Informationen und Infos über Anti-Atom, Antimilitarismus und NaturFreunde.

Beiträge mit Schlagwort ‘Protest’

Offizieller Aufruf – War Starts Here Camp 2015

War stars here GÜZ
Der Aufruf zum wsh-Camp 2015:

Hallo,

eine Mobilmachung findet statt: konsequent arbeitet die Regierung daran, dass Kriege wieder „normales“ Mittel der Politik sind. Ganz praktisch schaffen sie die Voraussetzungen dafür, und mental stimmen sie die Bevölkerung darauf ein, dies zu akzeptieren.

Dieser Mobilmachung wollen wir etwas entgegensetzen, in den Köpfen der Menschen ebenso wie auch ganz praktisch. Abrüstung ist Handarbeit. Wir können nicht auf die Politik vertrauen, sondern müssen die Dinge selbst in die Hand nehmen. Mit vielfältigen Aktionen werden wir die scheinbare Normalität der kriegerischen Verhältnisse offenlegen, stören, blockieren: Spürbare Steine im Getriebe sein.

Antimilitaristisches Handeln ist nötig, allüberall und zu jeder Zeit. Für das Camp haben wir uns einen Punkt herausgegriffen, der bereits in den letzten Jahren ein Kristallisationspunkt für antimilitaristische Aktionen war und auch weiter sein wird: hier werden kriegerische Einsätze vorbereitet, hier wird der Städtekampf trainiert.
Krieg beginnt hier.

Nie wieder Krieg!?

Viele Menschen in unserem Land sind überzeugt, dass politische Konflikte nicht mit kriegerischer Gewalt gelöst werden können. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt Krieg ab. Dem gegenüber stehen mächtige geopolitische und ökonomische Interessen der krisengeschüttelten kapitalistischen Industriestaaten, die immer mehr mit kriegerischen Mitteln um die letzen Ressourcen, Einflußbereiche und Märkte kämpfen.

Auch Deutschland soll nun endlich in diesem Machtpoker mitmischen, „Verantwortung übernehmen“ und seine bisherige „Politik der Zurückhaltung“ aufgeben. Das geschieht – wenn auch schon seit Langem im Hintergrund – nun auch ganz offen mit einer massiven Medienkampagne. Als notwendige, friedensbringende militärische Unterstützung versuchen Politik und Medien, diesen Tabubruch in den Köpfen der Menschen fest zu verankern. Die „Attraktivitätsoffensive“ der Bundeswehr reiht sich ein in dieses Konzept. Es geht darum, eine höhere Akzeptanz insgesamt für die Bundeswehr und vor allem für die Auslandseinsätze der Bundeswehr herzustellen.

Der Mobilmachung der Überzeugungen folgt die militärische auf dem Fuß

Erste Schritte waren die Waffenlieferungen an die kurdischen Peshmergas, ein Schritt, den Ursula von der Leyen als „notwendigen Tabubruch“ bezeichnet: Waffenlieferungen in Krisengebiete werden ganz offen von der Regierung genehmigt. Dem schließt sich der Aufbau eines Ausbildungszentrums in Erbil (Nord-irak) an, wo die kurdischen, nichtstaatlichen Milizen an jenen Waffen ausgebildet werden, die die Bundesregierung ihnen geschickt hat.

Ein Testfall für die neue selbstbewusstere deutsche Außenpolitik ist sicherlich der Ukraine-Konflikt. Aus eigenen politischen und ökonomischen Interessen greift Deutschland nicht gleich zu den Waffen, doch hinter der „friedensbringenden“ außenpolitischen Einflußnahme werden ganz klare geopolitische und ökonomische Interessen der EU und der Nato verschleiert. Die Folgen für die Menschen in der Ukraine sind nicht Freiheit und besseres Leben, sondern Unterwerfung unter die Regeln des kapitalistischen Westens, zunehmende Verarmung, Abbau von Sozial-
leistungen und höhere Energie- und Wasserkosten, und eine zunehmende Aufrüstung und Eingliederung in die aggressive Natopolitik. Beim letzen Nato- Gipfel wurde eine allgemeine Aufrüstung innerhalb der Nato und eine neue Nato-Eingreiftruppe beschlossen. Diese neue Nato-Eingreiftruppe soll jetzt unter deutsche Führung und als „Speerspitze in den baltischen Staaten“ stationiert werden.
Natürlich ist dafür auch eine Umstrukturierung und Aufrüstung der Bundeswehr nötig, die die Armee zu einer Interventionsarmee befähigen soll, die in westlichen Militärbündnissen mehr Einfluss ausübt und Gestaltungsmacht gewinnt.

Das GÜZ und die Geisterstadt Schnöggersburg

Auf dem 230 km² großen Militär-Gelände wird Krieg mit hochgerüsteter Technik und lasersimulierten Waffensystemen geübt und vorbereitet. Alle deutschen Soldat_innen bereiten sich hier auf den Auslandseinsatz vor, kurz bevor sie zum Beispiel nach Afghanistan oder in den Kosovo gehen. Der Betreiber „Rheinmetall Dienstleistungszentrum Altmark“ vermietet das Gelände an die Bundeswehr und die Armeen anderer NATO-Mitgliedsstaaten, ist Dienstleister der gesamten Technik und Logistik und leistet die Vorarbeit für die militärischen Analysen. Hier wird Krieg geübt, ausprobiert, vorbereitet. Hier bündeln sich viele Facetten von Krieg und Militarisierung. Mit der Baustelle der gigantischen Geisterstadt „Schnöggersburg“, die der Erprobung städtischer Aufstandsbekämpfung dienen soll, gewinnt der Truppenübungsplatz immer mehr an Bedeutung für die NATO und künftige Kriege. Wir wollen diesen zentralen Ort der Kriegsvorbereitung sichtbar machen und mit unseren unterschiedlichen Aktionen den „Normalbetrieb“, die gut geschmierte Kriegsmaschinerie stören und blockieren.

Werde Teil des Camps

Militarisierung, “vernetzte Sicherheit”, Aufstandsbekämpfung und letztlich Krieg sind immer auch ein Angriff auf alle sozialen und emanzipatorischen Bewegungen. Und somit gegen alle Menschen, die für eine befreite Gesellschaft kämpfen.

