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Beiträge mit Schlagwort ‘Bahn’

Wer über die schwere Krise der Bahn redet, darf zu Stuttgart 21 nicht schweigen!

Pressemitteilung des Bündnisses Bahn für Alle am 10.9.2018

Bahn für alle

Aus dem dramatischen internen Brandbrief des Bahnchef Richard Lutz vom 7. September geht hervor: Der Konzern Deutsche Bahn AG befindet in einer tiefen Krise. Rekordhoch bei den Bahnschulden: Die 20 Milliarden Euro-Schwelle wird 2018 überschritten (und dies bei 43 Mrd Euro Jahresumsatz)! Rekordtief bei der Pünktlichkeit: Im August wurde laut Lutz die Pünktlichkeitsquote von 76 Prozent unterschritten (nach unabhängigen Berichten sind es weniger als 70%). Rekordhoch bei den Bundesleistungen für die Schiene. Und Rekordtief für das Bahnimage bei den Fahrgästen.

Inzwischen werden rund 50 Prozent des Umsatzes der Deutschen Bahn AG im Ausland generiert. Doch hinsichtlich der Schiene in Deutschland herrscht Hilflosigkeit, Ratlosigkeit und Mutlosigkeit.

Dabei liegt ein gigantisches Einsparpotential vor der eigenen Haustür.

Dr. Eisenhart von Loeper, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart

21: „Lutz schweigt zu den Milliarden-Verlusten, die das Infrastrukturprojekt Stuttgart21 dem Konzern beschert. Dabei musste die DB Anfang 2018 eingestehen, dass die S21-Gesamtkosten von 6,5 auf 8,7 Milliarden Euro anstiegen.“ Und es war Lutz, der im April im Verkehrsausschuss des Bundestags eingestand, dass S21 ein „total unwirtschaftliches Projekt“ ist. Er sprach davon, dass dieses dem Konzern zusätzliche „2,227 Milliarden Euro an Verlusten“ brächte.

Dr. Winfried Wolf, Sprecher des Bündnisses Bahn für Alle, verweist auf den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann, der Stuttgart 21 „als größte Fehlinvestition der Eisenbahngeschichte“ bezeichnete. Wolf fordert: „Die neue Krise der DB AG setzt den Ausstieg aus dem Monsterprojekt auf die Tagesordnung des Bundestags. Mit der Umsetzung der Konzeption Umstieg21 lassen sich auch heute noch in Stuttgart zwischen 4 und 5 Milliarden Euro einsparen. Ein Stopp bei S21 mit einer Umnutzung von Teilen der S21-Arbeiten und einer Modernisierung des bestehenden Kopfbahnhofs brächten dem Bahnkonzern ein Vielfaches der Einsparungen, die Bahnchef Lutz derzeit in die Debatte einbringt.“

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mofair: Nutzer in die Aufsichtsräte der DB-Infrastrukturunternehmen!

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Verkehrsunternehmen wissen, worauf es ankommt

 

Berlin (21. März 2018):

 

mofair begrüßt Überlegungen der Bundesregierung, die Zusammensetzung der Aufsichtsgremien der Deutschen Bahn zu überdenken. Präsident Stephan Krenz: „Mit dem bisherigen Verkehrsstaatssekretär Michael Odenwald könnte endlich ein ausgewiesener Fachmann an die Spitze des DB-Aufsichtsrates wechseln.“

 

„Dringend geändert werden muss jedoch die Aufsicht der Infrastrukturunternehmen Netz, Station & Service sowie Energie“, so Krenz weiter, „Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die konzerninterne Kontrolle durch die Aufsichtsräte und die externe, unverbindliche Beratung durch Beiräte keineswegs ausreichend ist.“

 

Viel besser wäre es, auch Vertreter der Nutzer der Infrastruktur, also der Eisenbahnverkehrsunternehmen des Personen- und Güterverkehrs, als Aufseher zu berufen. Diese kennen die Probleme, legen den Finger in die Wunde und fordern Lösungen, die einen reibungslosen Betrieb fördern und nicht betriebswirtschaftlichen Zwängen des DB-Konzerns unterliegen. Außerdem würden sie den diskriminierungsfreien Zugang zu den Netzen überwachen.

