in Münster auf einem Internationalen Urantransportetreffen ein Ende der zahllosen Urantransporte, die nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit den Betrieb der Atomindustrie sicherstellen. Zugleich forderten sie den weltweiten Uranabbau zu stoppen und die uranverarbeitende Industrie stillzulegen. Zudem solle die deutsche Bundesregierung endlich die Urananreicherung in Gronau sowie die Brennelementefertigung in Lingen beenden. Beide Atomanlagen sind bislang vom Atomausstieg ausgenommen und beliefern Atomkraftwerke in der ganzen Welt.

Geheime Urantransporte quer durch Europa – Lebensader der Atomindustrie

Auf der Urankonferenz berieten die TeilnehmerInnen intensiv über die erheblichen Gefahren der zumeist streng geheimen Urantransporte. Sie verfolgten die Spur der Urantransporte vom Uranabbau in Kasachstan und Usbekistan via Russland über die Ostsee und durch den Nord-Ostsee-Kanal zur zentralen Urantransport-Drehscheibe im Hamburger Hafen. Von dortrollt das Uranerzkonzentrat per Bahn durch Niedersachsen, Bremen, NRW und die Mosel-/Saar-Region zur Uranverarbeitung in Narbonne-Malvési und Pierrelatte in Südfrankreich. Als Uranhexafluorid gelangt es später zur Urananreicherung nach Gronau oder in die niederländische UAA Almelo. Der nächste Schritt ist die Areva-Brennelementefertigung in Lingen, bevor die Endprodukte oftmals erneut über den Hamburger Hafen, aber auch über Rotterdam in alle Welt verschickt werden.

Die Konferenz verurteilt, dass Frankreich, Deutschland, Russland und die Niederlande weiterhin in vielfältiger Weise eine Zukunft der Atomindustrie ermöglichen. Das ist nicht akzeptabel. Die AtomkraftgegnerInnen fordern zudem von den deutschen Landesregierungen ein konsequentes Einschreiten gegen die wachsende Zahl von Urantransporten, die zahllose Menschen gefährden. Insbesondere die Landesregierungen in Hamburg, Niedersachsen und NRW wurden für ihre Untätigkeit kritisiert. Auch die betroffenen Kommunen wurden aufgefordert, sich aktiv für einen Stopp der geheimen Urantransporte einzusetzen.

Die Konferenz begrüßt die zahlreiche Proteste gegen Urantransporte in diesem Jahr, darunter das Sommercamp in Kiel sowie mehrstündige Blockaden von Urantransporten in Hamburg und der Brennelementefabrik in Lingen. Weitere Proteste fanden u. a. in Gronau, Osnabrück, Münster, Köln, Bonn und Trier statt.

Uranmüllberge wachsen weltweit – kein Endlos-Uranmülllager in Gronau

Zudem kritisierten die TeilnehmerInnen, dass es für den weltweit anfallenden Uranmüll – wie für jeden anderen Atommüll – keine sichere Entsorgung gibt. Schon in den Uranabbauländern fällt massenhaft Uranmüll an. In Gronau soll nun in 2015 ein neues großes Uranmülllager für 60 000 Tonnen Uranoxid in Betrieb gehen – zeitlich unbefristet! Die TeilnehmerInnen lehnen die Inbetriebnahme dieser Endlos-Uranmülllagerung in Gronau ab.

Der geplante Verkauf des Urananreicherers Urenco auf dem Weltmarkt ist unverantwortbar, weil die Urananreicherung der einfachste Weg zur Atombombe ist. Nur die sofortige Beendigung der Urananreicherung ist akzeptabel.

Gronauer Uranmüll in Russland: Russische Umweltschützerin kündigt neue Strafanzeige an

Bis 2009 gelangten aus Gronau rund 27 000 Tonnen Uranmüll nach Russland. Dieser Uranmüllexport war illegal, 2006 stellten russische UmweltschützerInnen Strafanzeige gegen den Gronauer Urananreicherer Urenco. Doch erst vor wenigen Wochen erkannte die Bundesregierung zögerlich an, dass es sich tatsächlich um Atommüll handelt und nicht um „Wertstoff“, wie von Urenco behauptet. Bislang lehnt die Bundesregierung jede Verantwortung für den deutschen Atommüll in Russland ab. Eine russische Umweltschützerin aus Ekaterinburg kündigte nun in Münster an, den illegalen Atommüllexport von Gronau nach Russland von der Münsteraner Staatsanwaltschaft erneut überprüfen zu lassen.

Die TeilnehmerInnen verurteilten zudem scharf die Versuche der russischen Regierung, russische Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen wie Ecodefense durch repressive Gesetze zu „ausländischen Agenten“ zu erklären. Ecodefense droht momentan die Zwangsauflösung. Die Konferenz forderte deshalb nachdrücklich, die sehr engagierte Arbeit der Nichtregierungsorganisationen zu respektieren und zu schützen. Die Uranreicherungsanlage Gronau und Brennelementefabrik Lingen sofort stilllegen!

atomstopp_oberoesterreich: Warum bleibt Österreich Mitglied bei der Europäischen Atomgemeinschaft EURATOM?

Presseaussendung von atomstopp_oberoesterreich am 11.11.2014

anti-atom
Opposition muss Druck auf österreichische Bundesregierung erhöhen

„Dass Österreich zahlendes Mitglied beim Atomförderverein EURATOM ist – trotz österreichischem Atomsperrgesetz im Verfassungsrang und trotz überwältigender Antiatom-Haltung der österreichischen Bevölkerung – sollte für die Oppositionsparteien im österreichischen Nationalrat Auftrag sein, sich vehement für einen Ausstieg Österreichs aus der Europäischen Atomgemeinschaft EURATOM einzusetzen!“, so Roland Egger und Gabriele Schweiger, Sprecher von atomstopp_oberoesterreich.