So vielfältig die Strömungen in emanzipatorischen Bewegungen sind, so vielfältig sind auch die individuellen Perspektiven auf Krieg und Militär. In Anbetracht dessen wollen wir eine Gemeinsamkeit des Widerstands weiterentwickeln und dabei unsere Unterschiede diskutieren und respektieren.

Das Camp wird ein Ort dafür sein. Wir wollen eine Diskussion auf Augenhöhe mit allen, die das Gleiche antreibt: die Abneigung gegen die zerstörerischen Verhältnisse weltweit.

Ende Gelände-Veranstaltungen in Berlin und Busorga

EndeGelände

Hallo ihr alle,

Hier noch ein paar Infos zu Ende Gelände, die große Anti-Kohle-Aktion imRheinland, die vermutlich vor allem für die Menschen aus Berlin undUmgebung interessant sind:

Es noch einige Mobi-Veranstaltungen in Berlin:

25.07: Aktionstrainings zur Kohleblockade “Ende Gelände” |12-18 Uhr | Alte Feuerwache e.V. | Axel-Springer-Str. 40/41 (U-Koch-Str)

27.07: Kohle. Klima. Kapitalismus. – Wege aus der Klimakrise |Podiumsdiskussion | 19:00 Uhr | TAZ-Café | Rudi-Dutschke-Str. 23(U-Koch-Str) http://tiny.cc/huuc0x

29.07: Just Transition – Postwachstum und Arbeit | Veranstaltung inKooperation mit dem Böll Bildungswerk | 19 Uhr | Bildungswerk Böll | Sebastianstr. 21 (U-Moritzplatz) | http://tiny.cc/01uc0x

02.08: Aktionstrainings zur Kohleblockade “Ende Gelände” |14-18 Uhr | Alte Feuerwache e.V. | Axel-Springer-Str. 40/41 (U-Koch-Str)

Wir dürfen die Veranstaltungen auch nutzen, um auf das Lausitzcampaufmerksam zu machen und Flyer auszulegen. Außerdem wird es Bustickets von Berlin aus für die Aktion geben:Hinfahrt am Freitag, Rückfahrt am Samstag. Die werden auf denVeranstaltungen verkauft. Auch da freuen sich die Ende Gelände-Leute,wenn die Info verbreitet wird, Tickets gekauft werden oder einige sagen,sie fühlen sich für den Verkauf von Tickets in Berlin verantwortlich.

Weitere Infos zu den Bussen: https://ende-gelände.org/de/node/105

Globale Solidarität statt systemischer Wahnsinn ! -> IL zu Ende Gelände

antikohle Jänschwalde

Wir folgen nicht den Dinosauriern –> ‚Ende Gelände!‘ für Kohle & Kapitalismus

Warum wir als Interventionistische Linke zu massenhafter Beteiligung an der ungehorsamen Aktion ‚Ende Gelände!‘ am Wochenende 14.-16. August gegen das rheinische Braunkohlerevier aufrufen

Mitte August werden viele Menschen in einer Aktion zivilen Ungehorsams den größten CO2-Verursacher Europas – das rheinische Braunkohlerevier bei Köln – lahmlegen. Einige werden an der Abbruchkante protestieren, andere werden im Tagebau die Mega-Bagger von RWE blockieren. Gemeinsam sagen wir: Keinen Meter weiter, hier ist Ende Gelände! Die Aktion wird getragen von einem breiten bundesweiten Bündnis von Klimaschutz-, migrationssolidarischen, wachstumskritischen, Anti-Akw- & internationalistischen Gruppen sowie linken Organisationen. Mehr Infos unter http://www.ende-gelände.org

Wie sieht es aus im Kapitalozän?

Die kapitalistische Expansion hat sich von Europa ausgehend in fünf Jahrhunderten über den ganzen Planeten ausgebreitet und dabei eine tiefe Spur von Völkermord, Plünderung, Enteignung und Verschärfung sozialer Ungleichheit hinterlassen. Die Profite basierten dabei nicht nur auf Ausbeutung durch Lohnarbeit, sondern zu jeweils großen Teilen auch auf „kostengünstiger“ Aneignung von Arbeitskraft versklavter Menschen, von fast durchgehend von Frauen geleisteter Sorgearbeit sowie von zunächst noch in Fülle vorhandener, relativ „billig“ abschöpfbarer außermenschlicher Natur-Produktivität.

In unserer Zeit hat die globale soziale Ungleichheit beispiellose, zutiefst anti-demokratische, massenmörderische Ausmaße erreicht: während jeden Tag mehr als 25.000 an Hunger sterben, besitzen die 80 reichsten zusammen soviel wie die 3,5 Milliarden Menschen der gesamten ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung. Zudem spitzt sich ein weiterer „Kollateralschaden“ der kapitalistischen Expansion schnell fortschreitend zu: die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen.

Diese Zerstörung ist so umfassend, dass in der Wissenschaft die Rede von einem neuen Erdzeitalter ist, meist „Anthropozän“ genannt, in dem Aktivitäten von Menschen (Anthropos) den wichtigsten treibenden Faktor der geologischen, biologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde ausmachen. Jason W. Moore und Elmar Altvater haben dagegen den Begriff „Kapitalozän“ eingeführt, der im Gegensatz zu „Anthropozän“ benennt, daß eben nicht einfach alle Aktivitäten „der Menschheit“ im allgemeinen sondern ganz spezifische, nämlich durch die kapitalistische Gesellschaftsformation bestimmte Aktivitäten den Planeten so einschneidend zum Schlechten verändert haben und verändern.

Zwar kam es auch vor Kapitalismus und „Realsozialismus“ (der das kapitalistische Naturverhältnis bloß kopierte) zuweilen zu ökologischen Zerstörungen. Doch waren diese räumlich wie zeitlich begrenzt und hatten bei weitem nicht die Geschwindigkeit und globale, kontinuierliche, substanzielle Dimension, mit der wir es im Kapitalozän zu tun haben.
Und das ist kein Zufall.

