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NaturFreunde: Anthropozän verstehen: neuer Forschungsverbund gegründet

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NaturFreunde und Wissenschaftler aus Lüneburg und Zürich arbeiten an Bildungskonzepten zum besseren Verständnis des „menschgemachten Zeitalters“

Berlin, 23. Januar 2015 – Während den Teilnehmern des Weltwirtschaftsgipfels in Davos das Konzept der neuen Erdepoche „Anthropozän“ vorgestellt wurde, haben die NaturFreunde Deutschlands mit Wissenschaftlern aus Zürich und Lüneburg einen Forschungsverbund zum Anthropozän gegründet. Das interdisziplinäre „Anthropocene Learning Lab“ (ALL) will nachweislich funktionierende didaktische Methoden entwickeln, mit denen Bürgerinnen und Bürger die Herausforderungen des Anthropozäns besser verstehen können.

Das Anthropozän als „menschgemachtes“ Zeitalter bezeichnet eine neue Erdepoche, in der der Mensch erstmals zum stärksten Treiber geoökologischer Prozesse geworden ist. Der Begriff geht zurück auf den Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen. Die „Geological Society of London“, die für die Periodisierung der Erdgeschichte zuständig ist, wird dem Vorschlag Crutzens wahrscheinlich in diesem Jahr folgen und das Holozän durch das Anthropozän ablösen.

Natürliche Grenzen des Planeten verstehen und respektieren

„Erstmals dominiert mit dem Menschen eine einzelne Spezies nicht nur die Oberfläche des Planeten, sondern auch die Nahrungsketten, heizt die Atmosphäre auf und produziert Millionen von Jahren strahlenden Atommüll“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende der NaturFreunde Deutschlands und ALL-Leiter Prof. Dr. Kai Niebert die Relevanz des Anthropozäns. „Die Veränderung des Erdsystems durch den Menschen hat ein Ausmaß erreicht, bei dem plötzliche Veränderungen der Umwelt nicht mehr auszuschließen sind. Um weiter sicher leben zu können, muss die Menschheit unbedingt innerhalb der natürlichen Grenzen des Planeten agieren. Aber dafür muss sie diese Grenzen und die dahinter liegenden Prozesse auch verstehen“, so Niebert.

Technische Lösungen reichen nicht

„Die NaturFreunde haben sich seit ihrer Gründung den Zielen der Nachhaltigkeit und der Aufklärung verpflichtet“, führt Niebert weiter aus. „Uns ist klar: Technische Lösungen allein werden den Weg in eine nachhaltige Zukunft nicht ebnen. Wenn das Anthropozän ein nachhaltiges Zeitalter werden soll, müssen wir insbesondere die Menschen für eine andere Politik und ein anderes Wirtschaften gewinnen. Um wirksame Ansätze zu finden, haben wir das Anthropocene Learning Lab gegründet.“

Die transdisziplinäre Zusammenarbeit von Umweltverbänden, Bildungsforschern und Naturwissenschaftlern ist dabei fruchtbar für alle Seiten: Wissenschaft wird gesellschaftsrelevant und die Zivilgesellschaft kann ihre Anliegen wirksamer formulieren. „Das Lab begleitet und unterstützt zum Beispiel unsere Projekte zur sozialökologischen Transformation der Gesellschaft und zum nachhaltigen Konsum in unseren Naturfreundehäusern“, erklärt Hans-Gerd Marian, Geschäftsführer der NaturFreunde Deutschlands.

Das Anthropozän erfordert eine grundlegende Transformation der Gesellschaft

Auch der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands und Co-Vorsitzende der Atommüllkommission Michael Müller begrüßt den neuen Forschungsverbund ALL: „Das Anthropozän erfordert den Umbau der Wirtschafts- und Wettbewerbsordnung in eine Ökonomie des Bewahrens und des Vermeidens hoher Energie- und Ressourceneinsätze. Es geht nicht um Teilkorrekturen, sondern um eine grundlegende Transformation der Gesellschaft. Dafür müssen wir die Menschen gewinnen. Das Anthropocene Learning Lab ist dabei eine wertvolle Unterstützung.“

Bündnis TTIP UnfairHandelbar: Die Angsthasen sitzen in Davos

TTIP unfairHandelbar

Pressemitteilung

22.01.2015

Bündnis TTIP UnfairHandelbar kritisiert Wirtschaftsminister Gabriel für seine Wortwahl, Deutschland sei „reich und hysterisch“

Berlin, 23. Januar 2015 Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat bei der Gesprächsrunde „Europe’s Twin Challenges: Growth and Stability“ auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos auf den Widerstand gegen das Handelsabkommen TTIP mit den USA mit Wählerbeschimpfung reagiert. Das Bündnis „TTIP UnfairHandelbar“ weist dies zurück.

„Unsere Kritik an TTIP und anderen Abkommen basiert auf Fakten“, so Maritta Strasser, Sprecherin des Bündnisses. „Wir können nachweisen, dass sie nicht dem Wohl der Allgemeinheit dienen, sondern nur dem Interesse einer Elite. Diese Elite ist es, die Ängste verbreitet: Vor einer angeblichen Dominanz Chinas, davor dass Europa abgehängt werde. Weder für diese Befürchtungen, noch für zusätzliches Wachstum oder gar Jobs durch TTIP gibt es seriöse Belege.

Die reichen Angsthasen sind in diesen Tagen in Davos versammelt, nicht in Deutschland!“

Ernst-Christoph Stolper, Sprecher des Bündnisses ergänzt: „Minister Gabriel hat sich − wieder mal − im Ton vergriffen. Seine Wählerbeschimpfung ist schon ein eigenwilliger Einstieg in den sach- und faktenorientierten Dialog, den Europäische Kommission und Bundesregierung angeblich mit den Bürgerinnen und Bürgern führen wollen.

Seine Äußerungen zeigen aber auch: Die Nervosität steigt angesichts des immer mehr zunehmenden Widerstands gegen TTIP und CETA in Deutschland und den anderen EU-Ländern.“

Der selbstorganisierten Europäischen Bürgerinitiative (EBI) des Bündnisses haben sich inzwischen europaweit über 240 Organisationen angeschlossen; fast 1,3 Millionen Europäer haben bislang unterschrieben (http://www.ttip-unfairhandelbar.de

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