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Beiträge mit Schlagwort ‘VVN-BdA’

VVN-BdA: Die Verbrechen der deutschen Wehrmacht in Griechenland Deportation der jüdischen Bevölkerung

vvnbda antifa
Während der deutschen Besatzung Griechenlands in den Jahren 1941 bis 1944 wurde nahezu die gesamte jüdische Bevölkerung in deutsche Konzentrationslager, insbesondere nach Auschwitz, deportiert. Etwa 60.000 Menschen jüdischen Glaubens wurden ermordet. Hiervon waren insbesondere die jüdischen Gemeinden aus Thessaloniki, Ioannina, Rhodos, Kos und Korfu betroffen.

Im Kontext des 9. November möchten wir über diese historischen Tatsachen informieren und zusammen mit euch überlegen, wie wir die Forderungen der Nachfahren und Überlebenden nach gerechter Entschädigung unterstützen können.

Referenten:
*Rüdiger Minow *(Zug der Erinnerung e.V.) *Martin Seckendorf* (Berliner Gesellschaft für Faschismusund Weltkriegsforschung e.V.)

Vortrag und Diskussion

Sonntag, 8. November 2015

um 18.00 Uhr*

Haus der Demokratie und Menschenrechte Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin

Es laden ein:
Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e.V.); Initiative „deutschlandmusszahlen“; Berliner Gesellschaft für Faschismus- und Weltkriegsforschung e.V.; Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte

Berliner VVN-BdA: Gedenken am 9. November 2015

vvnbda antifa

Liebe Freundinnen und Freunde,

wie jedes Jahr möchten wir euch/Sie herzlich zu unserer antifaschistischen Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Pogromnächte 1938 in Berlin Moabit am Mahnmal in der Levetzowstraße einladen. „Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen. “ Dieses Diktum des Auschwitzüberlebenden Primo Levi bleibt und ist uns Verpflichtung.

Die Reichspogromnacht am 9.November 1938 – Kein Vergessen! Kein Vergeben!

Gegen Antisemitismus und Rassismus in Deutschland, Europa und überall!

Am Montag, den 9.November 2015, 17.00 Uhr

Auftaktkundgebung mit Zeitzeuginnen am Mahnmal Levetzowstrasse in Moabit
(U-Bhf Hansaplatz, S-Bhf Tiergarten)

Es werden Andrée Leusink (* 14. Mai 1938) und Peter Neuhof (* 30.Juli 1925) sprechen.

Von Hans Coppi kommt ein Grußwort der Berliner VVN-BdA e.V.

Andree Leusink (* 14. Mai 1938 in Frankreich) überlebte als verstecktes Kind den Holocaust in Frankreich, wohin sich ihre Eltern vor den Nazis geflüchtet hatten und in der Schweiz. Heute ist sie aktiv in der antifaschistischen Bewegung, darunter den „Child Survivors Deutschland – Überlebende Kinder der Shoah“ und der VVN-BdA Berlin-Pankow.

Peter Neuhof (* 30.Juli 1925) war acht Jahre alt als die Nazis in Deutschland an die Macht kamen. Seine Eltern, beide Mitglieder in der KPD, engagierten sich von Anfang an gegen die Nazis und halfen u.a. gesuchten Genoss*innen beim Untertauchen. Sein Vater Karl Neuhof wurde als jüdischer Kommunist von den Nazis ermordet, seine Mutter Gertrud Neuhof überlebte das KZ Ravensbrück und wurde auf dem Todesmarsch von der Roten Armee befreit. Er selber sagt von sich: „Es waren so unwahrscheinliche Glücksumstände, dass ich in dieser fürchterlichen Zeit überlebt habe.“ Peter ist Mitglied in der
Berliner VVN-VdA.

Für die musikalische Begleitung wird „Zhetva“ sorgen Anschließend wird sich eine antifaschistische Demonstration zum Mahnmal an der Putlitzbrücke (S-Bhf Westhafen).