Unersättlich und eiskalt – systemischer Wahnsinn

Das einzige, allem übergeordnete Ziel des Kapitals ist ständige, unersättliche Vermehrung. Die Einzel-Kapitale müssen sich permanent vermehren, d.h. kurzfristig Profit bzw. Rendite „machen“, sonst verfallen sie mittelfristig, auch aufgrund der eiskalten Konkurrenz auf kapitalistischen Märkten. Dies führt in kapitalistisch beherrschten Verhältnissen auch auf (welt-)gesellschaftlicher Ebene zu einem systemischem Zwang fortwährender Beschleunigung und Expansion, irreführend und verharmlosend „Wachstum“ genannt. Im Gegensatz dazu aber und neben etlichen weiteren prozessierenden Widersprüchen sind der Planet Erde, dessen „Ressourcen“ und die Belastbarkeit der Ökosysteme endlich. So stellen sich schließlich ernste Verheerungen mit existentiellen Folgen für sehr viele Menschen ein.

Dies zeigt sich bei gravierenden globalen Problemen wie dem Klimawandel, der Zerstörung von Ackerböden, Frischwasserbeständen, Fischgründen, Artenvielfalt, Wäldern, der Übersäuerung der Ozeane, der chemisch-radioaktiven Verseuchung der Biosphäre, etc. Zugleich kommt es zu abnehmender Verfügbarkeit etlicher, teils überlebenswichtiger Ressourcen. Das betrifft inzwischen zentral Wasser und Land, sowie auch „billig“ zugängliches Erdöl und Erdgas, diverse Basismetalle, Phosphor, Uran, etc. („Peak everything“). Folgen sind u.a. langfristig steigende Lebensmittelpreise bei in der Summe tendenziell sinkenden Profitraten, immer zerstörerischere und teurere Fördermethoden (Fracking, etc.) sowie eine Gewaltspirale von Konflikten und Kriegen um sich verknappende Ressourcen.

Kontinuität des Rassismus

Die soziale Frage ist unübersehbar auch wesentlich eine ökologische Frage, es ist ein und dieselbe Frage, weil wir Menschen Teil der Natur sind. Je ärmer und machtloser Menschen sind, um so weniger haben sie zu den Zerstörungen beigetragen und zugleich können sie sich um so weniger vor den Folgen dieser Zerstörungen schützen. Jegliche Formen von Herrschaft spielen hier herein, u.a. entlang von Gender, Heteronormativität, Klasse sowie insbesondere entlang post- bzw. neokolonialer, rassistischer Kontinuität.

Die Gegenwart der extrem ungleichen, oft durch „Freihandels“-Verträge (wie z.B. EPA der EU mit vielen afrikanischen Staaten) weiter zementierten Machtverhältnisse zwischen reichen und ärmeren Ländern ist nach wie vor grundlegend geprägt durch die historisch begangenen kolonialen Raubmordzüge des globalen Nordens. Dabei geht es nicht zuletzt auch um ökologische Dimensionen, wie z.B. das Verlagern von hochgradig giftiger Produktion in ärmere Länder oder den u.a. von Europa über Jahrhunderte angehäuften Auswurf großer Mengen von Treibhausgasen in die Atmosphäre.

Die Ignoranz, mit der die global dominierenden Mächte, u.a. die G7 das Ziel „Begrenzung der Erderwärmung auf 2 Grad“ propagieren, geht einher mit kaum verhüllten Rassismus, mit Priorität gewisser Teile der Menschheit. Schlicht als irrelevant wird eingestuft, was 2 Grad global gemittelter Temperaturanstieg für z.B. die in weiten Teilen Afrikas lebenden Menschen bedeutet – nämlich dort dann de facto 3,5 bis 4 Grad Erwärmung und entsprechend weite Gebiete, wo Landwirtschaft nicht mehr möglich sein wird. Ganz zu schweigen von z.B. Bangladesh (wo der Anstieg des Meeresspiegel schon seit längerem zu Versalzung von Böden führt) oder komplett untergehenden Inselländern. Die Eliten der mächtigen Staaten würden sich ein solcherart für ihre eigenen Länder formuliertes Zerstörungs-Szenario als dreiste Unverschämtheit verbitten.

Auf der Flucht vor dem Klima

Schon heute, bei ca. 0,85 Grad Erwärmung, haben etliche Auswirkungen des Klimawandels drastisches Ausmaß, mit besonders schlimmen Folgen für ärmere Menschen in vielen Regionen des globalen Südens. Am offensichtlichsten ist die dramatische Zunahme extremer Wetter-Ereignisse: ob z.B. verschärfte Zyklone wie im März ’15 in dem pazifischen Inselstaat Vanuatu, sintflutartige Regenfälle und entsprechende Erdrutsche wie in Südostasien Ende Dezember ´14 oder aufgrund ausbleibenden Niederschlags sich ausdehnenden Dürregebieten u.a. in Zentralasien, den Anden, großen Teilen Afrikas, in Indien, Brasilien, Mittelamerika, sowie auch u.a. in Kalifornien, Südeuropa und Australien.

Konflikte um vielerorts schwindende überlebenswichtige Ressourcen wie Wasser und Land verschärfen sich deutlich, Hunger nimmt weiter zu. Die Klimakatastrophe ist einer der wesentlichen Gründe von weltweit immer mehr Menschen, sich auf die Flucht zu begeben. Schätzungen der International Organisation for Migration zufolge könnten es schon heute 50 bis 150 Millionen Klima- und Umweltflüchtlinge sein. Die allermeisten von ihnen versuchen, irgendwie in den Slums der nächst größeren Städte zu überleben oder suchen in anderen armen Länder Zuflucht und nur wenige schaffen es über die tödlichen Mauern der reichen Weltregionen, z.B. nach Europa.

Kipp-Punkte und Perspektive 4 Grad plus

Ein entscheidender Faktor der Dynamik der Erderwärmung sind die sogenannten Kipp-Punkte im globalen Klimasystem. Dabei handelt es sich um eine ganze Reihe von sich selbst verstärkenden Rückkoppelungsmechanismen, die ab einer bestimmten Erwärmung aktiviert werden. Einen dieser Kipp-Punkte bilden z.B. Permafrostböden. Wenn sie auftauen, setzen sie große Mengen des aggressiven Treibhausgas Methan frei, was die Erwärmung weiter verstärkt, d.h. die Permafrostböden weiter schmelzen lässt, usw.

