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Beiträge mit Schlagwort ‘Make Chocolate Fair’

120.000 Menschen aus ganz Europa fordern: Macht Schokolade fair!

inkota

[Berlin/Brüssel, 25. November 2015] – VertrerterInnen der Kampagne Make Chocolate Fair! überreichen am 2. Dezember in Brüssel 120.000 Unterschriften für faire Schokolade an den Dachverband der Europäischen Süßwarenindustrie (CAOBISCO). Mit im Gepäck haben sie zwei zentrale Forderungen: Schokoladenunternehmen sollen berechnen, wie hoch ein existenzsicherndes Einkommen für Kakaobäuerinnen und -bauern sein muss und wie sich das auf den Preis für Kakaobohnen auswirken würde. Darüber hinaus sollen Schokoladenunternehmen europaweit zu 100 Prozent auf zertifizierten Kakao umsteigen.

„Europäische Schokoladenunternehmen müssen mit anderen Akteuren aus der Branche berechnen, wie hoch ein existenzsicherndes Einkommen für Kakaobauern sein muss“, sagt Evelyn Bahn, INKOTA-Kampagnenkoordinatorin von Make Chocolate Fair! in Deutschland. „Nur so können wir zu einem fairen Kakaopreis kommen – und damit Kinderarbeit ernsthaft bekämpfen.“ Noch immer landen 87 Prozent des Preises einer Tafel Schokolade in den Taschen von Kakaomühlen, Schokoladeunternehmen und Supermärkten. Nur 6,6 Prozent kommen bei den Kakaobäuerinnen und -bauern an. 1980 betrug ihr Anteil noch 16 Prozent. „Die Macht der Konzerne ist für den enormen Preisdruck verantwortlich, der einen angemessenen Kakaopreis für die Produzenten verhindert“, sagt Bernhard Zeilinger, Koordinator von Make Chocolate Fair! in Österreich. „Es ist bitter, dass die Nachfrage nach Kakao und die Gewinne der Konzerne steigen, aber den Kakaobäuerinnen und -bauern nur Armut und Elend bleiben.“

Darüber hinaus fordert Make Chocolate Fair! von CAOBISCO dazu beizutragen, dass Schokoladenunternehmen europaweit auf 100 Prozent zertifizierten Kakao umsteigen. Der Anteil nachhaltig produzierter Schokolade ist in den letzten drei Jahren gestiegen, liegt aber weiterhin deutlich zu niedrig, um die Situation von Kakaobäuerinnen und -bauern zu verbessern. „Die Menschen in Europa lieben Schokolade, deshalb sind sie nicht länger bereit zu akzeptieren, dass bei der Kakaoproduktion Menschenrechte verletzt werden. Der Ruf nach fairer Schokolade wird lauter und stärker“, sagt Tiina-Katrina Kaber, Koordinatorin von Make Chocolate Fair! in Estland. „Es ist höchste Zeit, dass Schokolade europaweit zu 100 Prozent fair wird“, ergänzt Markéta Vinkelhoferová, Koordinatorin von Make Chocolate Fair! in Tschechien.

Einladung zur Unterschriftenübergabe in Brüssel. Für Bild- und Filmaufnahmen geeignet:

Das bunte Schokomobil bringt die Unterschriften vor die Tür des Dachverbandes der Europäischen Süßwarenindustrie. Damit endet die Schokomobil-Tour durch 15 europäische Länder. Vom Dach des Mobils entrollen AktivistInnen ein riesiges Banner mit einer deutlichen Botschaft an die Schokoladenindustrie: Make Chocolate Fair!. Vor Ort bestehen Interviewmöglichkeiten mit VertreterInnen aus 15 europäischen Ländern sowie mit Gewerkschafterin Marie-Jeanne N’Zore Kombo aus der Côte d’Ivoire, die sich dort für den Kampf gegen Kinderarbeit einsetzt.