In der vergangenen Gesetzgebungsperiode hat es immerhin 15 (!) Entschließungsanträge der Oppositionsparteien für einen Ausstieg Österreichs aus EURATOM gegeben, die allesamt von den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP vertagt, abgelehnt oder nicht einmal zur Abstimmung zugelassen wurden.

„Wir sind überzeugt, dass für einen europaweiten Atomausstieg ein Mitgliedstaat der Europäischen Union vorangehen muss und offensiv den Ausstieg aus EURATOM betreiben muss. Nur so kann eine generelle Debatte über die ungeheuerliche Privilegierung der Atomkraft in Europa angerissen werden! Und wer, wenn nicht Österreich, sollte beherzt diesen Schritt wagen?“, so Egger und Schweiger weiter.

„Wir appellieren an die österreichischen Oppositionsparteien den Druck auf SPÖ und ÖVP zu erhöhen und auf einen Ausstieg Österreichs aus dem EURATOM-Vertrag zu drängen! Spätestens mit der Entscheidung der EU-Kommission die Subventionen für die britischen Atomreaktoren in Hinkley Point C zu erlauben, sollte klar sein: Vor Österreichs Antiatom-Kurs muss sich innerhalb von EURATOM niemand fürchten.“, so Egger und Schweiger abschließend.

Forum gegen Zwischenlager: Bayern verlor im Jahr 2013 in der EE-Branche die meisten Arbeitsplätze

anti-atom

Medienmitteilung v. 26.11.14

Verlust von 6000 Arbeitsplätzen in Bayern

Eine Auswertung offizieller Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt, dass in Bayern im Jahr 2013 über 6000 Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren Energien (EE) verloren gegangen sind.

Im „Bericht zur aktualisierten Abschätzung der Bruttobeschäftigung 2013 in den Bundesländern“ http://www.gws-os.com/discussionpapers/EE_besch%C3%A4ftigt_bl_2013.pdf für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wird dargestellt, wie viele Arbeitsplätze im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr für die Herstellung von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien, für deren Betrieb sowie die Bereitstellung biogener Brenn- und Kraftstoffe entstanden oder verloren wurden. Und wie die Entwicklung sich von Bundesland zu Bundesland unterscheidet.

Bayern liegt mit einem Verlust von 6420 Arbeitsplätzen an der unrühmlichen Spitze aller Bundesländer. Dies ist insbesondere auf das dramatische Abdrosseln des Zubaus von Photovoltaik-Anlagen, der geringen Bedeutung der Windenergie und dem Abstoppen des Zubaus von Biostoffanlagen zurückzuführen.

Die Zahl von 6000 verlorenen bayerischen EE-Arbeitsplätzen in nur einem Jahr ist erheblich höher als die Gesamtzahl der in Bayerns Atombranche Beschäftigten.

Voraussichtlich werden auch in den Jahren 2014 und 2015 viele Arbeitsplätze im Bereich der EE-Branche in Bayern verloren gehen. Denn in diesem Jahr sinkt infolge der Verschlechterungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) der Zubau von PV-Anlagen um dramatische 70 Prozent. Durch die jetzt von allen CSU-Land­tagsabgeordneten beschlossene 10-H-Schikane wird nach Abarbeiten der bestehenden Genehmigungen ab etwa Herbst 2015 der Windkraftzubau in Bayern verkümmern.

Dies ist schlecht für die Arbeitnehmer und Unternehmer. Und dies ist schlimm für die so notwendige Energiewende.

Raimund Kamm  (Vorstand)

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager

und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.

* NukeNews #15 – Anti-Atom-Infodienst *

anti-atom kampf antiatom

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0. Vorwort
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Willkommen zu dieser 15. Ausgabe des mehrsprachigen Newsletter-Systems des Nuclear Heritage Netzwerks! In dieser Ausgabe werden AktivstInnen, die durch diese Community miteinander in Austausch stehen, über Themen berichten, mit denen sie sich in Frankreich, Ukraine, Polen, Großbritannien, Russland, Kanada und anderen Regionen auseinandersetzen. Es geht um Uran, neue Reaktoren, AKW-Laufzeitverlängerung und Atommüll.

Im August hatten wir ein NukeNews Mini-Camp in Kaplice in der Tschechischen Republik. Wir diskutierten das NukeNews-Projekt, Möglichkeiten, es auszubauen und weiter zu entwickeln. Wenn du an den Diskussionen und einigen Ergebnissen interessiert bist, wirf einen Blick in die Mitschrift des Treffens:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Anti-nuclear_mini_camp_in_the_Czech_Republic

Eure Beiträge für die nächste Ausgabe der NukeNews sind willkommen! Mehr Informationen findest du am Ende dieses Newsletters. Wir freuen uns auch über Unterstützung bei den Übersetzungen und Korrekturlesen. Und falls jemand neue Sprachversionen der NukeNews starten möchte, würde uns das sehr freuen!
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Inhaltsverzeichnis der aktuellen NukeNews #15
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0. Vorwort
1. Bure 365: Aufruf zum Mitmachen!
2. Ukraine: Updates zu den Neubauplänen am AKW Chmelnyzkyj
3. Fotoausstellung „Gesichter des Urans“ in Polná
4. Tschechien: Marsch gegen Uranabbau in Brzkov
5. UK: Kampagne für unabhängige Strahlungsmessung im Nordwesten
6. UK: Stop Moorside – Petition
7. UK: Kein ganz so kurzes Aufeinandertreffen – Atomzüge in Carnforth
8. Estnisches Energieunternehmen zu Investitionen im AKW Visaginas: „Nein, danke!“
9. Internationale Kampagne zur Unterstützung der russischen Anti-Atom-Bewegung
10. Tschechien – Slowakei – Ungarn: Neue Entwicklungen
11. Japanischer Experte spricht in Europa über Fukushima
12. Neue Ausgabe des World Nuclear Industry Status Reports online
13. Updates zum AKW-Neubau in Polen
14. Kanada: OPG erklärt Risiken beim AKW Darlington unter Kontrolle
15. Auf dem Yellowcake-Pfad
16. Smolensk: Russische Atomindustrie lügt in offiziellen Dokumenten
17. Vertrag für AKW-Bau in Polen
18. Neues von den Hearings in Russland
19. Laufzeitverlängerung des 4. Reaktors des AKW Kola: Ein unnötiges Risiko
20. Finnische Regierung gestattet Rosatoms Aktivitäten
21. EU genehmigt Subventionen für AKW Hinkley Point
22. Fotos aus Sellafield durchgesickert
23. USA: Weckruf für Capenhurst
24. Veranstaltungen der nächsten Monate 25. Was sind die NukeNews?
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1. Bure 365: Aufruf zum Mitmachen!
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Im Juni 2014 wurde die Kampagne „Bure 365“ gegen das Projekt „Cigéo“
gestartet. Dieses Endlager für hochradioaktiven Atommüll soll in dem kleinen Dorf Bure in Ostfrankreich gebaut werden. Anti-Atom-Gruppen aus Frankreich und ganz Europa sind aufgerufen, sich an dieser Kampagne zu beteiligen und so viele Aktionen wie möglich zu organisieren. Jede Form der Solidarisierung ist willkommen: ziviler Ungehorsam, öffentliche Aktionen, direkte Aktionen, Vorgehen auf juristischer Ebene …