Die Demonstration orientiert sich dabei an dem Weg, den die Juden*Jüdinnen vom Sammellager in der Levetzowstraße zum
Deportationsbahnhof an der Putlitzbrücke unter den Augen der Bevölkerung gehen mussten. Von den Gleisen 69, 81 und 82 aus wurden 30.000 Berliner Juden*Jüdinnen in die Vernichtungslager deportiert, unter ihnen 1.800 Menschen aus Moabit. Wir werden auf unserer Demonstration an verschiedenen Orten an jüdische Mitbürger*innen erinnern. Moabit ist heute ein Ort behördlicher Gängelung von Flüchtlingen durch Sondergesetze sowie schwieriger Lebensverhältnisse und der Ausgrenzung in Sammelunterkünften. Auch davon wird auf unserer Demonstration die Rede sein

Berliner VVN-BdA und Antifaschistische Initiative Moabit

„Vorsicht Volk! – 25 Jahre Einheitsdeutsch. Wir feiern trotzdem!“

vorsicht volk
Festival mit Lesungen, Diskussionen, Konzerten und Filmen am Sa. 26.09.2015 im Zukunft/Ostkreuz.

Buchvorstellung „Vorsicht Volk!“ (Verbrecher Verlag) mit Texten zu den neuen Wahnbewegungen: Pegida, Montagmahnwachen, Reichsbürger etc.

Prominent besetzte Debatten zur Flüchtlingsthematik, zur Kontinuität rassistischer Übergriffe, zur „Wiedergutwerdung der Deutschen“ und zur „Aufarbeitung der Aufarbeitung“.

Live-Musik von Kristof Schreuf, The Incredible Herrengedeck, Der Singende Tresen u.v.a.

Veranstalter/Unterstützer: Kulturinitiative 89, Jungle World, Ema.Li Berlin, taz, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Verbrecher Verlag, VVN/BdA, Naturfreunde, Gedankenmanufaktur WORT & TON
Im Oktober 2015 werden Politik und Medien „25 Jahre Deutsche Einheit“ feiern. Es wird vom „Glück der Stunde“ gesprochen werden und von den Leistungen Helmut Kohls, der Bundespräsident wird sich abermals als der Bürgerrechtler inszenieren, der er faktisch nie war, und Dokumentationen werden das „Unrechtsregime DDR“ beleuchten. Auch wird man an die Helden der „friedlichen Revolution“ erinnern, und über alle Kanäle werden Erfolgsgeschichten eines neuen „Lebens in Freiheit“ nach 1990 flimmern.

Eher unwahrscheinlich ist es dagegen, dass im Rahmen der Einheitsfeierlichkeiten die Pogrome, rassistischen Menschenjagden und brennenden Häuser zur Sprache gebracht werden, die in den ersten Jahren massiv das Bild dieses „geeinten Deutschlands“ prägten und von denen aus eine ungebrochene Linie über den Rechtsterrorismus des NSU, die Pegida-Bewegung und Querfront-Zusammenschlüsse, wie den „Friedenswinter“, bis hin zu den massiven Angriffen auf Flüchtlingsheime im Jahr 2015 führt. Dass all das nicht von ungefähr kommt, sondern direkt in der sogenannten Wiedervereinigung wurzelt und somit integraler Bestandteil jenes gemeinsamen Staates ist, der in diesen Tagen sein 25jähriges Bestehen feiert, offenbart sich nicht zuletzt in der allgegenwärtigen Verwendung des Slogans „Wir sind das Volk!“ durch die neuen Wahnbewegungen.

Die Veranstaltung „Vorsicht Volk! – 25 Jahre Einheitsdeutsch. Wir feiern trotzdem!“ wird – eine Woche vor den offiziellen Bierseligkeiten zu 25 Jahren deutscher Einheit – mit Lesungen, Konzerten, Debatten und Filmen an Vergessenes erinnern und die Entwicklungslinien völkischer Positionen thematisieren, die längst die sogenannte Mitte der Gesellschaft erobert haben und auch in linken Kreisen fröhliche Urständ feiern.

26.09.2015, ab 16.00 Uhr

VORSICHT VOLK!
ZUKUNFT/Ostkreuz
Laskerstr. 5, Berlin-Friedrichshain

KONZERTE + MUSIK

KRISTOF SCHREUF (Bourgeois With Guitar)
THE INCREDIBLE HERRENGEDECK (Chanson-Punk)
DER SINGENDE TRESEN („Die Eingeborenen“- Zombierevue)
TSCHILTAN (zentralasiatisches Liedgut)
AMIGO TROPICAL (Bananas Bahamas)
PRANKE (Elektronischer Indie-Pop & mehr)
KRÄELFE (minimalistischer NoiseRock)
SVARTA STUGAN (twee-noise/post-rock trio)
DJs : Phonatic / exØr / Enno