Wann: Dienstag, 2. Dezember 2015, 10:45 Uhr
Wo: CAOBISCO, Boulevard Saint-Michel 47, 1040 Brüssel, Belgien

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Fotoaktion: Weihnachtsmänner schlagen Alarm: Heiliges Fest bald ohne Schokolade?

make shokolade fair[Berlin, 28. November 2014] – Dutzende Weihnachtsmänner demonstrieren am 5. Dezember vor dem Brandenburger Tor gegen Armut und Ausbeutung auf Kakaoplantagen. Der unfaire Preis für Kakao zwingt immer mehr Bauern in Westafrika dazu, ihre Farmen aufzugeben. Ohne Kakao könnte es schon bald ein Weihnachten ohne Schokolade geben. Deshalb schlagen die Weihnachtsmänner nun Alarm. Mit Protesten in Deutschland, Österreich, Tschechien und Estland solidarisieren sich die Rotmützen mit den Kakaobauern und der Kampagne Make Chocolate Fair! der Entwicklungsorganisation INKOTA.

„Wenn sich die Einkommenssituation der Kakaobauern nicht deutlich verbessert, werden wir bald keine Schokolade mehr zum Weihnachtsfest verteilen können. Schlicht und einfach deshalb, weil sich die Kakaobauern aus der Produktion zurückziehen“, erklärt der Sprecher der Weihnachtsmänner. „Wir befürchten deshalb, dass es in naher Zukunft keinen Kakao mehr für unsere Schokolade geben wird!“

In Westafrika, der Hauptanbauregion für Kakao, lebt die Mehrheit der insgesamt 5,5 Millionen Kakaobauern in bitterer Armut. Ausbeuterische Kinderarbeit und Hungerlöhne für Saisonarbeiter gehören dort zum Alltag. Grund dafür ist der viel zu niedrige Preis, den sie für ihre Kakaobohnen erhalten: Schätzungen zufolge liegt das durchschnittliche Einkommen eines Kakaobauern in Westafrika bei einem US-Dollar pro Tag. Während der Weltmarktpreis für Kakao 1980 inflationsbereinigt noch bei über 5.000 US-Dollar pro Tonne lag, ist er heute bei etwa 3.000 US-Dollar.

Das geringe Einkommen führt dazu, dass die junge Generation der Kakaobauern die Plantagen ihrer Eltern nicht mehr übernehmen will. Schon jetzt liegt das Durchschnittsalter von Kakaobauern in Westafrika bei 50 Jahren. Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 60 Jahren droht schon bald ein Nachwuchsproblem. Prognosen zufolge wird die Nachfrage nach Kakao schon in wenigen Jahren das Angebot deutlich übersteigen. Deutschland bezieht über 70 Prozent des Kakaos aus Westafrika und wird von dem Versorgungsengpass direkt betroffen sein.

Kinderarbeit ist eine direkte Folge sinkender Preise. „Das geringe Einkommen führt dazu, dass die Bauern keine Erntehelfer einstellen können. Stattdessen sind sie gezwungen auf Kinder als billige Arbeitskräfte zurückzugreifen“, erklärt Lina Gross von der Kampagne Make Chocolate Fair!.

„Die Schokoladenindustrie muss Verantwortung übernehmen und einen Kakaopreis zahlen, der den Bauern ein menschenwürdiges Leben ermöglicht“, fordert Gross weiter. „Einige Unternehmen haben zwar mit der Umstellung auf nachhaltig erzeugten Kakao begonnen, aber in etwa 80 Prozent unserer Schokolade stecken immer noch Armut, Hunger und Kinderarbeit.“ Der Nettoumsatz der Schokoladenindustrie liegt dieses Jahr bei rund 100 Milliarden US-Dollar. Ein Kakaobauer bekommt gerade mal sechs Prozent vom Verkaufspreis einer Tafel Schokolade.

Einladung zum Weihnachtsmann-Protest (geeignet für Foto- und Filmaufnahmen)

Wann: 5. Dezember 2014, 11 Uhr

Wo: Pariser Platz am Brandenburger Tor

Fotos von der Aktion: www.inkota.de/weihnachtsmannprotest-2014

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