Die verschiedenen Kipp-Punkte beinhalten die Gefahr einer Kettenreaktion mit Folge einer dann unaufhaltbaren, nach und nach sich einstellenden Erwärmung von global gemittelt 4 bis 6 oder noch mehr Grad und einem weitgehend unberechenbaren, für Landwirtschaft extrem problematischen Wetter. Damit wird klar, dass es perspektivisch um nichts weniger als die materielle Basis des Überlebens des größten Teils der Menschheit geht. Ein riesiges Problem ist, dass einige der Kipp-Punkte schon jetzt bzw. in wenigen Jahren dabei sind, überschritten zu werden. Die Emissionen von Treibhausgasen müssen sofort massiv sinken!

Konkreter Widerstand statt Appelle zur „Weltrettung“

In dieser Situation ist massenhafter ungehorsamer Widerstand an den konkreten Orten der Zerstörungen die notwendig-angemessene Option. Eine gute Nachricht ist, dass dieser Widerstand mittlerweile an vielen Orten weltweit geleistet wird. Auch ‚Ende Gelände!‘ wird dazu beitragen.

Appelle zur „Weltrettung“, gerichtet an mit Kapitalinteressen innig-strukturell verflochtene Regierungen, unterliegen dagegen einer Vielzahl von Illusionen. Wesentlich mehr als eine erhöhte Frequenz der Sonntagsreden ist damit kaum zu erreichen. Wie glaubwürdig sind z.B. die in ihren formulierten Zielen sowieso schon völlig unzureichenden Absichtserklärungen der G7, die im Kern mittlerweile seit Jahrzehnten wiederholt werden? Deren Umsetzung jedoch eben so lang schon aufgeschoben und jetzt wieder einmal nur für einen weit entfernten Zeitpunkt anvisiert wird. Wenn gewisse NGOs so was schon als „großen Erfolg“ feiern, dann sagt das nicht nur etwas über deren Geschäftsmodell, sondern auch über das aktuelle Kräfteverhältnis, mit dem wir konfrontiert sind.

Gemeinsam die Welt als Ganzes verändern

Die Macht des fossil-industriell-militärischen Komplex und die Binnen-„Logik“ des Kapitals sind nicht voneinander zu trennen. Ziel massenhaften Ungehorsams ist nicht „nur“ Be- bzw. Verhinderung konkreter Zerstörungen, sondern selbstverständlich auch Vertiefung und Intensivierung der gesellschaftlichen Auseinandersetzung über die herrschenden Zustände insgesamt. Eine Klimabewegung wird bei aller Dringlichkeit ihres Anliegens nicht als Ein-Punkt-Bewegung erfolgreich sein können. Sie muss sich vielmehr in Beziehung setzen und verbinden mit weiteren Kämpfen u.a. für Solidarität mit Geflüchteten, Care-Revolution, Recht auf Stadt, gegen Austerität, das herrschende Arbeits- bzw. Prekaritätsregime, Militarismus sowie jegliche weitere Herrschaftsformen.

Der Begriff der „Vielfach-Krise“ ist unglücklich, insofern er naheliegt, alle möglichen Einzel-Krisen ereigneten sich scheinbar zufällig parallel. Es gibt aber nur eine Welt und es ist ein und derselbe mehrdimensionale Prozeß, der die verschiedenen Symptome des Kapitalozäns hervorruft. Gemeinsam müssen wir die Welt als Ganzes denken und nur als Ganzes werden wir sie grundlegend verändern können.

Klimagerechtigkeit & Kohleausstieg sofort!

Auch wenn die ätzenden derzeitigen Machtverhältnisse es noch verhindern: für die durch den Klimawandel verursachten Schäden müssen die fossilen Konzerne, die Super-Reichen sowie die reichen Länder aufkommen. Sofort muß insbesondere in den reichen Länder der Treibhausgas-Ausstoß massiv sinken. Selbstverständlich sind dafür auch sehr große Emissionsminderungen in den Bereichen industrielle Landwirtschaft, sonstige Industrieproduktion, Verkehr und Gebäude notwendig. Aus Kohle stammen jedoch 43% der weltweiten Emissionen des wichtigsten Treibhausgases CO2 aus energetischer Nutzung. Damit ist Kohle der größte „Einzelposten“ und ein möglichst zeitnaher Kohleausstieg unverzichtbar.

Eine Bündelung der Kräfte zunächst auf den Kohleausstieg macht speziell Sinn in Ländern wie Deutschland (oder China, Kolumbien, Polen, Australien, etc.), wo Kohle das größte Problem darstellt. Zumal der Kohleabbau mit schwerwiegenden sozialökologischen Verheerungen einher geht, ebenso wie die Kohleverfeuerung durch Feinstaub-, Schwermetall- und Stickoxid-Emissionen regional erhebliche Gesundheitsschäden hervorruft (dadurch z.B. in der EU pro Jahr ca. 18.000 vorzeitige Todesfälle).

Zum dringend erforderlichen Kohleausstieg gehört für uns auch, dass den z.Zt. noch in der Kohle-Industrie Beschäftigten eine gute Perspektive durch Strukturwandel- und weitere Maßnahmen ermöglicht wird. Zugleich müssen die Arbeitsbedingungen in der Erneuerbare-Energien-Branche durch gezielte staatliche Eingriffe deutlich verbessert werden. Auch der Atomausstieg muß endlich real erfolgen, u.a. durch Schließung der Brennelemente-Fabrik Lingen.

Energieversorgung vergesellschaften!

Solange erneuerbare Energien kapitalistisch betrieben werden, richten auch sie immer wieder ökologische Zerstörungen an (wenn auch deutlich kleinere), ebenso bleiben soziale Ungleichheit verstärkende Tarifstrukturen sowie Ausbeutung von Beschäftigten Teil des Geschäfts. Eng verbunden mit dem sofortigen Kohleausstieg ist für uns daher das Ziel der Vergesellschaftung der Energieversorgung: basisdemokratisch, dezentral, sozialökologisch. Wir sehen den Energie-Bereich als essentiellen Teil einer umfassenden gemeinschaftlichen, basisdemokratisch vergesellschafteten, gemeinsam zu erkämpfenden sozialen Infrastruktur, welche der Kapitalherrschaft entzogen ist.

Präventiv-Verteidigung des Kommunismus gegen die Erbschaft des Kapitalozäns

Elementare Voraussetzungen eines guten Lebens für Alle wie z.B. ein günstiges Maß an Treibhausgasen in der Atmosphäre, gedeihende Biodiversität, Zugang zu Wasser und fruchtbaren Böden werden untergraben durch großenteils irreversible, bisherige und zukünftige Zerstörungen. Mit diesen auch nach Überwindung der Kapitalherrschaft fortbestehenden Hinterlassenschaften wird die befreite Gesellschaft konfrontiert und durch diese begrenzt sein.