LESUNGEN + VORTRÄGE

Buchpremiere: »Vorsicht Volk!«
Ivo Bozic: »Ivos kleine Völkerkunde«
Eva Ruth Wemme: »Meine 7000 Nachbarn«
Karl Pfeifer: »Einmal Palästina und zurück. Ein jüdischer Lebensweg.«
Naturfreunde Berlin: »Blackbox Verfassungsschutz«
andcompany & Co: »VOLXFUCK PEACE OFF!« (spoken words mit beatz)

FILME

„Letztes aus der DaDaeR“: Filmsatire von Jörg Foth. Einer der letzten DEFA Filme mit Wenzel und Mensching aus dem Niemandsland von 1990.
„On the bride´s side“: Preisgekrönter Dokumentarfilm unter der Regie von Antonio Augugliaro, Gabriele Del Grande und Khaled Soliman Al Nassiry.

DEBATTEN

Jungle World präsentiert: Die Wiedergutwerdung der Deutschen.
Es diskutieren Anetta Kahane (Amadeu-Antonio-Stiftung) sowie die Publizisten Alex Feuerherdt und Arthur Buckow. Moderation: Federica Matteoni (Jungle World).

Ema.Li Berlin präsentiert: Vorsicht Flüchtling!
Es diskutieren Dirk Stegemann (Berliner Flüchtlingsaktivist), Anne Helm (ehemalige Flüchtlingsbeauftragte der Piraten), Yasser Almaamoun (“Außenminister” des Zentrums für Politische Schönheit) und Akteurinnen des Projekts “Woman In Exile” (angefragt). Moderation: Julia Schramm (Antonio-Amadeo-Stiftung).

neues deutschland präsentiert: Es war einmal ein Wir-sind-das-Volk.
nd-Chefredakteur Tom Strohschneider diskutiert mit Linksaktivisten aus dieser Zeit über die Aufarbeitung der Aufarbeitung, Widerständler der letzten Stunde und den Mythos Deutsche Einheit.

VVN/BdA präsentiert: Von Lichtenhagen nach Tröglitz und Freital
AntifaschistInnen, die bei den Pogromen in Rostock dabei waren, sprechen und diskutieren über die damaligen Ereignisse, ihre Auswirkungen und was das bis heute bedeutet.

Ema.Li Berlin präsentiert: Alle Macht dem Volke – oder doch lieber nicht?
Es diskutieren Michael Effler (Mehr Demokratie e.V.) und Ivo Bozic (Jungle World). Moderation: Konstanze Krise.

Weitere Informationen zum Programm unter: http://www.vorsichtvolk.de

Veranstalter und Unterstützer: Vorsicht Volk! 2015 wird ehrenamtlich von einer freien & offenen Organisationsgruppe geplant. V.i.s.d.P.: Kulturinitiative 89 e.V. In Kooperation mit: Erich Mühsam Fest Crew, Gedankenmanufaktur WORT & TON, Jungle World, Emanzipatorische Linke Berlin, Verbrecher Verlag, taz, VVN/BdA, neues deutschland, Naturfreunde, Rosa Luxemburg Stiftung.

Veranstaltungsort: Zukunft/Ostkreuz, Laskerstrasse 5, 10245 Berlin
Eintritt: 18 (Soli) / 6 Euro

PRESSEKONTAKT:

Gedankenmanufaktur WORT & TON

Manja Präkels / Markus Liske
liske@gedankenmanufaktur.net
praekels@gedankenmanufaktur.net

VVN-BdA: Zum Antikriegstag 2015 – 70 Jahre nach der Befreiung von Faschismus und Krieg

vvnbda antifa

Erklärung der VVN-BdA:

Am 1. September 1939 begannen zugleich die beiden Menschheitsverbrechen des deutschen Faschismus, die untrennbar miteinander verbunden sind: Vernichtungskrieg und Holocaust. Solange die Ostfront hielt, brannten die Krematorien in Auschwitz und allen anderen Vernichtungslagern.

Nach den bitteren Erfahrungen, dass Deutschland zum zweiten Mal in einem halben Jahrhundert Europa mit Krieg überzogen hatte, wurden 1945 im historischen Potsdamer Abkommen Regelungen getroffen, die sicherstellen sollten, dass nie wieder Krieg von deutschem Boden ausgehen sollte. Im Artikel 139 fand diese Gesetzgebung Eingang ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Den seit 1945 geltenden Prinzipien widerspricht der Wiedereintritt Deutschlands in die Reihe der Krieg führenden Länder. Wesentliche Teile der deutschen Eliten setzen unter dem Motto „Neue Macht – neue Verantwortung“ auf weitere Militarisierung der deutschen Außenpolitik. In den nächsten Jahren soll der Rüstungshaushalt auf 35 Mrd. Euro erhöht werden.