Hier findet ihr den gesamten Aufruf (auf Englisch):
http://nocigeo.noblogs.org/post/category/translation-en/
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2. Ukraine: Updates zu den Neubauplänen am AKW Chmelnyzkyj
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Die gute Nachricht: Von offizieller Seite wird gesagt, dass die Ukraine beim Bau neuer Reaktorblöcke am AKW Chmelnyzkyj nicht länger mit Russland zusammenarbeiten wird.

Die schlechte Nachricht: Es werden immer noch Optionen für den Bau neuer Reaktoren erwogen, lediglich unter Einbeziehung eines anderen Partners. Des Weiteren meinte Anfang September ein ukrainischer Abgeordneter, dass die Regierung über einen möglichen Standort und Partner bis Ende des Jahres entscheiden sollte. Es gibt auch Gespräche über eine teilweise (bis zu 40%) Privatisierung von Energoatom, was völlig neu ist, denn früher wurde nur über eine Gesellschaft gesprochen (erster Schritt einer Privatisierung).

Offenbar wird angenommen, eine Privatisierung helfe, Privatkapital für die Vorhaben zu gewinnen. Eine weitere Möglichkeit, die Gelder einzuwerben, sagen sie, wäre eine Vereinbarung über den Export von Strom in die EU. Als mögliche technische Partner wurden bisher tschechische Firmen genannt. Es gibt dabei aber noch große Unsicherheitsfaktoren und einen Mangel an Information. Jedenfalls wird behauptet, dass die existierende Infrastruktur am Standort des AKW Chmelnyzkyj nicht verwendet werden könne.
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3. Fotoausstellung „Gesichter des Urans“ in Polná
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Vom 24. September bis zum 31. Oktober 2014 fand in der Passage des Buchladens „Kuba und Pařízek“, Husovo náměstí 44, in Polná in Tschechien (Region Vysočina-Südmähren) die Fotoausstellung „Gesichter des Urans“ des Fotografen Václav Vašků statt. Diese Fotoausstellung erfolgte zeitlich parallel mit der Bearbeitung der Machbarkeitsstudie für die Eröffnung der Uranlagerstätten Brzkov und Horní Věžnice (die Regierung hatte das Staatsunternehmen Diamo beauftragt, diese Studie bis zum 30. September 2014 fertigzustellen). Die Eröffnung der Fotoausstellung fand am Mittwoch, 24. September 2014 um 15 Uhr zusammen mit Václav Vašků statt.

Hier gibt es den vollständigen Artikel:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Photo_Exhibition_%22Faces_of_Uranium%22_in_Poln%C3%A1
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4. Tschechien: Marsch gegen Uranabbau in Brzkov
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An dem Marsch vom 7. September 2014 gegen den geplanten Uranabbau nahmen etwa 200 Menschen teil, einschließlich Kindern und der lokalen Bevölkerung. Einige TeilnehmerInnen kamen auch aus benachbarten Dörfern und Städten. Der Marsch wurde von der NGO „Unsere Zukunft ohne Uran“ organisiert, welche damit die Ablehnung der Bevölkerung ausdrückt, die sich gegen die Absicht der Regierung stellt, den Uranabbau wieder aufzunehmen und in Zukunft hier fortzusetzen. Dies widerspräche einem Dokument zur Rohstoffpolitik der Tschechischen Republik aus dem Jahre 1999. Während des Protesttages konnten die BürgerInnen die Petition „NEIN zum Uranabbau im Hügelland“ der Organisation unterschreiben (etwa 1.200 Unterschriften seit Juli), die an Premierminister Sobotka gerichtet ist.

Den vollständigen Artikel gibt es hier:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/March_against_uranium_in_Brzkov
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5. UK: Kampagne für unabhängige Strahlungsmessung im Nordwesten
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„Radiation Free Lakeland“ macht Lobbyarbeit für eine unabhängige Strahlungsmessung im Nordwesten. Diese wurde früher vom Strahlenmessdienst „RADMIL“ in Lancashire durchgeführt, der vor einigen Jahren aber aufgrund von Budgetkürzungen der Regionalverwaltung aufgelöst worden war.