Gleichwohl die Idee von Kommunismus als schrankenloser Überfluss immer schon eine nicht zu realisierende Fiktion war – mit jeder weiteren Naturzerstörung rückt diese Vision weiter entfernt. Materieller Mangel wäre nicht mehr Resultat akuter gesellschaftlicher Zustände und damit veränderbar, sondern direktes Ergebnis der ökologischen Erbschaft des Kapitalozäns: Missernten, Wüstenausbreitung, erschöpfte Ressourcen, usw. Der Kampf im Hier und Jetzt gegen Klimawandel und weitere Zerstörungen ist daher immer auch Präventiv-Verteidigung der zukünftig befreiten Gesellschaft.

Oxi, nöö, is‘ nich‘ – wir folgen nicht den Dinosauriern

Die kapitalistische Kulturindustrie fabriziert am laufenden Band Apokalypse-Streifen. „Zukunft“ ist offenbar nur noch als allgemeiner Untergang vorstellbar, solange Kapitalismus als angeblich unveränderbarer „Natur“-Zustand halluziniert wird, solange der Schimäre „Wachstum!!!“ gehuldigt, solange „den Märkten“ geopfert wird. Oxi, wir können auch anders! Mitnichten folgen wir Menschen den Dinosauriern, wenn Kapitalismus überwunden und soziale Gleichheit, wirkliche Demokratie, globale Solidarität umfassend realisiert werden.

Für ein ganz anderes Klima -> der Kohle und dem Kapitalismus sagen wir ‚Ende Gelände‘ !

Seid dabei ! am 14.-16. August im rheinischen Braunkohlerevier bei Köln.
07.-17.08: Klimacamp im Rheinland www.klimacamp-im-rheinland.de

14.-16.08: ‚Ende Gelände!‘ Aktionstage www.ende-gelaende.org

Ende Gelände! – Newsletter No. 3

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ENDE GELÄNDE! – KLIMA SCHÜTZEN . KOHLEBAGGER STOPPEN!
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NEWSLETTER #3

EndeGelände

Mit diesem und den kommenden Newslettern seit ihr immer auf dem
Laufenden was bei ENDE GELÄNDE passiert und wie ihr euch beteiligen könnt.

* Ende Gelände: Kampagnenendspurt

Nur noch knapp einen Monat bis es heißt: Ende Gelände!
Rechtzeitig zum Kampagnenendspurt präsentieren wir euch unser frisch gederehtes Mobivideo. Hier findet ihr das Video:

Deutsch: https://vimeo.com/133507474
Englisch: https://vimeo.com/133098001
* Mobivideo goes viral!

Damit wir im August die Massen ins Rheinland ziehen brauchen wir eure Hilfe: Teilt und liked das Video auf Facebook, Twitter und Youtube und schickt es euren Freunden und Bekannten.
Stop digging, keep it in the ground!

Viele Grüße, Die Newsletter-Redaktion

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ENDE GELÄNDE! – KLIMA SCHÜTZEN – KOHLEBAGGER STOPPEN!

JETZT MOBIMATERIAL ZUR AKTION BESTELLEN
ORGANISIERT MOBIVERANSTALTUNGEN UND AKTIONSTRAININGS
KOMMT ZU UNSEREM NÄCHSTEN VORBEREITUNGSTREFFEN AM 18.07.2015 IN KÖLN
UNTERSCHREIBT JETZT DIE ABSICHTSERKLÄRUNG
KALENDER BlOCKEN: ANTI-KOHLE-URLAUB MIT KLIMACAMP, DEGRWOTH
SUMMERSCHOOL UND KONZERTBLOCKADE IM AUGUST

DIE KAMPAGNE ENDE GELÄNDE LÄDT EUCH DESHALB EIN:
KOMMT UND BLOCKIERT MIT UNS DIE BAGGER IM RHEINISCHEN
BRAUNKOHLEREVIER BEI KÖLN, VOM 14. BIS 16. AUGUST 2015
GEMEINSAM MIT VIELEN, VIELEN MENSCHEN AUS GANZ EUROPA WOLLEN WIR IM
AUGUST DIE GRÖẞTE CO2-QUELLE EUROPAS FÜR EINEN TAG LAHMLEGEN
https://www.ende-gelaende.org
https://www.facebook.com/baggerstoppen
https://www.twitter.com/Ende_Gelaende

OXI Überall! – No nos representan! Sie repräsentieren uns nicht!

NaturFreunde Griechenland OXI

Gestern waren wir mit 1500 Leuten auf dem Oranienplatz! Wir haben miteinander gesprochen und uns gemeinsam dazu entschlossen nicht nur zu sprechen sondern in Bewegung zu treten. Gemeinsam sind wir laut vor das Finanzministerium gezogen. Vielleicht ein neuer Anfang von Wochen in denen ein anderes Gesicht aus Deutschland sichtbar wird? Das Gesicht des Widerstands, der Empörung, der Wut und der Scham über die Regierungspolitik, die mit aller Kraft versucht Demokratie und Solidarität in Europa in die Knie zu zwingen.

Auf der Versammlung haben wir entschieden uns morgen um 09:00 Uhr vor den Bundestag zu versammeln – entschlossen, kreativ und sichtbar. Denn am Freitag entscheidet das Parlament zwischen 10:00 Uhr un…d 13:00 Uhr über das dritte Erpressungspaket für Griechenland.

Wie so viele Infratest-Umfragen, ist auch die Frage, die am Freitag dem Parlament vorliegt, eine, schwer mit ja oder nein zu beantwoten sind: Willst Du, dass Griechenland Hilfen bekommt? klar. Kann man die Unterwerfung, die die Bundesregierung im Gegenzug für die Aufnahme (!) neuer Verhandlungen fordert, unkommentiert lassen? NEIN. OXI. Deshalb treffen wir uns am Freitag vor dem Bundestag. Nicht, um uns an „unsere“ Repräsentanten zu wenden, sondern um zu rufen: OXI! No reresentan! Ihr repräsentiert uns nicht!“

Lasst uns die nächsten 24 Stunden nutzen. Mobilisieren wir in Cafes, Bars, Betrieben, Kitas, Schulen und Unis. Nutzen wir die Straßen und Plätze für unsere Aktionen. Machen wir das OXI sichtbar! Auf jeder Wand, auf allen Straßen! Lassen wir uns nichts mehr vertreiben und senden wir ein Bild nach Europa: Auch wir sagen Nein zu Erpressung, Austerität und dieser deutschen Politik!