Die neuen deutschen Weltmacht-Ambitionen werden bestärkt, indem USA und NATO verlangen, dass Deutschland die USA in der Rolle als Weltordnungsmacht unterstützt, um im Gegenzug eine stärkere Berücksichtigung „deutscher und europäischer“ Interessen zu erlangen.

Schon heute sind die Folgen der globalen Interventionspolitik katastrophal. 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, die meisten von ihnen fliehen vor Kriegen und deren Folgen. Auch dort, wo keine deutschen Soldaten an diesen Kriegen beteiligt sind, sind doch deutsche Waffen im Einsatz: die exzessiven Waffenexporte bringen den Produzenten Gewinn, bringen aber in weite Teile der Welt Tod, Elend und Verzweiflung.

Wir fordern eine Umkehr dieser Politik!

  • Schluss mit den weltweiten Kriegseinsätzen der Bundeswehr. Gegen den Umbau der Bundeswehr zu einer weltweiten Interventionsarmee.
  • Schluss mit den Rüstungsexporten. Wir brauchen Rüstungskonversion: zivile statt Rüstungsproduktion.
  • Die Beschaffung von Kampfdrohnen wird gestoppt. Der Einsatz von Spionagedrohnen zur Überwachung der Bevölkerung wird untersagt.
  • Das Verbot, die Ächtung und Vernichtung von ABC-Waffen werden eingeleitet. Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel.
  • Wir fordern offene Grenzen insbesondere für Menschen auf der Flucht vor Verfolgung und Not und die Wiederherstellung des Asylrechts in der ursprünglichen Fassung des Artikels 16 im Grundgesetz.

Nein zum Krieg! Nato und Bundeswehr stoppen!

Bundessprecherkreis der VVN-BdA, 1.September 2015

http://www.vvn-bda.de/zum-antikriegstag-2015-70-jahre-nach-der-befreiung-von-faschismus-und-krieg/


Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes –
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e.V.
Bundesvereinigung
Magdalenenstr. 19, 10365 Berlin

Berliner VVN-BdA: Unbekannte zerstören in Kreuzberg Gedenktafel für den Berliner Antifaschisten Wolfgang Szepansky

Pressemitteilung der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e. V.

Berlin, 28.August 2015

vvnbda antifa

Unbekannte zerstören in Kreuzberg Gedenktafel für den Berliner Antifaschisten Wolfgang Szepansky
zum wiederholten Male

In Zeiten in denen wieder täglich Flüchtlingsunterkünfte brennen, Rassist*innen und „besorgte Bürger“ gegen Flüchtlinge und Migrant*innen hetzen, ist dies vielleicht nur eine Randnotiz, die aber gut ins Bild der derzeitigen deutschen Zustände passt.

Wie gestern duch die Beobachtung von mehreren aufmerksamen Passanten bekannt wurde, ist die Gedenktafel für den Antifaschisten Wolfgang Szepansky (*9. Oktober 1910; † 23. August 2008) an der Methfesselstraße 42 in Berlin-Kreuzberg, zum wiederholten Male mit roher Gewalt zerstört bzw.entwendet worden.Es passierte vermutlich in der Nacht zum Dienstag oder Mittwoch.

Die Vorgehensweise deutet unseres Erachtens wieder auf eine gezielte Tat unter Verwendung von Werkzeugen hin.
Die Tafel war erst am 2. Mai 2015 neu angebracht worden, nachdem sie Ende Februar von Unbekannten zerstört wurde.

Von der Polizei im zuständigen Abschnitt 52 war bis zum heutigen Mittag nichts näheres zu erfahren. Schon im Februar war der Polizei die Zerstörung der Tafel 14 Tage nicht aufgefallen.

Wolfgang Szepansky wurde im Sommer 1933 verhaftet wegen der Aufschrift in der Lichterfelder Straße (seit 1935 Methfesselstraße) in Berlin-Kreuzberg:

Nieder mit Hitler! KPD lebt! Rot Front!