http://mariannewildart.wordpress.com/2014/09/07/independent-radiation-monitoring-in-nw-what/
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6. UK: Stop Moorside – Petition
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Die gerade gestartete Petition zum Stopp Moorsides behandelt ein von der Industrie als „größte nukleare Entwicklung in Europa“ bezeichnetes Vorhaben. Obwohl es keine Lösung für das Problem des Atommülls gibt, ist unsere Regierung auf Biegen und Brechen entschlossen, eine riesige Schneise durch Cumbria zu schlagen, um neue Atomreaktoren zu errichten. Mit den Worten des Abgeordneten Michael Meacher: „Wir brauchen neue AKWs wie ein Loch im Kopf!“… Bitte unterschreibt die Petition und verbreitet sie:

https://you.38degrees.org.uk/petitions/stop-moorside-biggest-nuclear-development-in-europe
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7. UK: Kein ganz so kurzes Aufeinandertreffen – Atomzüge in Carnforth
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Regelmäßig transportieren Züge Container mit hochradioaktiven Brennstäben („Atomzüge“) durch Carnforth. Diese Atommüllzüge mit abgebrannten Brennstäben werden vom DRS betrieben. Die „Direct Rail Services“ gehören zur „Nuclear Decommissioning Authority“, die diesen hochradioaktiven Abfall durch einige der am dichtesten besiedelten Regionen Großbritanniens fahren lässt.

http://mariannewildart.wordpress.com/2014/07/19/not-so-brief-encounter-nuclear-trains-at-carnforth/
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8. Estnisches Energieunternehmen zu Investitionen im AKW Visaginas: „Nein, danke!“
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Litauen und Hitachi Ltd. bereiten Pläne zur Schaffung einer vorläufigen Projektfirma vor, um das AKW-Projekt Visaginas weiter zu bringen. Es sieht allerdings so aus, als hätte das Projekt nicht viele Chancen, weil es nicht ohne die regionalen Partner Estland und Litauen realisiert werden kann. Estland ist besonders widerwillig hinsichtlich Investitionen in das Atomkraftwerk. Sandor Liive von „Eesti Energie“ erklärte im August 2014, dass billige Atomenergie nicht mehr existiere, und dass, wenn Litauen jetzt an Estland mit dem Angebot, in das AKW Visaginas zu investieren, herantreten würde, die Antwort „Nein“ wäre.

Mehr dazu:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Estonian_energy_company_about_investing_in_Visaginas_NPP:_%22No,_thanks%22
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9. Internationale Kampagne zur Unterstützung der russischen Anti-Atom-Bewegung
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Dass Russland ein spezifisches Verständnis davon hat, was im nationalen Interesse ist und was nicht, ist nichts Neues. Aber die Diskrimination der Anti-Atom-Aktivisten insbesondere von der NGO Ecodefense hat ein Niveau erreicht, welches einen internationalen Aufschrei erfordert. Unten findet ihr eine breite Plattform dafür – in vielen Sprachen. Unterstützt bitte unsere Freunde in Russland, es wird der Anti-Atom-Bewegung insgesamt helfen.

Mehr dazu:
http://www.dianuke.org/international-appeal-in-solidarity-with-russian-anti-nuke-group-ecodefense-declared-foreign-agent/
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10. Tschechien – Slowakei – Ungarn: Neue Entwicklungen
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Einerseits wurden Pläne, das südböhmische AKW-Temelín um zwei neue Blöcke zu erweitern, gestoppt – mit ökonomischen Argumenten. Es gibt aber immer noch Bemühungen im Bereich des AKWs Temelín – aber auch im AKW Dukovany, dem zweiten Atomkraftwerksstandort in Tschechien, zumindest einen neuen Block zu errichten. Andererseits scheint der staatlich dominierte tschechische Energiekonzern CEZ große Teile des slowakischen Energieversorgers SE vom bisherigen italienischen Eigentümer ENEL übernehmen zu wollen, der wohl versucht, nicht ganz so profitable Investitionen außerhalb Italiens abzustoßen. Das Ergebnis könnte ein erneuter Impuls sowohl in der Slowakei als auch in Tschechien sein, mit eigenen Mitteln doch weiterhin in den Ausbau der Atomkraft zu investieren.

Oder mit russischer Hilfe, was insbesondere in Ungarn der Fall scheint, wo die gesamte außenpolitische Strategie des ehemaligen Dissidenten und nun Ministerpräsidenten Viktor Orban immer mehr zu einer reinen Kopie von Vladimir Putins russischem Drang nach neuem Land, egal wo, zu werden scheint. Natürlich mit einem starken Interesse an russischer Atomtechnologie und generell einer noch größeren Energieabhängigkeit anderer Länder von Russland. Aber auch von chinesischer Unterstützung wurde in den betroffenen Ländern, wie auch in Rumänien schon, gesprochen.

Mehr dazu:
http://spravy.pravda.sk/ekonomika/clanok/328081-stratove-mochovce-zavisi-to-aj-od-kupca/
http://hungarianwatch.wordpress.com/2014/05/05/rosatom/
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11. Japanischer Experte spricht in Europa über Fukushima
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Kazuhiko Kobayashi aus Japan, der viele Jahre in Deutschland gelebt hat, ist als vehementer Kritiker der Atomlobby bekannt. Diesen Herbst besucht er wieder Europa, um über die aktuelle Situation rund um Fukushima und über die Pläne der japanischen Atomlobby zu sprechen. Er besucht dabei Deutschland, Polen, Österreich, die Türkei und Slowenien. Neben seiner Informationsarbeit wird er mit den eingenommenen Spendengeldern auch ein Kinderprojekt in Japan unterstützen.

Mehr dazu:
http://www.youtube.com/watch?v=jyfbEPCNgnY
http://nuclear-news.net/2012/12/04/fukushima-medical-university-hospital-cover-up-an-interview-with-kazihiko-kobayashi/
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12. Neue Ausgabe des World Nuclear Industry Status Reports online
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Eine der besten Adressen mit Informationen betreffend die weltweiten Entwicklungen rund um die Atomindustrie ist online – die 2014er Ausgabe des WISR (Statusbericht der internationalen Atomindustrie) – dank vor allem der Arbeit von Mycle Schneider und Antony P. Froggatt.