 

Totalausfälle, wie die Sperrung der Knoten Halle und Leipzig vor wenigen Tagen wegen leichten Schneefalls, würden dadurch deutlich unwahrscheinlicher. Die Eisenbahnverkehrsunternehmen wollen fahren. Sie würden nicht wegen geringer Einsparungen in Bauprojekten riskieren, dass Verkehre durch Sparmaßnahmen zum Erliegen kommen.

 

 

 

DB AG: Preise rauf – Pünktlichkeit runter: Vom Mobilitätsdienstleister zum Schnäppchenmarkt

+++ Pressemitteilung vom Bündnis „Bahn für Alle“ am 8.12.2017 +++

Bahn für alle
Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember erhöht die Deutsche Bahn erneut die Ticketpreise. Die immer verfügbaren Tickets ohne Zugbindung im Fernverkehr („Flexpreis“) steigen um 1,9 Prozent. Im Nahverkehr steigen die Preise um 2,3 Prozent. Einzelne Strecken werden deutlich teurer. So steigt der Fahrpreis auf der Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt um 13,6 Prozent. Seit 2003 hat die DB ihre Preise um das Doppelte der Inflationsrate erhöht, um durchschnittlich 3,5 Prozent pro Jahr. Von 2003 bis 2017 sind die Preise im Fernverkehr um 45 Prozent, im Nahverkehr um 50 Prozent gestiegen. Reservierungen machte die DB AG im gleichen Zeitraum sogar 121 Prozent teurer, das Vielfahrer-Angebot BahnCard50 kostet 85 Prozent mehr. Die beiliegende Grafik zeigt die Steigerungen von 2003 bis 2017.

„Das Preissystem der DB AG gleicht immer mehr einem Sonderposten-Höker für Gelegenheitskäufer, nur teurer. Die Tarife haben immer weniger zu tun mit einem Mobilitätsdienstleister für Menschen, die zu einem bestimmten Zweck und einer bestimmten Zeit von A nach B wollen. Ich möchte nicht von der Stammkundin zur Schnäppchenjägerin umerzogen werden“, sagt Monika Lege, Mobilitätsexpertin bei der Umweltorganisation ROBIN WOOD und Mitbegründerin von „Bahn für Alle“. „Das undurchsichtige Preissystem macht spontane Bahnfahrten zum Luxus und den Umstieg vom Auto auf die Bahn unattraktiv.“

Die höheren Preise gehen nicht mit einem besseren Service einher. Für Fahrgäste ist laut Umfragen die Pünktlichkeit entscheidend, doch bereits Ende November hatte die DB AG ihr Pünktlichkeitsziel für 2017 vorzeitig aufgegeben. „Die Preise gehen rauf und die Pünktlichkeit runter“, kritisiert der Bündnissprecher Dr. Bernhard Knierim von „Bahn für Alle“. „Weil der Konzern jahrelang die Instandhaltung vernachlässigt hat und zu wenig Reserven vorhält, führen jetzt kleine Störungen zu Kettenreaktionen und ein Sturm zu tagelangem Totalausfall.“

„Während der Normalbetrieb kaputtgespart wurde, legt der bundeseigene Konzern bei Großbaustellen eine unverantwortliche Risikobereitschaft an den Tag“, kritisiert Dr. Winfried Wolf vom Bahnexpertenkreis „Bürgerbahn statt Börsenbahn“ und „Bahn für Alle“-Mitgründer. Im August und September war die Hauptstrecke von Karlsruhe nach Basel nach dem Tunneleinbruch bei Rastatt sieben Wochen lang gesperrt. Der materielle Schaden wird auf gut eine Milliarde Euro geschätzt. Im Dezember will der DB-Aufsichtsrat für den Tiefbahnhof Stuttgart 21 eine weitere Milliarde Euro genehmigen. „Die Zeche zahlen Steuerzahler und Fahrgäste“, so Wolf.