Er wurde in das Berliner Konzentrationslager Columbia-Haus eingeliefert. Nach der Haftentlassung im Januar 1934 floh er in die Niederlande, dort wurde er 1940 interniert, an die Gestapo ausgeliefert und von Oktober 1940 bis zum 21. April 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen gefangen gehalten. Während der KZ-Haft wurde er 1941 wegen „Rassenschande“ verurteilt und kam für zwei Jahre ins Strafgefängnis nach Tegel, weil er mit einer Jüdin in Amsterdam einen Sohn hatte

Die Befreiung erlebte er während des Todesmarsches.

Er engagierte sich in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Verband der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-VdA), gehörte zu den Gründern der Galerie Olga Benario und war im Internationalen Sachsenhausenkomitee tätig.
Wolfgang Szepansky führte seit 1978 fast 40.000 Jugendliche durch das ehemalige KZ Sachsenhausen. Mit dem Verein Paper Press e. V. führte er von 1980 bis 2007 65 antifaschistische Stadtrundfahrten durch den Bezirk Tempelhof in Berlin durch. An diesen Fahrten nahmen mehr als 2500 Menschen teil.

Am 11. August 2012, 79 Jahre nachdem er die antifaschistische Losung an die Mauer schrieb, wurde am historischen Ort die Gedenktafel für Wolfgang Szepansky eingeweiht.

Wir sind entsetzt und traurig über diesen erneuten Akt des gezielten Vandalismus, 70 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Tafel die an unseren Freund erinnert, baldigst erneuert wird.

Berliner VVN-BdA e.V., 28.August 2015

Spenden für eine neue Tafel
können unter dem Stichwort „Wolfgang“
auf das Konto der Berliner VVN-BdA
Postbank Berlin · IBAN: DE 18 1001 0010 0315 9041 05 · BIC: PBNKDEFF
überwiesen werden.

13.09.2015: Tag der Erinnerung und Mahnung

Aufruf 2015

tag er erinnerung und mahnung vvn

Tag der Erinnerung und Mahnung

am Sonntag, den 13. September 2015, 12 bis 19 Uhr

12.00 Uhr:

Auftaktkundgebung am historischen Ort:

Werner-Seelenbinder-Sportpark

(Oderstraße 182 in Neukölln)

Im Anschluss Antifaschistischer Fahrradkorso, vorbei an Stätten von Verfolgung und Widerstand

Ab 13.00:

Fest der Begegnung am Herrfurthplatz im Schillerkiez in Neukölln

9.September 1945 – Erstes Gedenken an die Opfer des Faschismus

13. September 2015 – 70. Jahrestag des Tages der Opfer des Faschismus
25 Jahre Tag der Erinnerung und Mahnung –
Aktionstag gegen Rassismus, Neonazismus und Krieg!

Überlebende der Konzentrationslager und Zuchthäuser begründeten vor 70 Jahren die Tradition, am zweiten Sonntag im September der Opfer des Faschismus zu gedenken. Das in „Werner- Seelenbinder-Kampfbahn“ umbenannte Neuköllner Stadion vereinte am 9. September 1945 zehntausende Berlinerinnen und Berliner, darunter Frauen und Männer unterschiedlicher Gruppierungen des deutschen Widerstandes, Überlebende des Holocaust sowie Angehörige und Freunde der in der NS-Zeit Ermordeten. Sie wurde von den vier Besatzungsmächten genehmigt und tatkräftig unterstützt vom Magistrat, den Kirchen, Gewerkschaften, Jugendverbänden und Parteien.

Als Tag der Erinnerung und Mahnung – Aktionstag gegen Rassismus, Neonazismus und Krieg verbindet er seit dem 9. September 1990 und damit 25 Jahren das Gedenken an die Opfer des Nazi-Regimes mit wichtigen Debatten in der Gegenwart. In diesem Jahr kehren wir nach Neukölln, an den historischen Ort des ersten ODF-Tags zurück.
Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Islamfeindlichkeit, und Homophobie haben Konjunktur. Der rasante Aufstieg neofaschistischer und rechtspopulistischer Kräfte in nahezu allen europäischen Ländern verlangt entschiedenen Widerstand. Wir treten menschenfeindlichen Einstellungen und Ideologien zur Begründung sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Ausgrenzung entgegen, die eine wachsende Akzeptanz finden. Wir fordern gemeinsam mit den Flüchtlingen, die rassistische Abschottung der Festung Europa zu beenden. Das EU-Grenzregime (Frontex) hat das Mittelmeer zu einem Massengrab für Flüchtlinge gemacht. Wir fordern Bleiberecht und gleiche Rechte für alle Menschen, die hier leben. Wir fordern eine Arbeitserlaubnis sowie eine bessere Unterstützung für Flüchtlinge, um ihnen eine selbstbestimmte Existenz zu ermöglichen. Brandanschläge und gewaltsame Übergriffe auf Flüchtlingsheime und deren Bewohnern haben wieder dramatisch zugenommen. Es ist die Pflicht dieses Staates, ihnen endlich Schutz von Leib und Leben zu gewährleisten. Wir werden auch künftig den PEGIDAs, Neonazis und Rassisten unterschiedlicher Couleur nicht die Straßen und Plätze überlassen und erwarten, dass ihnen auch politisch eindeutig Grenzen gesetzt werden.