Ihr findet die aktuelle, aber auch ältere Ausgaben online hier:
http://www.worldnuclearreport.org
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13. Updates zum AKW-Neubau in Polen
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Die Bohrarbeiten durch Worley Parsons Ltd. im Kontext komplexer Standort- und Umweltuntersuchungen in den Dünen von Lubiatowo, einem der AKW-Kandidaten in Wejherowo, Pommern, wurden dank lokalen Widerstands in den letzten Wochen und Monaten erfolgreich verzögert. Es bestehen gewisse Chancen, dass das Konsortium die Deadline zum Abschluss des UVP-Berichts im Januar 2015 verpassen wird. Dieser soll planmäßig kurz danach im öffentlichen Beteiligungsverfahren bereitgestellt werden, vielleicht im Frühjahr 2015. Die sogenannte Umwelt-Entscheidung wird für Ende 2016 erwartet, während die endgültige Standortentscheidung derzeit für den Jahreswechsel von 2017 zu 2018 geplant ist.

Das größte Problem bleibt – natürlich – die Finanzierung. PGE war es bisher möglich vier „Partner-Teilhaber“ unter den polnischen staatlichen Unternehmen aus den Bereichen Energiewirtschaft und Kupferbergbau zu gewinnen: ENEA, KGHM Polska Miedź und TAURON Polska Energia. Die entsprechende Vereinbarung zwischen diesen bedarf noch der Zustimmung der UOKiK, der staatlichen Aufsicht für Verbraucherschutz.
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14. Kanada: OPG erklärt Risiken beim AKW Darlington unter Kontrolle
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Der starke Anstieg der Kosten für Atomprojekte in Ontario und anderswo ist berüchtigt. Seit der Jahrhundertwende schießen die Kosten für die Überholung sowohl des Atomkraftwerks Pickering A von OPG als auch des Atomkraftwerks Bruce A von Bruce Power weit über die ursprünglich veranschlagte Summe hinaus.

http://www.thestar.com/business/2014/08/18/opg_says_darlington_risks_are_contained.html
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15. Auf dem Yellowcake-Pfad
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Kanadas Urangeschichte. Elliot Lake in Ontario war einst die „Uranhauptstadt“ der Welt. In 20 Betriebsjahren versagten mehr als 30 Dämme, die Uranabbau-Abwässer zurückhalten sollten. Dadurch wurden radioaktive Abfälle und chemische Gifte in das Einzugsgebiet des Serpent River freigesetzt, der in den Lake Huron mündet. Bis 1996, als das Bergwerk schließlich geschlossen wurde, wurden mehr als 170.000.000 Tonnen radioaktive Abwässer hinterlassen.

http://www.uranium-network.org/images/Canada/Yellowcake%20Series%20WS%2020092010.pdf
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16. Smolensk: Russische Atomindustrie lügt in offiziellen Dokumenten
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Im Zuge von öffentlichen Hearings zur Ausstattung des neuen AKWs in Smolensk mit dem Experimentalreaktor WWER-TOI, hält der russische Staatskonzern Rosatom weiterhin die Illusion der ökologischen Sicherheit und ökonomischen Machbarkeit des Baus eines neuen AKWs aufrecht, indem er sich auf nicht existierende Verbote von Alternativen beruft und auf die Träume eines „sicheren“ radioaktiven Abfalls.

Mehr dazu:
http://bellona.org/news/nuclear-issues/radioactive-waste-and-spent-nuclear-fuel/2014-09-russian-nuke-industry-lies-official-documents-build-new-reactors-smolensk
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17. Vertrag für AKW-Bau in Polen
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Die Spezialfahrzeugfirma des PGE-Konzerns, PGE EJ1, hat am 12. September nach einer Ausschreibung einen Vertrag mit der Firma AMEC Nuclear UK Ltd. zum Bau des ersten AKWs in Polen unterzeichnet. Dabei geht es um Aufgaben des sogenannten Eigentümer-Ingenieurs (owner’s engineer). Der Vertrag beläuft sich auf eine Rekordsumme von umgerechnet etwa 300 Millionen € (1,3 Mrd. PLN) auf der atomaren Ausgabenliste von PGE. Die Medien sprechen von einer Nettosumme, womit zumindest die Mehrwertsteuer noch dazugerechnet werden müsste.
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18. Neues von den Hearings in Russland
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Fast 30 Fragen, die von Bellona im Rahmen eines Runden Tischs Mitte Oktober zur Leistungserhöhung des 1. Blocks des AKWs Kalinin vorgelegt worden waren, blieben aufgrund der Unterbrechung des Treffens unbeantwortet. Dies führte zu deutlichen Bedenken, ob Russlands AKW-Betreiber Rosenergoatom weiß, worauf er sich da einlässt.

Details:
http://bellona.org/news/russian-human-rights-issues/access-to-information/2014-10-silence-greets-questions-posed-bellona-public-hearing-kalinin-nuclear-reactor-experiment
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19. Laufzeitverlängerung des 4. Reaktors des AKW Kola: Ein unnötiges Risiko
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Seit dem 11. Oktober 2014 überschreiten nun alle vier Reaktoren des AKW Kola in Russland ihre projektierte Betriebsdauer. Am Freitag, den 10. Oktober ging die Laufzeit des 4. Blocks zu Ende. Das „Kola Environmental Center“ hält eine Laufzeitverlängerung der Reaktoren über die geplante Projektperiode hinaus für ein zusätzliches Risiko, für das keine Notwendigkeit besteht.

Mehr dazu:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Lifetime_extension_of_Kola_NPP_4th_reactor:_an_unnecessary_risk
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20. Finnische Regierung gestattet Rosatoms Aktivitäten
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In der Auseinandersetzung, ob die Beteiligung des russische Atomkonzerns Rosatom an Fennovoimas AKW-Neubauprojekt in Pyhäjoki eine neue Grundsatzentscheidung erfordert, hat die finnische Regierung jetzt Rosatoms Aktivitäten abgesegnet. Mit zehn Ja-Stimmen und siebenmal „Nein“ hatte die Regierung Mitte September entschieden. In Folge dessen verließen die Grünen die Regierung.