OXI Überall! – No nos representan! Sie repräsentieren uns nicht!

Platz der Republik (vor dem Bundestag)

09.00 Uhr

Blockupy goes Athen

Zwei Festnahmen während den Climate Games

antikohle

Während einer Aktion im Rahmen der Climate Games in Amsterdam wurden am Samstag zwei Menschen festgenommen. Ihnen war es gelungen an Sicherheitspersonal mit Hunden vorbeizukommen und auf einen Verladekran im Kohlehafen zu gelangen um dort ein Banner mit der Aufschrift „ Coal Kills“ zu entfalten. Die zwei Aktivist*innen aus Deutschland wurden nach diesem Bannerdrop noch auf dem Kran von Polizist*innen festgenommen.

Seit über 20 Stunden sind die beiden nun schon in Gewahrsam. Laut Aussagen des legal teams und des Anwalts vor Ort ist den niederländischen Behörden möglich, sie für bis zu drei Tage festzuhalten. Es ist dennoch nicht auszuschließen, dass versucht werden wird, sie noch der*m Haftrichter*in vorzuführen um so die Inhaftierung zu verlängern. Ihr Vorwurf lautet derzeit Hausfriedensbruch und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Nach Einschätzungen des legal teams ist allerdings Widerstand gegen die Staatsgewalt in diesem Fall reine Polizeiwillkür um sie möglicherweise zur Herausgabe der Identität zu zwingen.

Solidarität für unsere beiden Freund*innen! Für eine Welt ohne Knäste!

Mehr Infos im Laufe der nächsten Zeit (und hoffentlich auch
Bildaufnahmen) unter ausgeCO2hlt.de

BI Umweltschutz: “Unglaublich – aber wahr! Demonstranten als gewaltbereite Extremisten erfasst”

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung 19.06.15

bi umweltschutz castor antiatom

Unter dieser Überschrift moniert die Bundesbeauftrage für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Andrea Voßhoff, die Tatsache, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) eine Vielzahl von Personen speichert, die bei einer Anti-Atom-Demo lediglich ihr Grundrecht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit ausgeübt hatten.

In ihrem Tätigkeitsbericht für die Jahr 2013 und 2014, den sie jetzt vorlegte, rügt sie diese Praxis, die bisher noch nicht ausgeräumt wurde. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) schließt sich der Wertung der Bundesbeauftragten an. In 13 Fällen speichert der niedersächsische Verfassungsschutz – inzwischen anonymisiert – Daten von Anmelderinnen und Anmeldern von BI-Veranstaltungen. Die BI hat sich diesbezüglich an die Beschwerdestelle des Innenministeriums gewandt. Zugleich wies jetzt der Datenschutzbeauftragte des Landes Niedersachsen ein Auskunftsersuchen eines Betroffenen zurück, das Verweigern der Auskunft sei rechtmäßig.

“Das können wir nicht so stehen lassen. Auch das gehört zu den Fehlern der Vergangenheit, die bis in die Zukunft hineinragen und die ein Vertrauen im Umgang miteinander bei der Abwicklung des Atomprogramms bei der angeblich neuen Endlagersuche nachhaltig zerstören”, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

Die Bundesbeauftragte stieß laut Bericht auf eine gemeinsame Projektdatei des BfV und des Bundeskriminalamts, in der ausschließlich gewaltbereite extremistische Personen gespeichert werden. Andrea Voßhoff: “Dies ist rechtswidrig – selbst wenn bei einer derartigen Demonstration einzelne Personen gewaltbereit gewesen sein sollten. So hat das BfV dann auch im Nachgang zu meiner Kontrolle ausdrücklich eingeräumt, in den von mir festgestellten Fällen hätten die Betroffenen nicht gespeichert werden dürfen. Daher habe man deren Daten bis zum Abschluss meiner Kontrolle sowohl in dieser Projektdatei als auch in einer weiteren, zentralen Datei der Nachrichtendienste des Bundes und der Länder gesperrt. Nach Abschluss des Verfahrens werde man diese Daten löschen. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.”

Diese Voraussetzungen dürfe der Verfassungsschutz für Atomkraftgegner nicht allgemein annehmen. Das Bundesministerium des Innern hatte in seiner Stellungnahme zu dem Prüfbericht gleichwohl einen Zusammenhang zwischen Kernkraftgegnern und Linksextremismus hergestellt. Es folgert aus der Teilnahme an einer solchen Demonstration, dass die Nutzung der Atomkraft als Ausdruck des menschenverachtenden kapitalistischen Systems kritisiert werde und dementsprechend Kernkraftgegner dieses kapitalistische System überwinden wollten.

Im Bericht der BfDI heißt es wörtlich: “Dies kann Kernkraftgegnern aber keinesfalls pauschal unterstellt werden. Wer die Nutzung der Atomkraft etwa aufgrund der potentiellen Risiken dieser Technologie oder der ungeklärten Endlagerung kritisiert, handelt nicht gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung. Das Gleiche gilt für diejenigen, die als Betroffene – z. B. eines Zwischenlagers radioaktiv strahlenden Abfalls – gegen diese Lagerung demonstrieren und damit rechtmäßig ihre Grundrechte ausüben. Sofern keine Anhaltspunkte für die oben genannten Bestrebungen existieren, handeln Demonstranten im Rahmen der freiheitlich demokratischen Grundordnung. Entsprechende Anhaltspunkte muss der Verfassungsschutz daher in jedem Einzelfall darlegen können, wenn er eine Person speichern will. Aber auch Personen, die gewaltsam handeln, in dem sie sich etwa an Schienen, Werkstore etc. ketten oder durch Sitzblockaden den Verkehr behindern und damit eine strafbare Nötigung begehen könnten, dürfen aufgrund dieser Straftat nicht per se vom BfV erfasst werden. Nicht aus jeder Straftat folgt automatisch ein tatsächlicher Anhaltspunkt für eine Bestrebung im Sinne des BVerfSchG gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung, der ein Tätigwerden des BfV legitimiert. Andernfalls würde auch jede Körperverletzung, jeder Raubüberfall oder jede Nötigung im Straßenverkehr das BfV zum Tätigwerden berechtigen. Erforderlich hierfür ist also stets ein qualifizierter tatsächlicher Anhaltspunkt.”