Wir treten dafür ein:

  • den 8. Mai als Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg auch in Berlin und in ganz Deutschland als offiziellen Gedenktag einzuführen;
  • die hoch betagten sowjetischen Kriegsgefangenen und die Opfer von Wehrmachtsmassakern in Griechenland, Italien und anderen Ländern zu entschädigen und die letzten noch lebenden deutschen Kriegsverbrecher anzuklagen und zu verurteilen;
  • Gedenk- und Lernorte zu schaffen, die an die Ursachen für den unaufhaltsamen Aufstieg des Naziregimes, an Berlin als Zentrale des Eroberungs- Vernichtungs- und Raubkrieges, der Ausplünderung der überfallenen Länder und der über 50 Millionen Toten zu erinnern und auf die Frage „Wie konnte es dazu kommen, dass ein hochentwickeltes Land der faschistischen Barbarei verfiel?“ Antworten findet.

Kontaktbüro:
c/o Berliner VVN-BdA
Madalenenstraße 19, 10365 Berlin

VVN-BdA Berlin: Von Lichtenhagen nach Heidenau nach Berlin! Nazis urinieren auf Kinder

Pressemitteilung der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten

24.August 2015

vvnbda antifa

Aus denen über die geredet wird, werden gedemütigte und gejagte.

Haltet endlich den Mund! Schluss mit der Diskussion!

In ganz Deutschland feiern Neonazis und Rassisten den 23. Jahrestag der Pogrome von Rostock-Lichtenhagen, es waren die Tage vom 22. – 26. August 1992, auf ihre ganz unverkennbare Weise.

Menschenjagd in Heidenau, auch die Frigida aus Freital ist bei der Pogrom-Party NPD dabei, Brandstiftungen an Flüchtlingsunterkünften quer durch Deutschland, die Untiefen des Rassismus der deutschen Volkseele sind grenzenlos. In Berlin bringen es dann am Samstag in einer S-Bahn in Lichtenberg zwei betrunkene, polizeibekannte Rassisten auf den Punkt. Sie urinieren auf „ausländische“ Kinder in Beisein deren Mutter. Dazu zeigen sie den „Hitlergruß“, ganz wie ihre Kollegen in Heidenau.

Die Berliner VVN-BdA erklärt dazu:

Wer jetzt nicht an der deutschen Normalität verzweifelt, dem ist jegliche Menschlichkeit fremd.

Auch die Nazis und Rassisten haben aus der Geschichte „gelernt“. Demütigung und Entmenschlichung waren die Vorstufe zur Vernichtung von Allen, die die Nazis als „lebensunwert“ ansahen.

Aber auch die Regierungs- , Behördenvertreter*nnen und Politiker*innen, die Flüchtlinge lediglich als „Problem“ oder „Katastrophe“ für ihre Kommunen, ihr Land und dessen dumpfe Ureinwohner*innen (haben die echt keine anderen Probleme?) ansehen können und wollen, auch sie haben den tobenden Bürger*innen eine Vorlage gegeben. Wer hierhergehört, das bestimmen „wir“ und auf jene, die hier nicht hingehören ist gepisst geschissen. (Entschuldigung …)

Wer jetzt von uns eine „konstruktive“ Lösung für drängende „Probleme“ erwartet, den müssen wir enttäuschen.

Wir wissen nur eins, in der „Diskussion“ über Flüchtlinge sollten die meisten hier besser den Mund, vulgo das Maul halten, denn was bis jetzt dabei herausgekommen ist, können wir sehen. Aus denen über die geredet wird, werden gedemütigte und gejagte. Das kennen wir noch aus Rostock-Lichtenhagen.

Und irgendwo hat unsere Geduld ein Ende.