2010 hatte das finnische Parlament das sogenannte AKW Hanhikivi ermöglicht, als es eine Grundsatzentscheidung für Fennovoimas Pläne verabschiedete. Damals hatte der deutsche Energiekonzern E.on ca. 34% der Anteile des Unternehmens; Russland war nicht beteiligt. Als E.on das Atomprojekt verließ, waren die Neubaupläne beinahe gescheitert. Dann übernahm Rosatom E.ons Anteile und hat nun etwa ein Drittel an Fennovoima. Daneben wurden das Reaktordesign sowie die Dimension des Projekts verändert. Der letzten offiziellen Sichtweise zufolge war nun eine völlig neue Grundsatzentscheidung für das AKW notwendig – was eine wesentliche Verzögerung bedeutet hätte.

Die letzte Neuigkeit aus Pyhäjoki war der Baubeginn der Zufahrtsstraßen zum geplanten AKW-Gelände am 16. September.
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21. EU genehmigt Subventionen für AKW Hinkley Point
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Ursprünglich hatte die EU-Kommission ernsthafte Bedenken an der geplanten Vereinbarung eines sogenannten „Strike Price“ für den neuen Reaktor des französischen Atomkonzerns EDF in Hinkley Point in Großbritannien verkündet. Der vorgeschlagene Deal im Umfang von 17,6 Milliarden Pfund wurde als potentiell schädlich und als illegale Förderung durch öffentliche Gelder betrachtet.

Am 8. Oktober jedoch wurde die britische Staatsbeihilfe für die Atomkraft durch die EU-Kommission genehmigt. Der sogenannte „Contract for difference“, der 35 Jahre lang laufen soll, garantiert Mindesteinnahmen für den Reaktor. Die britische Regierung hat zugestimmt EDF 92,5 Pfund pro MWh vom AKW Hinkley Point C zu bezahlen, was dem doppelten des derzeitigen Großhandelspreises für Strom entspricht.

Die österreichische Regierung hat eine Beschwerde gegen die Entscheidung der Kommission beim Europäischen Gerichtshof angekündigt.

Erfahre mehr:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/PR:Stop_Hinkley_Comment_on_European_Commission_Go-ahead_for_%C2%A317.6bn_Hinkley_Deal
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22. Fotos aus Sellafield durchgesickert
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Von einem Whistleblower weitergegebene Fotos, die zeigen, wie in der Anlage Sellafield gefährlicher Abfall seit Jahrzehnten extrem unsicher gelagert wird, sind von Radiation Free Lakeland an den Kanzler Österreichs geschickt worden. Die Fotos erschienen am 27. Oktober in der Zeitschrift „The Ecologist“ unter dem Titel „Durchgesickerte Fotos aus Sellafield zeigen ‚massive Gefahr einer Freisetzung von Radioaktivität'“.

Den ganzen Artikel gibt es hier:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Leaked_Photographs_Sellafield
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23. USA: Weckruf für Capenhurst
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Eine Leckage von radioaktivem Uranhexafluorid (UF6) in den USA bringt große Besorgnis unter den Anwohnern des Nordwestens. Das Leck vom Sonntagabend, den 26. Oktober 2014 mit Freisetzung von Uranhexafluorid in der Honeywell Urananreicherungsanlage in Metropolis, Illinous, zeigt deutlich die Art von Gefahr auf, die solchen Anlagen innewohnt.

Verschiedene Berichte zeigen eine Wolke von Uranhexafluorid, die sich von der Anlage wegbewegt. Uranhexafluorid ist hochtoxisch, reagiert mit Wasser heftig und ist für die meisten Metalle intensiv korrosiv.

Lies den vollständigen Artikel:
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/A_wake_up_call_for_Capenhurst
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24. Veranstaltungen der nächsten Monate
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(nur ein Auszug, teilt uns bitte eure Events für den nächsten Newsletter mit)
Weitere Veranstaltungen: http://upcoming.nuclear-heritage.net