Einladung: 4. Treffen für eine Berliner Mobilisierung zur Kohleblockade „Ende Gelände“

***Bitte weiterleiten***

*1.7.2015 | 19.00 Uhr* *| K9 – Kinzigstr. 9 (U5 Samariterstr.)*

hambacher forst bleibt antikohle

Am 1. Juli findet das vierte Basistreffen für die Mobilisierung zu Aktionen gegen Kohle- und Wachstumswahn statt. Die ersten Mobilisierungsaktionen haben bereits statt gefunden. Der Termin jedoch rückt und die weiteren angedachten
Veranstaltungen und Aktionen wollen angegangen werden.

Im August ist einiges geplant: die Blockade der Rheinischen Kohlebagger „Ende Gelände“, die direkt davor zusammen mit dem NRW-Klimacamp stattfindende Wachstumskritische Sommerschule und auch ein Klimacamp in der Lausitz. Damit die Aktionen ein Erfolg werden wollen wir uns in Berlin Treffen um hier vor Ort eine breite Mobilisierung loszutreten. Egal ob du in einer Gruppe organisiert bist oder nicht – wenn du mitmachen möchtest, bist du herzlich eingeladen.

Zum Hintergrund:
Bagger blockieren. Klima schützen – Auf ins Rheinische Braunkohlerevier im August
Ob beim G7-Treffen im Sommer in Bayern oder bei der UN-Klimaklimakonferenz im Dezember in Paris – in einer Endlosschleife werden Regierungsvertreter*innen dieses Jahr ihre Betroffenheit über das eskalierende Klimachaos ausdrücken. Doch die kurzfristigen Profitinteressen der Energiekonzerne werden wieder einmal über das Gemeinwohl gestellt und ein Wirtschaftssystem zur Lösung der Probleme angerufen, welches uns erst in die Klimakatastrophe gebracht hat. Nicht mit uns! Wir haben es satt, tatenlos zuzuschauen, wie die Lebensgrundlage von immer mehr Menschen weltweit zerstört wird und wie sich die krassen sozialen Ungleichheiten auf Grund des Klimawandels deutlich verschärfen.

Am Wochenende vom 14. bis 16. August 2015 werden wir gemeinsam mit vielen anderen Menschen in einer Aktion zivilen Ungehorsams den dreckigsten und größten CO2-Verursacher Europas – RWEs Tagebaue im rheinischen Braunkohlerevier – lahmlegen. Alle, ob protesterfahren oder nicht, können an der Aktion teilnehmen. Ende Gelände für die Kohlebagger!

Vom 7.-13. August findet außerdem die Wachstumskritische Sommerschule als Fortsetzung der Debatten von über 3.000 Menschen bei der Degrowth-Konferenz letztes Jahr in Leipzig statt. Sie wird zusammen mit dem Klimacamp in NRW in der Nähe der Braunkohlegruben stattfinden.

Direkt davor vom 5.-8. August wird in der Nähe von Berlin das kleinere Klimacamp Lausitz gegen den dortigen Braunkohleabbau von Vattenfall protestieren.
Wir freuen uns auf kreative Ideen für eine kraftvolle Berliner Mobilisierung.
Klimaschutz ist Handarbeit!
Mit solidarischen Grüßen
Berliner Mobilisierungsbündnis für Ende Gelände

www.ende-gelände.org/ <http://www.xn--ende-gelnde-s8a.org/&gt;
www.degrowth.de/de/sommerschule-2015/
www.klimacamp-im-rheinland.de/
www.lausitzcamp.info/

Am Mittwoch beginnen die Veranstaltungen und Aktionen gegen den G7-Gipfel, hier das Programm der G7- Proteste im Überblick

g7demo

RUNDMAIL
an alle G7-Gipfel Kritiker*innen
Am Mittwoch beginnen die Veranstaltungen und Aktionen gegen den G7-Gipfel, hier das
Programm der G7- Proteste im Überblick
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Mi. 3. / Do. 4. Juni
Internationaler Gipfel der Alternativen
Freiheizhalle – München, Rainer-Werner-Fassbinder-Platz 1
Genaue Infos: www.alternativgipfel.org
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Donnerstag, 4. Juni
G7-Großdemonstration in München
TTIP stoppen!  KLIMA retten!  ARMUT bekämpfen!
14 Uhr Auftaktkundgebung – Stachus
15:30 Demozug durch die Münchener Innenstadt

17 Uhr Abschlusskundgebung am Odeonsplatz
u.a. mit Jean Ziegler  www.G7-DEMO.de

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Protest-Tage rund um Elmau
Angemeldete Kundgebungen und Demonstrationen
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Donnerstag, 4. bis Sonntag, 7. Juni
10 bis 20 Uhr Dauerkundgebungen
am Bahnhofsplatz Garmisch-Partenkirchen, am Bahnhofsplatz Klais und am Bahnhofsplatz Mittenwald
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Freitag, 5. Juni
10 bis 20 Uhr Kundgebung, Bahnhof Garmisch-Partenkirchen:
Tag der Internationalen Solidarität mit Redebeiträgen von Gästen des Gipfels der Alternativen und Aktivist*innen
aus Lateinamerika,Performance, Ausstellung zu Herrschaft der G7 und zur Situation der Flüchtenden.
13.00 Antimilitaristische Kundgebung vor dem Marshall Center, anschl. 14.00 Demo
20.00 Aktionsplenum im Camp: letzte Infos zu Aktionen und Blockaden
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Samstag, 6. Juni: Großdemonstration in Garmisch-Partenkirchen