Refugees welcome!

Einfach mal nett sein zu deinen Nachbar*innen! Und mit ihnen reden, nicht über sie.

Berliner VVN-BdA e.V.

VVN-BdA Sachsen verurteilt Angriffe auf Asylsuchende

vvnbda antifa

Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten im Freistaat Sachsen e.V. (VVN-BdA Sachsen)
Strehlener Straße 14
01069 Dresden

Presseerklärung

Betreff: Asyldebatte in Sachsen / Angriffe auf Asylsuchende
Die Mitglieder des VVN-BdA Sachsen nehmen mit Empörung die täglichen Meldungen über Angriffe auf Unterkünfte für Flüchtlinge vor Krieg und Not, über Kundgebungen und Demonstrationen gegen die Aufnahme von Asylsuchenden, über Debatten und Überlegungen zur Einschränkung des Asylrechtes zur Kenntnis. Viele unserer Kameraden fanden in der Zeit der faschistischen Herrschaft in Deutschland Zuflucht und Schutz in benachbarten Ländern, wie der Tschechoslowakei, Frankreich oder Schweden. Sie berichteten immer wieder von der Hilfsbereitschaft und Solidarität der Einwohner dieser Länder ihnen gegenüber.
Wir verurteilen auf das Schärfste die Aktionen und zum Teil kriminellen Machen-schaften, die sich gegen die Gewährung des Asylrechtes und somit gegen ein im Grundgesetz verbrieftes Recht wenden. Diese sind aus unserer Sicht auch nicht durch das Recht der freien Meinungsäußerung gedeckt. Sie sind menschenfeindliche Hetze, Völkerverhetzung, Aufstachelung zur Gewalt gegen Schwache und Hilfebedürftige.
Wir lehnen die Einteilung der Flüchtlinge in „nützliche“ und „unnützliche“, ihre Auftei-lung nach Herkunftsländern und Ethnien oder Religionszugehörigkeit ab. Wir erwarten von der sächsischen Staatsregierung und den staatlichen Institutionen eine rasche, unbürokratische und wirksame Hilfe und Unterstützung für alle Asylbewerber, die sich in Sachsen aufhalten oder hier ankommen.
Von Justiz und Polizei des Freistaates fordern wir konsequentes Vorgehen gegen jene, die sich vor Unterkünften von Flüchtlingen zusammenrotten, diese beschimpfen und beleidigen und in Angst und Schrecken versetzen – ja, vor Gewalttaten und tätlichen Angriffen nicht zurückschrecken. Sie sind mit allen verfügbaren Mitteln zur strafrechtlichen Verantwortung zu ziehen.
Unsere Solidarität, Hilfe und Unterstützung gilt denen, die in unserem Land Zuflucht vor Not, Verfolgung und Krieg suchen. Wir danken allen Bürgern, die sich trotz An-feindungen und Ablehnung für die Flüchtlinge einsetzen, ihnen mit Spenden, mit Rat und Tat helfen, sich in dieser für sie fremden Welt zurecht zu finden. Sie möchten wir ermutigen, mit diesem guten, menschlichen, wahrhaft christlichen Tun fortzufahren und weitere Menschen zum Mittun zu ermuntern. Unsere Mitglieder und Sympathisanten rufen wir auf, sich einzureihen und den Menschen in Not auf vielfältige Weise zur Seite zu stehen.

Auerbach, 29.07.2015

Peter Giersich
Sprecher VVN-BdA Sachsen

VVN-BdA: Erinnerungskultur am 20.Juli in Berlin: Berliner Polizei eskortiert BÄRGIDA –Rassisten zur Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Pressemitteilung der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten

Berlin, 21.Juli 2015

vvnbda antifa

Wenige Stunden zuvor war in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand/ Bendler-Block noch dem Widerstand gegen das NS-Regime gedacht worden. Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, hielt die diesjährige Gedenkrede, was wir als erfreuliche Hinwendung an die Erinnerung an den gesamten Widerstand, z.B. dem Widerstand der Arbeiter_innen und einfachen Leute, über die militärischen Hitler-Attentäter um Stauffenberg hinaus, werten.