Fühlt euch eingeladen, uns eure lokalen und internationalen Veranstaltungshinweise für diese Website und die NukeNews zu senden!
01.06.14-Juni ’15: „Bure 365“ – dezentrale Aktionen gegen das Atommülllager in Bure (F)
06.10.14-03.11.14: Uran-Filmfestival im Scharfrichter Kino, Milchgasse 2, in Passau (D)
Herbst/Winter 2014:Transport hochradioaktiven Atommülls aus dem Jülicher Atomforschungszentrum in die USA & Proteste (D)
01.11.14-02.11.14: Energiekonferenz des Berliner Energietisches (D)
03.11.14-09.11.14: Arbeitstreffen des ATOMIC BALTIC Netzwerk/projekts
im Projekthaus, Am Bärental 6, in Döbeln (D)
07.11.14: Gedenkveranstaltungen an vielen Orten für Sébastien
Briat – ein Aktivist, der 2004 vom Castorzug getötet
wurde
08.11.14 um 11°°: Seminar „Verteilung von Radioaktivität in die/der
Umwelt – tolerierbares Strahlenrisiko?“ im Harald-
Koch-Haus, Steinstr. 48, in Dortmund (D)
14.11.14-17.11.14: National Summit for a Nuclear Free Future im National 4-H Youth Conference Center, 7100
Connecticut Ave., in MD 20815, Chevy Chase (USA)
15.11.14: landesweiter Aktionstag zu Atommüll (D)
15.11.14 um 14°°: Demo gegen AKW Fessenheim am Rathausplatz in Neuenburg (D)
15.11.14 um 18°°: Workshop „Radioaktivität in unserer Umwelt“ in der „Nacht der Wissenschaft“ in Herrenhäuser Str. 2,
Gebäude 4113, Raum A101, in Hannover (D)
17.11.14: Konferenz zur EU Energie-Union – „How to shape Energy Policy so as to boost European competitiveness?“ im Charlemagne Building, Europäische Kommission, Brüssel (B)
26.11.14 um 13°°: Seminar des Nuclear Waste Council zu organisatorischen Fragen rund um Bau und Betrieb
eines Lagers für abgebrannte Kernbrennstoffe im Näringslivets hus, Storgatan 19, in Stockholm (S)
27.11.14 20°° CET: updatende Skype-Konferenz des ATOMIC BALTIC Netzwerk/projekts
28.11.14-30.11.14: internationales Urantransportetreffen im Paul-Gerhardt-Haus, Friedrichstr. 10, in Münster (D)
29.11.14-30.11.14: Uransymposium in Niamey (RN)
30.11.14: Demo „YES or NO, Trident still has to go – NOW!“ am Atomwaffen-U-Boot-Stützpunkt in Faslane (UK)
01.12.14-05.12.14: International Conference on Occupational Radiation Protection: Enhancing the Protection of Workers –
Gaps, Challenges and Developments in Wien (A)
24.01.15 um 13°°: Großdemo „Wrap Up Trident!“ am TBC in London (UK)
01.02.15-04.02.15: Health Physics Society 48th Midyear Topical Meeting in Norfolk/Virginia Beach, VA (USA)
21.03.15 um 11°°: Atommüll-Konferenz in Volkshochschule, Wilhelmshöher Allee 19-21, in Kassel (D)
14.04.15-16.04.15: World Uranium Summit in Québec City (CDN)
25.04.15-01.05.15: Europäische Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“
12.05.15-15.05.15: Atomlobby-Konferenz „Innovation in the Third Millennium“ im Delta Winnipeg Hotel, 350 St Mary Ave,
in Winnipeg, Manitoba (CDN)
22.05.15 14°°: Kulturelle Widerstands Party mit Bürgerinitiative & Akteuren der Kulturelle Landpartie an den Atomanlagen in Gorleben (D)
Sommer 2015: „Walk For A Nuclear Free Future“ von der Atomanlage Oakridge, TN nach Hiroshima 2015 (USA & J)
12.07.15-16.07.15: Health Physics Society 60th Annual Meeting in Indianapolis, Indiana (USA)
2015: wahrscheinlich Castortransport mit hochradioaktiven Abfällen aus Sellafield (UK) und mit mittelradioaktiven Abfällen aus La Hague (F) nach Gorleben (D) (oder anderer Standort) und Proteste
01.09.15-30.11.15: (vermutlich) Hauptverhandlungen am Umweltgericht zu SKBs Antrag das KBS3-ATommüllendlager zu errichten am Bezirksgericht in Nacka (S)
10.10.15 um 11°°: Atommüll-Konferenz in Volkshochschule, Wilhelmshöher Allee 19-21, in Kassel (D)
25.04.16-01.05.16: Europäische Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Bure_365
http://www.uraniumfilmfestival.org/de/programm/passau-2014
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Nuclear_Waste_Transport_to_Ahaus
http://berliner-energietisch.net/images/Flyer_HO_final.pdf
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Atomic_Threats_In_The_Baltic_Sea_Region/Working_meetings/Sixth_meeting
http://www.lagatom.de/?p=3809
http://atommuell-alarm.info/home/termine/
https://content.sierraclub.org/grassrootsnetwork/sites/content.sierraclub.org.activistnetwork/files/teams/documents/Nuclear%20Summit%20Nov%202014.pdf
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http://hps.org/meetings/meeting41.html
http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=61&Itemid=273/
http://www.uranium2015.com
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http://crpa-acrp.org/conference/
http://www.bi-luechow-dannenberg.de/?page_id=9162
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Walk_For_A_Nuclear_Free_Future_2011-2015/Y-12_Nuclear_Facility_Oakridge-Hiroshima
http://hps.org/meetings/meeting37.html
http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Gorleben_Castor_Resistance_in_Germany_2015
http://www.nonuclear.se/en/kalender/kbshuvudforhandling2012
http://ag-schacht-konrad.de/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=61&Itemid=273/
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25. Was sind die NukeNews?
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Die NukeNews sind ein mehrsprachiges Newslettersystem des Nuclear Heritage Network. Sie spiegeln die Aktivitäten, Themen und Kämpfe der Anti-Atom-Aktivist*innen wider, die durch diese internationale Community miteinander vernetzt sind. Die Nachrichten werden von Aktivist*innen zusätzlich zu ihren normalen Anti-Atom-Aktivitäten geschrieben und übersetzt. Der Newsletter will sowohl Aktivist*innen als auch die interessierte Öffentlichkeit informieren und auf dem Laufenden halten.

Deine Beiträge zu den NukeNews sind willkommen! Sende sie per E-Mail an „news AT NukeNews DOT nuclear-heritage DOT net“. Der Text sollte sehr kurz und in Englisch verfasst sein. Bitte mach es nicht länger als einen Absatz. Wir brauchen eine präzise Überschrift für deinen Artikel; du kannst auch einen Link zu weiteren Informationen anfügen. Die Deadline für die 16. Ausgabe der NukeNews ist der 7. Dezember 2014.

Fessenheim: Gemeinsamer Aktionstag in Strasbourg und Neuenburg

anti-atomAm Samstag, dem 15.11.2014 findet in Frankreich ein nationaler Aktionstag für den Ausstieg aus der Atomenergie statt, der vom „Réseau Sortir du Nucléaire“ organisiert wird.

Dieser Aktionstag ist eine gute Möglichkeit,grenzüberschreitend gemeinsam unseren Protest gegen das altersschwache AKW Fessenheim zu zeigen und öffentlich die Frage zu stellen, wer in Frankreich eigentlich regiert: Staatspräsident François Hollande oder der Atomkonzern EDF?

Doch auch die ungebrochene Macht der Atomkonzerne in Deutschland muss angesprochen werden:
4,7 Milliarden Euro will der Atomkonzern Vattenfall dafür, dass er unser Leben nicht mehr mit Atomkraftwerken bedrohen darf und er klagt „Dank“ eines Freihandelsabkommens vor einem geheimen Schiedsgericht.

Gemeinsam mit badisch-elsässischen Umweltgruppen und dem „Réseau Sortir du Nucléaire“ ruft auch der BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein dazu auf, sich an diesen Protesten zu beteiligen.