12 – 14 Uhr Auftakt  – St.Martin Str./Bahnhofsstraße
Begrüßung der eintraffenden Demonstrations-Teilnehmer*innen, Aktuelle Informationen + Musik
14 – 14.30 Uhr Eröffnungs-Kundgebung
mit Rede-Beiträgen aus dem Bündnis zu den Themen Antimilitarismus, Antikapitalismus, Migration und Flucht, sowie ein Statement des Bündnisses Stop G7 Elmau, sowie Aktivist*innen der transnationalen Mobilisierungstour
(www.oeku-buero.de/terminleser/events/mobitour.html)
14.30 Demonstration durch Garmisch-Partenkirchen
17.30 Abschlusskundgebung Bahnhofsplatz
Abschlussrede: Jutta Ditfurth, Polit-Kabarett, Kurzbeiträge von internationalen Gästen, Musikbeiträge und der Band Gasparazzo aus Italien (http://www.gasparazzo.it/)
22.00 Ende der Abschlusskundgebung
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Sonntag 7. Juni: Sternmarsch nach Elmau

Route 1 – Fahrrad und Autokorso von Garmisch nach Elmau
Fahrradkorso
Beginn: 7 Uhr Bahnhofsplatz Garmisch-Partenkirchen – entlang der B 2 nach Klais – dann Demonstration über Mautstraße nach Elmau.
Autokorso
Beginn: 7 Uhr Bahnhofsplatz Garmisch-Partenkirchen
– entlang der B 2 über Klais nach Mittenwald – dann Demonstration auf der Forststraße nach Elmau.
Route 2 von Garmisch nach Elmau
Beginn: 7 Uhr Bahnhofsplatz Garmisch-Partenkirchen – via Mittenwalder Str. – dann Richtung Olympia Skistadion über die Wildenau – Vordergraseck –
Hintergraseck – nach Elmau.
Route 3 von Garmisch nach Elmau
Beginn: 7 Uhr Bahnhofsplatz Garmisch-Partenkirchen
via Mittenwalder Str. – Richtung Kainzenbad – über Berggasthof Wamberg – nach Elmau.
Route 4 von Klais nach Elmau
Beginn: 8 Uhr am Bahnhof Klais – auf der Mautstraße nach Elmau.
Route 5 von Mittenwald nach Elmau
Beginn: 8 Uhr am Bahnhof Mittenwald – über die Ferchenseestraße am Lautersee vorbei – und weiter auf der Zufahrtsstraße nach Elmau
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Montag, 8. Juni: Abschluss-Demonstration
Auftakt-Kundgebung: 10 Uhr auf dem Bahnhofsplatz Garmisch-Partenkirchen anschließend Demonstration zum US-Marshall-Center und wieder zurück.
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Anfahrt von München nach Garmisch-Partenkirchen
Die Bahn hat angekündigt, wegen der Demonstrationen das Sitzplatzangebot der im Stundentakt fahrenden Züge nach Garmisch aufzustocken. Die Zugverbindung von Garmisch über Klais nach Mittenwald wird allerdings eingestellt. Es gibt günstige Werdenfels-Tagestickets für bis zu 5 Personen am Automaten. Am Samstag morgen wird es dabei sicher eng, d.h. wer sich vorher als Gruppe verabreden und Ticket beschaffen kann, sollte dies tun.
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Aktionsbündnis STOP G7 – Elmau    http://www.stop-g7-elmau.info/
INFOTELEFON ab Montag 1. Juni: > 0152 – 083 218 07

Greenpeace-Aktivisten gehen in über 60 Städten für Klimaschutz auf die Straßen

Presseerklärung vom 29. Mai 2015
*Klima- oder Kohlekanzlerin? Entscheiden Sie sich, Frau Merkel*

antikohle
Köln, 29. 5. 2015 – Für mehr Einsatz der Bundeskanzlerin zum Schutz des Klimas gehen deutschlandweit Greenpeace-Aktivisten am Samstag, den 30. Mai, in 62 Städten auf die Straße. Auch in Köln fordern die Umweltschützer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), ihren internationalen Versprechungen endlich national Taten folgen zu lassen und einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohlekraft anzukündigen. Auf einem Banner auf dem Chlodwigplatz fragen sie: „Klima- oder Kohlekanzlerin?“ „Die Kanzlerin findet große Worte auf der internationalen Klima-Bühne. Wenn es jedoch um Entscheidungen im eigenen Land geht, sieht sie stillschweigend zu, wie die Kohlelobby den Klimaschutz sabotiert“, sagt Tim Petzoldt Sprecher von Greenpeace Köln.

Deutschland wird sein Klimaziel im Jahr 2020 nur erreichen können, wenn die Kohleverstromung deutlich reduziert wird. Doch um die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgeschlagene Klimaabgabe auf alte Kohlekraftwerke ist Streit entbrannt.

Kohlekonzerne, Gewerkschaften und der Wirtschaftsflügel der CDU blockieren die notwendige Drosselung der Klimakiller. Unter dem massiven Druck scheint sich Gabriel nun der Kohlelobby zu beugen. Sein neuer
Vorschlag: Der Kraftwerksbereich soll nur noch 16 Millionen Tonnen CO2 einsparen statt der ursprünglich vorgesehen 22 Millionen Tonnen. So verfehlt die Bundesregierung jedoch ihr Klimaziel und blamiert sich beim kommenden G7-Gipfel im bayerischen Elmau. Anfang Juni beraten dort die sieben größten Industriestaaten über Klimaschutz. Das Ergebnis gilt als wichtiges Signal für den Weltklimagipfel Ende 2015 in Paris.

36 Kohlekraftwerke können sofort abgeschaltet werden

Deutschland benötigt einen Großteil der schmutzigen Kohlekraftwerke gar nicht mehr für eine gesicherte Energieversorgung, wie Greenpeace kürzlich mit einer Studie belegte (http://www.greenpeace.de/themen/energiewende/fossile-energien/sauberer-plan-fur-kohle-aus.).

Durch den stetigen Ausbau der Erneuerbaren Energien könnten die 36 ältesten Kohlemeiler sofort vom Netz gehen. „Es zeigt sich immer klarer, dass der Bundeskanzlerin die Profitinteressen einzelner Energiekonzerne wichtiger sind als der Klimaschutz“, sagt Petzoldt. Ihren Wirtschaftsminister Gabriel läßt Merkel seit Wochen im Regen stehen.
„Merkel muss erklären, wie sie in Deutschland CO2 einsparen will, nur so hat sie als Gastgeberin die Chance, den G7-Gipfel zu einem internationalen Erfolg für das Klima zu führen“, so Petzoldt weiter.