Am Abend jedoch bekam die Gedenkstätte unerfreulichen Besuch. Nach Ende der allmontäglichen Bärgida – Kundgebung am Berliner Hauptbahnhof, eskortierte die Berliner Polizei die Kundgebungsteilnehmer_innen, eine Melange aus Rassiste_innen, Antisemit_innen, rechtsradikalen Hooligans und Berliner AfD, Pro-Deutschland und NPD Mitgliedern, zu einer Kundgebung vor die Gedenkstätte. Antifaschist_innen gegenüber wurde von der Polizeiführung das Vorhaben der rassistischen „Patrioten“ verheimlicht und abgestritten und Proteste zumindest in Hör- und Sichtweite verweigert um einen störungsfreien Ablauf der rassistischen Provokation zu gewährleiten,. Dennoch konnten einige Antifaschist_innen ihren Unmut über den Missbrauch des Gedenkens an den antifaschistischen Widerstand kundtun.

Die Berliner VVN-BdA erklärt dazu:

Wir protestieren energisch gegen die unsensible Vorgehensweise der Berliner Polizei an diesem so wichtigen Gedenktag und diesem Ort der Erinnerung an den NS-Terror und dem Widerstand dagegen. Es darf nicht sein, dass sich die Feinde der Demokratie, Rassist_innen und Neonazis unter Polizeischutz versammeln können um das Andenken an jene, die den Widerstand gegen das verbrecherische NS-Regime auch mit ihrem Leben bezahlten, in den Schmutz ziehen, bzw. für ihre rassistischen Forderungen instrumentalisieren wollen.

Ein Erbe des antifaschistischen Widerstands, der Menschen aus dem antifaschistischen Exil, der Überlebenden der Konzentrationslager und Zuchthäuser ist auch die Solidarität mit Flüchtlingen, jenen die seit Monaten, der Hetze der BÄRGIDA Demonstrant_innen ausgesetzt sind.

Wir fordern Geschichts-und Demokratieunterricht für die Berliner Polizei!

Wir bedanken uns ausdrücklich bei jenen, die sich seit Monaten, Montag für Montag den BÄRGIDA Rassist_innen in den Weg stellen, sei es am Hauptbahnhof, am Brandenburger Tor und auch in Moabit.

Berliner VVN-BdA e.V.

VVN-BdA: Mumia Abu-Jamal darf nicht im Gefängnis sterben!

vvnbda antifa

Die VVN-BdA fürchtet den drohenden Tod ihres Ehrenmitglieds Mumia Abu-Jamal durch unterlassene Hilfeleistung und fordert angemessene medizinische Versorgung des schwer an Diabetes Erkrankten.

Als politischer Aktivist und kritischer Journalist war Mumia über seine Heimatstadt Philadelphia hinaus bekannt und stand seit seiner Jugend im Fadenkreuz reaktionärer Politiker, der Behörden und der Polizei. Seit dem 9. Dezember 1981 in Gefangenschaft, wurde er in einem manipulierten und unfairen Prozess 1982 wegen eines nicht von ihm begangenen Mordes zu Tode verurteilt.

Zweimal konnte die drohende Hinrichtung durch die internationale Solidaritätsbewegung verhindert werden. 2011 wurde das Strafmaß in „lebenslänglich“ umgewandelt, ein neuer und fairer Prozess wird aber weiterhin verweigert.

Seit Ende 2014 leidet Mumia Abu-Jamal an einer lebensbedrohlichen Diabetes-Erkrankung, die nicht behandelt wird!

Mumia Abu-Jamal ist seit 2002 Ehrenmitglied der VVN-BdA.

Peter Gingold, Resistance-Kämpfer und Antifaschist, schrieb 2001 als Bundessprecher der VVN-BdA im Geleitwort zu Mumias Buch „…aus der
Todeszelle“:

„Wir Überlebende des antifaschistischen Widerstandes, des Holocaust, zu denen ich gehöre, die stets den Tod vor Augen hatten und nur mit viel Glück der Nazihölle entronnen sind, können Mumias Situation wohl zuinnerst nachempfinden. In unserem Namen möchte ich diese Gefühle der tiefsten solidarischen Verbundenheit mit Mumia zum Ausdruck bringen“.

Die VVN-BdA fordert nun von den US-amerikanischen Behörden:

– Ermöglichen Sie sofort angemessene medizinische Versorgung und Betreuung durch externes Fachpersonal!

– Ermöglichen Sie ungehinderten Zugang zu Mumia Abu-Jamal für Angehörige, Anwälte und Unterstützer!

– Angemessene medizinische Versorgung für alle Gefangenen in den USA!

http://www.vvn-bda.de/mumia-abu-jamal-darf-nicht-im-gefaengnis-sterben/