Im Anhang: Grafik Entwicklung der Preise (2. Klasse) bei der DB AG 2003 -2017
Eine ausführliche Analyse des Preissystems der DB AG enthält die Sonderzeitung „Verkehrswende und Umstieg – JETZT“ vom Bündnis „Bahn für Alle“: http://www.bahn-fuer-alle.de/media/docs/2017/TAZ-Beilage_Verkehrswende_Okt2017.pdf

Bündnis „Bahn für Alle“ fordert Verkehrswende und Umstieg – JETZT

+++ Pressemitteilung vom Bündnis „Bahn für Alle“+++

Programm für den Ausstieg aus der Autogesellschaft –

Bahn für alle

Der Abschied vom Verbrennungsmotor ist zentrales Wahlkampfthema. Das Bündnis „Bahn für Alle“ sieht darin eine Chance für die Verkehrswende und legt ein alternatives Programm für den Ausstieg aus der Autogesellschaft vor.

Die jahrelangen Abgas-Manipulationen bei Dieselmotoren verursachen schwere Gesundheitsschäden bei hunderttausenden und den Tod von tausenden Menschen. Die beschlossenen Software-Updates für Dieselmotoren seien nahezu wirkungslos. „Keine der Parteien, die nach dem 24. September für die neue Regierungskoalition in Frage kommen, will diese kriminelle Verkehrspolitik beenden“, kritisiert Dr. Winfried Wolf von der Expertengruppe „Bürgerbahn statt Börsenbahn“. „Das Auto – Pkw und Lkw – soll weiter dominieren.“

Elektroautos seien nur eine Nischenlösung. „Wir benötigen vielmehr eine grundsätzliche Verkehrswende-Politik. Notwendig sind eine deutliche Reduktion von motorisiertem Verkehr und eine massive Förderung des nichtmotorisierten und des öffentlichen Verkehrs“, sagt Dr. Bernhard Knierim, Sprecher vom Bündnis „Bahn für Alle“. „Ziel sollte sein, dass der heute vielfach existierende strukturelle Zwang, ein Auto für die individuelle Mobilität zu nutzen, beseitigt wird. Alle, die dies wünschen, sollen in fünf Jahren ihre individuelle Mobilität ohne eigenen Pkw – und möglichst ganz ohne Auto – realisieren können.“

„Mehr Autos bringen nicht mehr Lebensqualität. Was Bürgerinnen und Bürger schon lange wissen, muss endlich in der Politik ankommen“, ergänzt Monika Lege, Verkehrsreferentin der Umweltorganisation Robin Wood. „Das Klima schützen wir mit weniger Verkehr, nicht mit autolastigem Wachstum.“

Die Sonderzeitung „Verkehrswende und Umstieg – JETZT“ vom Bündnis „Bahn für Alle“ finden Sie als pdf im Anhang. Es erscheint morgen bundesweit als Beilage zur Tageszeitung „taz“. Bitte beachten Sie hierfür eine Sperrfrist bis heute, 18 Uhr.

Für einen Neuanfang an der Spitze der Deutschen Bahn AG

Pressemitteilung vom Bündnis „Bahn für Alle“

Bahn für alle
Bündnis „Bahn für Alle“ veröffentlicht 10. Alternativen Geschäftsbericht DB AG

Heute wird der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG voraussichtlich den Kompromisskandidaten der Großen Koalition für den vakanten Posten des Vorstandsvorsitzenden offiziell wählen. Die Minister Dobrindt (CSU), Schäuble und Altmaier (CDU) und Gabriel (SPD) haben sich am 14. März auf den bisherigen DB-Finanzvorstand Richard Lutz geeinigt.

„Die Bahn ist so politisiert wie selten zuvor. Lutz ist eine Verlegenheits- und Übergangslösung, weil die GroKo ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl niemand von Format für den Schleudersitz an der Bahnspitze fand“, sagt Dr. Winfried Wolf, Verkehrswissenschaftler und einer der Gründer vom Bündnis Bahn für Alle. „Bleibt die CDU/CSU führende Regierungspartei, dürfte in absehbarer Zeit Merkels Ex-Minister Pofalla Konzernchef werden.“

Morgen präsentiert der DB-Vorstand seine Bilanz des letzten Geschäftsjahres auf einer Pressekonferenz im Betriebsbahnhof Berlin-Rummelburg. Zum zehnten Mal legt das Bündnis „Bahn für Alle“ aus diesem Anlass einen Alternativen Geschäftsbericht vor. Er erscheint ebenfalls morgen bundesweit als Beilage zur Tageszeitung „taz“.