Aktionen am Oberrhein:

Fessenheim-Demo: Neuenburg & Rheinbrücke Neuenburg-Chalampé
13.00 Uhr: Demo auf dem Rathausplatz Neuenburg
14.00 Uhr: Brückenaktion auf der Rheinbrücke

Antiatom-Demo in Strasbourg
14.00 – 16.00 Uhr: Demo auf der Place de la République

Forum gegen Zwischenlager: Seehofer auf Atomkurs

Medienerklärung II v. 3. Nov. 14

Seehofer auf Atomkurs

Fakten schaffen und palavern lassen

anti-atom kampf antiatomStändig schafft Bayerns Staatsregierung Fakten, um die Energiewende auszubremsen. So werden erneut Scheinzwänge für eine Laufzeitverlängerung der AKW erzeugt. Zur Ablenkung veranstaltet die Staatsregierung zahlreiche Palaver. Konsequent, dass dazu keine Vertreter von AntiAtom-Bürgerinitia­tiven eingeladen werden.

Seehofers Untaten

Die von Herrn Seehofer mit gesteuerte Bundesregierung hat dafür gesorgt, dass der Zubau von Solaranlagen gegenüber früheren Jahren um 70 Prozent gesunken ist. Statt 7500 Megawatt (MW) in den Jahren 2010, 2011 und 2012 werden dieses Jahr nur etwa 2000 MW neu installiert werden. Und dabei liefern neue Solaranlagen den Strom für 9 bis 12,5 Cent je Kilowattstunde.

Im Sommer 2014 wurde beschlossen, auch den Windkraftzubau in Deutschland auf 2.500 MW pro Jahr zu deckeln. Zum Vergleich: Im Jahr 2002 wurden in Deutschland bereits 3.200 MW zugebaut.

In Bayern soll alles noch viel schlimmer werden: Hier soll in diesem Monat ein Gesetz erlassen werden, dass im Normalfall Windkraftwerke nur genehmigt werden, wenn sie 10H einhalten. Anlagen sollen also wenigstens zehnmal so weit von Häusern stehen, wie die Gesamthöhe der Anlage bis zur oberen Flügelspitze ausmacht. Damit gäbe es in Bayern mit seinen vielen verstreuten Höfen und Weilern fast nur noch in Nationalparks Bauplätze. Die sind aber zu Recht aus Naturschutzgründen gesperrt. Zum Schutz der Menschen vor Geräuschen, Schatten und Bedrängung reichen 500 oder 600 Meter. Die Atomkraftwerke in Bayern halten nicht 10H ein. Und Großstraßen führen in weniger als 100 Metern an Häusern vorbei.

Die Energiewende braucht neben dem Zubau von Solar- und Windanlagen auch Lastmanagement (Anpassung flexibler Stromverbraucher an das Angebot von Strom aus Erneuerbaren Energien), den Umbau des Stromnetzes (EE-Strom ist wetterabhängig wechselhaft, wird dezentral in der Fläche erzeugt, muss auch zu den Städten transportiert werden und braucht zum Ausgleich von wetterabhängigen Produktionsschwankungen den großräumigen Verbund), eine Flexibilisierung der Biogasanlagen (Biogasanlagen können Gas speichern und dann Strom erzeugen, wenn Solar und Wind schwach sind) und den Bau von Speichern.

Über Energieeffizienz wird in unserem Land „sonntags geredet“. Konkret jedoch fast nichts gemacht. Die EU hat sogar gegen Deutschland wegen Nichtumsetzung der Energieeffizienzrichtlinie ein für uns peinliches Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.

H. Seehofer erläutert nicht die notwendigen Teile der Energiewende sondern hetzt Bürger gegen Speicher, Stromleitungen und Windräder auf. Es heißt sogar, dass die Staatskanzlei Landratsämter dazu anhalte, Genehmigungsverfahren bei Windkraftwerken „bürokratisch“ langsam zu machen.

Atomland Bayern

In Bayern laufen noch vier große Atomreaktoren (Grafenrheinfeld, Gundremmingen B, Gundremmingen C und Ohu 2). Jeder dieser vier Reaktoren erzeugt beim Spalten des Urans jeden Tag so viel neue Radioaktivität wie insgesamt im kaputten Atommüll-Lager Asse steckt. Seit Inbetriebnahme des Versuchs-AKW Kahl im Landkreis Aschaffenburg am 13. November 1960 wird auch in Bayern hochradioaktiver Atommüll erzeugt. Und bis heute ist nicht ein Kilogramm entsorgt. Ein Verbrechen an unseren Nachkommen! Und dennoch lässt H. Seehofer die Atommeiler weiter laufen. Sie haben zudem wegen der unvorstellbar weitreichenden Folgen eines atomaren Großunfalls nicht einmal eine risikogerechte Haftpflichtversicherung. Konsequent, dass Seehofers Regierung keine/n Vertreter/in einer AntiAtom-Bürgerinitiative zum Dialog eingeladen hat.

Seehofer läßt Fakten schaffen

Der PV-Zubau wird dramatisch verringert, der Windkraftausbau in Bayern wird geradezu erdrosselt und gegen den Umbau des Stromnetzes und den Bau von Speichern macht H. Seehofer Stimmung. So schafft er Scheinzwänge um die Atomkraftwerke noch lange laufen lassen zu können. Zugleich lässt er zur Ablenkung immer neue Dialoge, Plattformen, Kommissionen oder Initiativen palavern.

Energiedialog und gleichzeitig 10H Gesetz beschließen? Moratorium!

Was soll der heute inszenierte Energiedialog, wenn in wenigen Tagen dann der Landtag das 10H-Gesetz beschließt. Darüber muß, wenn man es ernst meint, doch erst im Energiedialog gesprochen werden. Wir fordern ein Moratorium für das 10H-Gesetz für die dreimonatige Dauer des Energiedialogs!

Raimund Kamm (Vorstand)

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager

und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.