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Beiträge mit Schlagwort ‘Nachtzug’

Klimakrise? Alle reden von Nachtzügen – die DB nicht

Pressemitteilung der Bahnfachleutegruppe Bürgerbahn statt Börsenbahn (BsB)

 

Bahn für alle

 

Wollen DB und Bundesregierung die Renaissance der Nachtzüge ausbremsen?

Am 20. Januar 2020 traf der erste „Nightjet“ der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) in Brüssel ein. Mit an Bord: hochrangige Vertreter der EU-Kommission und Abgeordnete des EU-Parlaments aus Österreich und Deutschland. In Wien wurde der Zug von der Verkehrsministerin verabschiedet.

Am 15. Januar 2020 legte die von der schwedischen Regierung beauftragte Behörde Trafikverket einen Zwischenbericht zum Projekt „Nachtzugverkehr nach Europa“ vor. Obenan auf der Liste: Nachtzüge von Malmö über Kopenhagen nach Köln sowie von Stockholm nach Hamburg. Dortiges Ziel:

Der wichtige und erhaltenswerte Bahnhof Altona.

Währenddessen erklären Deutsche Bahn und Bundesregierung, man sei zwar offen für eine Ausweitung der Nachtzugverkehre, wolle dafür aber nichts investieren. Auf Kleine Anfragen von FDP und LINKE behauptet die Regierung sogar, sie habe keine Kenntnis von Reisendenzahlen und von einer im Oktober 2019 auf der Website des BMVI veröffentlichten Studie zu Nachtzugverkehren*.

Dazu erklärt Joachim Holstein von Bürgerbahn statt Börsenbahn: „Während Länder wie Österreich und Schweden, aber auch die Niederlande und die Slowakei, erkannt haben, dass die Signale für Nachtzüge auf Grün gestellt werden müssen, verharrt Deutschland bei der fatalen Politik, stattdessen lieber Flugzeuge und Dieselbusse zu subventionieren.“ In

Schlaf- und Liegewagen, so der ehemalige Betriebsrat der früheren Nachtzug-Tochterfirma DB European Railservice, überwinde man im Schlaf Distanzen, für die man mit ICE oder IC tagsüber viel wertvolle Zeit verbrauche. Holstein weiter: „Es ist insbesondere vor dem Hintergrund der in diesen Tagen in Davos neu belebten Klimadebatte peinlich, dass die von über 30.000 Menschen unterstützte Petition von vier deutschen EU-Abgeordneten, im Juli 2020 wieder einen Nachtzug nach Brüssel einzuführen, von DB und Bundesregierung bisher ignoriert wird.“

 

Am 28. Januar wird es in Brüssel mehrere Treffen von EU-Politikern mit dem europäischen Netzwerk „Back on Track“ geben, das sich seit mehreren Jahren für den Ausbau von Nachtzug-Verbindungen  engagiert. Es hatte zuletzt im Oktober 2019 in Hamburg-Altona eine vielbeachtete Konferenz zum Nachtzug-Thema durchgeführt. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel hatte in seinem Grußwort erklärt: „Eine Ausweitung des Nachtzugangebotes wäre ein Gewinn für die Stadt und die Metropolregion“. Das, so die Bahnfachleute, gelte für alle Städte und Metropolregionen in Deutschland und Europa.

Die Bahnfachleutegruppe Bürgerbahn statt Börsenbahn (BsB) ist Mitglied im Bündnis Bahn für Alle. // Mitglieder bei BsB sind unter anderem:

Prof. Karl-Dieter Bodack / Dr. Christoph Engelhardt / Klaus Gietinger / Eberhard Happe / Joachim Holstein / Johannes Hauber / Prof. Wolfgang Hesse / Andreas Kegreiß / Andreas Kleber / Dr. Bernhard Knierim / Karl-Heinz Ludewig / Thomas Kraft / Prof. Heiner Monheim / Dr. Winfried Wolf

Ein attraktives europäisches Nachtzugnetz ist machbar

Medienmitteilung des Fahrgastverbandes PRO BAHN zur Forderung nach einem europäischen Nachtzugnetz.

Bahn für alle

Anpassung der politischen Rahmenbedingungen für nachhaltigen Betrieb nötig

Der Nachtzug kehrt wieder, seine Renaissance steht bevor. Nach Jahren des Rückzuges steigen Angebot und Nachfrage im Übernachtverkehr wieder dank des Engagements einiger Unternehmen. Neue Kooperationen zwischen europäischen Bahnunternehmen bahnen sich an und lassen den Traum von einem europäischen Nachtzugnetz aufleben.

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt diese Entwicklungen und sieht großes Potenzial für Verbesserungen im europäischen Nachtreiseverkehr. Um den nachhaltigen wirtschaftlichen Betrieb von Nachtzügen zu ermöglichen, müssen jedoch die politischen Rahmenbedingungen deutlich angepasst werden. Eine Schieflage besteht zwischen Flug- und Bahnreisen. Frühmorgendliche Flüge ermöglichen weitgehend steuerfreies Reisen auf teils subventionierten Flughäfen unter großzügigen Lärmschutzregeln. Währenddessen müssen Zugreisende Stromsteuern und -abgaben, Trassengebühren und den vollen Mehrwertsteuersatz schultern. „Hier muss politisch nachgebessert werden, um Wettbewerbsneutralität herzustellen und die umweltfreundliche Schiene zu stärken“, meint Andreas Schröder vom Fahrgastverband PRO BAHN. „Die von der Bundesregierung versprochene Absenkung der Mehrwertsteuer sollte schleunig umgesetzt werden.“ Sie sei aus Sicht des Fahrgastverbandes aber nur ein erster Schritt hin zu vollkommener Kostenwahrheit, inklusive der Umweltfolgen.

Die Wiederbelebung des Nachtverkehrs ist aus Klimaschutzgründen geboten. Doch auch jenseits von ‚Flugscham‘ gibt es praktische Argumente: Attraktive Fahrzeiten, Bequemlichkeit, Erreichbarkeit und Direktanbindung von Urlaubsregionen. Politiker scheinen das Potenzial von Nachtzügen zu erkennen. Neue Impulse kommen seitens der schwedischen Regierung und von Parteien im Europäischen Parlament. Der Fahrgastverband PRO BAHN wünscht sich eine breite und konkrete Unterstützung über Studien hinaus und regt Ausschreibungsmodelle für inländische (Nacht-) Züge nach dem österreichischen Modell an. Es können Synergien für internationale Nachtverbindungen geschaffen und gezielt die bisher schwach bedienten Ost-West-Strecken in Deutschland gestärkt werden. „Auch eine Anschubfinanzierung für das allgemein sehr teure Rollmaterial von Nachtzügen sollte kein Tabu sein,“ meint Andreas Schröder, „nicht zuletzt um Eintrittsbarrieren für neue Marktteilnehmer zu senken“.

Eine Version dieser Mitteilung finden Sie als pdf hier und als html hier.

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