„Die DB ist im Dauer-Krisen-Modus“, sagt Dr. Bernhard Knierim, einer der Verfasser und Sprecher vom Bündnis „Bahn für Alle“. „Nach dem Milliardenverlust 2015 sagt der bescheidene Gewinn 2016 wenig aus über ein Unternehmen, in das pro Jahr mehr als acht Milliarden Euro an staatlicher Unterstützung fließen.“

„Bahn für Alle“ fordert einen Neuanfang an der Bahnspitze für eine echte Verkehrswende. „Ein verantwortungsbewusster Bahnvorstand muss offensiv darauf drängen, dass im motorisierten Verkehr die Schiene Vorrang hat und die Verkehrspolitik als Ganzes wachstumskritisch ausgerichtet ist. Nur so werden wir unserer Verantwortung gegenüber Umwelt und Klima gerecht“, so Monika Lege, Verkehrsreferentin der Umweltorganisation Robin Wood und Mitgründerin vom Bündnis „Bahn für Alle“.

 

„Bahn für Alle“ setzt sich ein für eine bessere Bahn in öffentlicher Hand. Im Bündnis sind die folgenden 20 Organisationen aus Globalisierungskritik, Umweltschutz, politischen Jugendverbänden und Gewerkschaften vertreten: Attac, autofrei leben!, Bahn von unten, Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz BBU, Bürgerbahn statt Börsenbahn, Gemeingut in BürgerInnenhand, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Grüne Jugend, GRÜNE LIGA, IG Metall, Jusos in der SPD, Linksjugend Solid, NaturFreunde Deutschlands, ProBahn Berlin-Brandenburg, ProBahn Hessen, ROBIN WOOD, Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken, Umkehr, VCD Brandenburg und ver.di.

Mehr: www.bahn-fuer-alle.de

Bahn für Alle: Der neue Bahnchef muss für die Bahn brennen!“

Presseerklärung der Bahnfachleutegruppe Bürgerbahn statt Börsenbahn (BsB) im Bündnis Bahn für Alle:

 Bahn für alle

Verkehrsexperten fordern Fachleute statt Polit-Prominenz an DB-Spitze

Der Posten des Vorstandsvorsitzenden („Bahnchef“) der Deutschen Bahn AG ist seit dem Rücktritt von Rüdiger Grube vakant. Die Deutsche Bahn hat seit der Bahnreform darunter gelitten, dass immer wieder Bahnchefs berufen wurden, die vom Schienenverkehr und den deutschen Mobilitätsstrukturen wenig Ahnung hatten, ohne eine verkehrs- und klimapolitische Vision waren und – vor allem auf Druck der Finanzminister – als die „großen Sanierer und Rationalisierer“ auftraten, allen voran Hartmut Mehdorn. So wurde aus dem „Unternehmen  Zukunft“ ein „Unternehmen Abbau“ (Personal, Infrastruktur, Systemqualität).

Eine weitere solche Fehlbesetzung kann sich die deutsche Bahn- und Verkehrspolitik nicht leisten. Jetzt müssen endlich die klimapolitischen Herausforderungen abgearbeitet und sinnvolle Wege aus dem Stau gesucht werden. Und das geht nur mit einem wirklich kompetenten Bahnchef.

Welche Kriterien für die Suche maßgeblich sein sollten, liegt auf der Hand. An solchen Prüfsteinen sind Personalvorschläge zu messen. Bürgerbahn statt Börsenbahn hilft der Bundesregierung und den Parteien gern bei einem wirklich zielführenden Suchverfahren:

Die neue Bahnspitze muss …
–    langjährige Erfahrungen mit Bahnen, ihrer Geschichte und den national unterschiedlichen Bahnpolitiken haben
–    Erfahrung in der Leitung großer Strukturen haben
–    eine verkehrs-, klima-, steuer- und ordnungspolitische Vision für den Schienenverkehr und seinen Ausbau haben
–    in der Lage sein, mit Bund, Ländern, anderen Aufgabenträgern (BAG) sowie NE-und europäischen Nachbarbahnen sinnvoll zu kooperieren
–    Nahverkehr, Güterverkehr und Fernverkehr konzeptionell zu einem stimmigen Gesamtsystem kombinieren können
–    Ideen zu den (fehlenden) Schlüsselkompetenzen der Bahn haben, wie attraktive und einfache Tarife, Deutschlandtakt, Bedeutung der Knoten und ihres Ausbaus und der Steigerung der Attraktivität in der Fläche
–    Großprojekte wie Stuttgart 21 und Hochgeschwindigkeitsstrecken einer unvoreingenommenen Nutzenprüfung unterziehen
–    Politik und Personal motivieren können
–    auf Medien, Bürgerinitiativen, Umwelt- und Fahrgastverbände offen und glaubwürdig zugehen und ihre Unterstützung gewinnen
–    als Überzeugungstäter*in auftreten, für eine gute Bahn „brennen“, selber regelmäßig mit ihr fahren und nicht den Netzwerken von Auto-, LKW- oder Luftverkehr zu nahe stehen.

Ein  solche Bahnchefin oder -chef würde Fahrgäste, Mitarbeitende und den Eigentümer Bund mit Leistung überzeugen und die Potenziale eines ökologischen zuverlässigen Bahnverkehrs heben.

Nachtzüge halbiert – Belegschaft abserviert

Gemeinsame Pressemitteilung des Bündnisses Bahn für Alle und der Initiative „Rettet die Nachtzüge“

 

Bahn für alle

Nach Auffassung von „Bahn für alle“ und der Initiative „Rettet die Nachtzüge“ bedeuten die heute in der österreichischen Botschaft von den ÖBB und der DB vorgestellten Konzepte für Nachtreiseverkehr in Deutschland, anders als in der Einladung suggeriert, einen Abbau komfortabler Reisemöglichkeiten in der Nacht.

 

Das künftige Fahrplanangebot bewertet Bernhard Knierim von „Bahn für Alle“:

„Ost-West-Verbindungen wie Warschau-Köln oder Dresden-Basel werden komplett und ersatzlos entfallen. Auch die hervorragend gebuchte Verbindung von der Schweiz über Köln in die Niederlande entfällt ersatzlos. Die von der Deutschen Bahn geplanten IC- und ICE-Züge stellen für Nachtzugreisende auf längeren Strecken keine Alternative dar, da nur Sitzplätze angeboten werden und komfortables Schlafen damit unmöglich ist. Und die bereits vor zwei Jahren eingestellten Verbindungen nach Paris fehlen besonders schmerzhaft.“

 

Winfried Wolf vom Expertenbündnis „Bürgerbahn statt Börsenbahn“ kritisiert die Tarifgestaltung:

„Nach einer einjährigen Schonfrist sollen die Nachtzüge der ÖBB

(NightJet) aus dem deutschen Preissystem herausfallen. Danach werden BahnCard-InhaberInnen den vollen Preis ohne jede Ermäßigung zahlen müssen. So verprellt man die treuesten Kunden, obwohl man sich Kooperation auf die Fahnen geschrieben hat“, sagt Wolf.

 

Joachim Holstein, Sprecher des Wirtschaftsausschusses der Nachtzug-Tochter der Deutschen Bahn (DB ERS) und Mitbegründer der Initiative „Rettet die Nachtzüge“ ergänzt:

„Das gut ausgebildete und erfahrene Personal der Nachtzüge soll dabei offenbar auf der Strecke bleiben. Die Frage nach der Zukunft dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollte die DB nicht öffentlich beantworten. Warum soll es für diese rund 300 Beschäftigten keine Arbeitsplätze auf den Nachtzügen der ÖBB oder den Nacht-ICEs der DB geben, und zwar zu Tarifen oberhalb des Mindestlohns?“

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